24.
Jun
2015

Logbuch #16 – Woche 4

Einstieg / Überblick

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Nach den langen Improvisationen vergangener Woche nehmen wir uns vor, einzelne Elemente genauer zu untersuchen. Dabei geht es zum einen darum, Ideen, die im Warm-up aufkamen, als auch die Spielregeln von einigen Szenen zu klären. Schließlich ging es auch für uns in dieser Woche auch darum an einer Dramaturgie für die bereits gefundenen Formate zu arbeiten, die Formate zu schärfen im Sinne der Abfolge: Aufnehmen, Abspielen, Überspielen. Schlussendlich: War dann da ja auch noch die Präsentation und das Nachgespräch.

szenische Ideen und Spielregeln

→ Tönen, Text und Körpermanipulation
PerformerIn 1 steht im Raum und trägt Kopfhörer, der an einen Kassettenrekorder angeschlossen ist, über Kassettenrekorder und Kopfhörer hört PerformerIn 1 Stückerinnerungen anderer Personen bzw. Interviews
PerformerIn 1 beginnt zunächst zu tönen (Geräusche, Töne, Stimme geben – eine Suche nach organischen Klängen), um dann in den Text hineinzugehen
PerformerIn 2 „manipuliert“ PerformerIn 1, um die vergangene, sehr an andere Personen gekoppelte Emotionalität des Textes durch körperliche Impulse mit der Emotionalität von PerformerIn 1 einzufärben

→ Familienaufstellung
ein aristokratisches Fest beginnt. die edlen Gastgeber sprechen einen Toast auf die Gäste oder Teilnehmer des Festivals, etc.
die Namen, die von den Zuschauern stammen, sind dabei über die Kassettenrekorder nur für eine PerformerIn zu hören, diese spricht die gehörten Namen laut aus und die anderen PerformerInnen toasten auf ebenjenen Namen / Person

→ Stückanfänge

Stückanfänge
PerformerIn X steht von der Familienaufstellung auf und tritt ans Mikrofon, hier erzählt PerformerIn X eine Erinnerung an einen Stückbeginn
sobald PerformerIn X nicht mehr weiter weiß oder bemerkt, dass sie/er fehlerhaft erzählt hat, ertönt der Buzzer
danach geht PerformerIn X zur „blocking“-station („blocking“ ist eine Methode der Aufzeichnung von u.a. auf der Bühne gegangenen Wegen), hier versucht PerformerIn X, die Wege und äußerlichen Handlungen des entsprechenden Stückanfangs zu rekonstruieren

→ TraumzauberBühnenbild
PerformerIn 1 hört über Kopfhörer Beschreibungen von Bühnenbildern
PerformerIn 2 versucht diese zu „erraten“ – dabei beschreibt PerformerIn 2 über das Mikrofon an die Zuschauer gerichtet ein mögliches Bühnenbild
sobald PerformerIn 2 einen Fehler macht, wird der Buzzer durch PerformerIn X gedrückt

→ Transkript Anmoderation ZDF Hitparade

Bühnenbild Norman Anna 3
verschiedene Versuche mit den transkribierten Anmoderation der ZDF Hitparade von Dieter Thomas Heck szenisches Material zu erstellen:
Text 1:1 mit Musik der Hitparade
Text mit Loopstation: Was ist live und was nicht?…
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17.
Jun
2015

Logbuch #16 – Woche 3

Einstieg/ Überblick
Als Einstieg in die neue Woche machen wir eine Assoziationsrunde zu den Überbegriffen des Projektes: Lecture, Festival, Performance. Dies hilft uns, uns zu verorten und in Vergessenheit geratene Schwerpunkt neu zu sortieren bzw. erneut anzuschauen. Was ist uns hiervon wichtig, wo wollen wir weiter investieren?
Aus dem selben Grund wird die Stichwort-Cluster-Wand neu sortiert.

W3 Zettelsofa 2W3 Lecture -Impro

Es werden gedankliche Reihen und Gruppierungen gebildet, von denen aus man nun weiterdenken und konkretisieren kann.

W3 KassettenrekorderBreakdance-Tape
Außerdem besorgen wir Kassettenrekorder und alte Kassetten. Ein besonderes Schnäppchen ist dabei eine alte Breakdance-Kassette. Gunnar findet eine historische Tapete, die für das Nutella-Baumhaus dienen könnte. Ansonsten kaufen wir ein paar Probenkostüme, um während der Improvisation ein Gefühl dafür zu bekommen wer wir sind und wo wir hin wollen. Insgesamt geht es diese Woche viel um uns als Perfomer. Unsere Haltung und das Präsenations-Format des Interview-Materials. Wir versuchen eine Improvisation zu rekonstruieren und die besten Momente festzuhalten.

