Archiv der Kategorie: Projekt Idee

flause(-n) – Definition / Was ist das eigentlich?

Mit „Flausen“ wurden ursprünglich lose Fadenenden und umherfliegende Wollflocken und Fasern bezeichnet, die bei der Verarbeitung der Wolle durch den Raum tanzten. Mit der Redewendung „Flausen im Kopf haben“ sind aberwitzige, irreale Pläne meist junger Leute gemeint, an deren Umsetzbarkeit von außen stark gezweifelt wird.

Für uns sind Flausen ausgefallene Ideen, eigensinnige Einfälle und wagemutige Projekte. Mit dem Residenzprogramm wollen wir den losen Faden aufnehmen, die Flausen fliegen lassen und jungen Künstlern die Möglichkeit geben sie weiterzuspinnen..

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Flause
die; -; -n; Sg. ungebräuchl.

Gebrauch: umgangssprachlich
1. närrischer Einfall, lustiger Unsinn
2. Ausflucht, Flunkerei

(nach: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache)

Flause f. ‘Wollflocke, Fussel’, meist im Plur. (übertragen) Flausen ‘zum Lachen reizende Redensarten, wirres ungereimtes Zeug, Mätzchen, Illusionen’. In diesem übertragenen pluralischen Gebrauch bezeugt seit dem Ende des 16. Jhs. während die vorauszusetzende mundartliche Bedeutung ‘Wollflocke, Fussel’ erst im 19. Jh. nachzuweisen und als Nebenform wohl an Flaus (s. d.) anzuschließen ist. Geläufig (seit dem 18. Jh.) in Wendungen wie Flausen im Kopf haben, sich in den Kopf setzen, Flausen machen.
(nach: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (n. Pfeifer))

Synonymgruppen
(plötzliche) Erkenntnis, Anregung, Anwandlung, Einfall, Eingebung, Erleuchtung, Flause, Gedanke, Grille, Idee, Impuls, Inspiration, Intuition

(nach: OpenThesaurus)

 

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Kreativität

Kreativität jenseits von Vermarktungs- und Ergebniszwängen zu fördern, wird längst in weiten Bereichen der Wirtschaft als notwendiger Motor für lnnovationen angesehen. Jede Erfindung, wie bsp. das lpad, basiert auf einer verrückten ldee und deren Erforschung..

Eine kleine Geschichte: Das amerikanische Unternehmen Xerox war in den 1970er Jahren marktführender Hersteller von Fotokopierern. Aufgrund eines auslaufenden Patents rief das Unternehmen die führenden Computertechniker zusammen und steckte sie in ein Labor. Eine konkrete Aufgabe gab es nicht, nur etwas Neues zu entwickeln.

In diesem Labor wurde unter anderem der erste Laserdrucker erfunden, genauso wie das Ethernet, das Konzept des Laptops wurde dort entwickelt und die erste grafische Benutzeroberfläche erstellt.

Auch im personellen Bereich setzen heute viele Großkonzerne zum Beispiel Geisteswissenschaftler in Bereichen wie dem Personalmanagment ein. Der studierte Philosoph hat einen anderen Blickwinkel. Und Differenz birgt Reibungspotential. Das hat auch der Psychologe und Unternehmensberater Prof. Peter Kruse aus Bremen längst erkannt. Hier ein spannender Beitrag von ihm zu Kreativität und deren Rahmenbedingungen..

Es scheint nun ein wenig so, als gäbe es die Kreativen und die, die es eben nicht sind. Und vielleicht ist uns das auch aus dem eigenen Umfeld gar nicht so unbekannt? Spaltet denn die Veranlagung zur Kreativität die Menschen? Was können die „Unkreativen“ besser? Könnte die Kreativität vielleicht auch Bereiche vereinen, von denen das bisher nicht denkbar war? Der Journalist und Autor, Wolf Lotter, hat diese und ähnliche Fragen in dem Text „Die Gestörten“ aufgegriffen und vereint darin Wahres und Witziges zu diesem Thema. Der Text erschien im Rahmen des Dossiers „Die Zukunft der Arbeit“ im Wirtschaftsmagazin „brand eins“, das Lotter 1999 mitbegründet hat.

Das flausen- Stipendium will die Rahmenbedingungen von Kreativität für den Bereich der darstellenden Kunst schaffen. Die Grundidee ist es, Kreativität zu ermöglichen und zu fördern. Deshalb bietet das Stipendium Raum und Zeit ohne den Zwang ein Ergebnis zu produzieren.
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Mentoring

Als Personalentwicklungsinstrument, insbesondere in Unternehmen, aber auch beim Wissenstransfer in persönlichen Beziehungen bezeichnet Mentoring die Tätigkeit einer erfahrenen Person (Mentor/in), die ihr fachliches Wissen oder ihr Erfahrungswissen an eine unerfahrenere Person (Mentee oder Protegé) weitergibt. Ziel ist, den Mentee bei seiner persönlichen oder beruflichen Entwicklung zu unterstützen. Bereiche, die in Mentoring-Beziehungen thematisiert werden, reichen von Ausbildung, Karriere und Freizeit bis hin zur Persönlichkeitsentwicklung, Glauben und Spiritualität (Auszug aus: Wikipedia.org, Artikel „Mentoring“.

Wir sehen im Mentoring einen wichtigen Bestandteil des Stipendiums, der jeder Stipendiatengruppe die Chance bietet in einem besonderen fachlichen Bereich neue Sichtweisen auf die eigene Arbeit zu gewinnen. Es kann sich um einen Mentor aus dem vordergründigen Fachgebiet der Gruppe handeln oder auch um einen Mentor aus einem Fach, das der Gruppe bisher fremd ist. Die Mitglieder der Jury besprechen ausführlich wer als Mentor für die jeweilige Gruppe angesprochen werden soll. Einige der Fragen die sich die Jury bei der Sammlung von Vorschlägen stellt lauten: Was ist hilfreich für die generelle Arbeitsweise der Gruppe? Aus welchem Fachgebiet würde sich die Gruppe einen Mentor für ihr Residenzprojekt wünschen? Erfordert die Projektidee von den Stipendiaten neue Kompetenzen in einem Bereich zu entwickeln?

Generell verkörpert der Mentor durch seine fachliche Kompetenz und seinen Erfahrungsschatz einen professionellen Blick von außen. Insbesondere in der ungewohnten Forschungssituation kann dieser wertvolle Anregungen für den Arbeitsprozess liefern.

In manchen Fall ist auch die Differenz zur eigenen Arbeit des Mentors qualitativer Funke- denn wo Reibung ist (mit Prof. Kruse gesprochen), können neue Denkanstöße und mutigere Umsetzungsansätze entstehen.

Martin Stiefermann (Mentor Pilotgruppe 2011)
Mein Ziel war, die Gruppe in der Zeit ihrer Residenz, bei ihren Ideen zu unterstützen. Ich habe mich bemüht ihnen keine eigenen szenischen Ideen zu geben und habe ihre Arbeitsergebnisse nie korrigiert- sondern versucht sie auf neue Gedanken zu bringen und ihnen geholfen neue Arbeitsweisen auszuprobieren und mutiger zu sein den eigenen Ideen konsequenter zu folgen.…
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