W3 facebook-the gang
Wir fahren zum Impulse-Festival und sammeln weiter Interview-Material. Es ist ein Riesenunterschied, ob man auf einem Festival ein Gespräch führt oder im FWT!

W3 zu Impulsen
Eine weitere Improvisationsrunde führt zunächst zur Krise und zwingt uns dann dazu bei unseren Ergebnissen noch genauer zu werden. Das ist gut!

Kostüm:
Es gibt Überlegungen zu Uniformierungen, Overalls oder Jumpsuits. Der Retro-Look, ein Mix aus verschiedenen Jahrzehnten ist ebenfalls eine Option. Hitparaden-Mischung. Um das Jahr 1966/67 kamen in der Mode zum ersten mal Retro-Elemente auf. Zuvor lief alles auf Innovation
und Fortschritt hinaus. Mode sollte immer neu sein. Die Designs von Pierre Cardin orientierten sich an Zukunftsfantasien und Science Fiction. Doch plötzlich begann man in der Mode und auch in anderen Gebieten, wie z.B. in der Musik rückwärts zu blicken. Der Swing der 30er beeinflusste neue Strömungen in der Musik, Hippies trugen Second Hand Kleidung als Life-Style-Statement. Was vorher ein Zeichen der Armut war, war nun hip. Sich auf diesen Zeitpunkt modisch (durch retro-futuristische Kleidung mit einem Hauch von Zeitgeist) zu beziehen würde durchaus Sinn machen und das Thema Nostalgie, Rückwärtsspulen und an vergangene Zeiten erinnern, sichtbar machen.…
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10.
Jun
2015

Logbuch #16 – Woche 2

Einstieg / Überblick
In unserer zweiten Woche setzten wir unseren Fokus auf die Auseinandersetzung mit One-to-One-Performances anderer Künstler und entwickelten eigene Formate, die wir im Selbstversuch und an Gästen testeten.

Impro1 Foto

Hand in Hand mit unseren Ideen für One-to-One-Performances geht die Frage, wie ist der Ort beschaffen und gestaltet an dem wir agieren werden oder schaffen wir eigene Räume? Wir entwickelten und sammelten einzelne Forschungsschwerpunkte, die für uns als Einzelpersonen interessant sind und im Rahmen unserer Performance relevant werden könnten. Es stand die Vertiefung unserer Interviewstrategien, die Auseinandersetzung mit dem Feedback unserer Mentorin Felizitas Kleine und die Entwicklung einer gemeinsamen Improvisationsmodus an.

One-to-One-Performances – die Installationen und Begegnungen

 

Ideen:
→ Handbad mit Handmassage (versteckte Audioaufnahme)
besondere Momente: angenehm, nicht unbedingt das Bedürfnis über Theater zu reden, sondern erst wenn die Teilnehmer damit anfangen wollen / gezielt nach Aussagen suchen oder wir lassen sie entstehen.
Daraus resultierende erkenntnishafte Idee: Stationen schaffen, wo es nicht nur um Theater geht, sondern die das atmosphärische Gespräch fördern

Foyer Erinnerungsbilder

→ Fahrstuhlfragen
2 Audiorecorder: 1 Recorder stellt fragen nachdem PLAY gedrückt wird, der andere ist für die Aufnahme der Antworten auf die gestellten Fragen gedacht

Befragung

→ intime Box / Erinnerungshöhle (das zukünftige Nutellabaumhaus)
sinnliche Einstimmung für den Eintritt in Erinnerungsräume: das atmosphärische Gespräch
Feststellungen:
als PerformerIn hört man schlechter zu aufgrund vielfältiger Aufgaben, um mit den Zuschauer zu flirten und zu umgarnen die Vorgehensweise lenkt ab vom Inhalt des Gesprächs
WUNDERBAR: mit der Leiter in eine andere Welt nach oben zu entsteigen
Entweder-Oder-Fragen können Bedrängnis auslösen

Familienbild

Impro 1 N A

→ Hütchenspiel
3 Becher, unter 2 von diesen sind Zettelchen mit Fragen versteckt unter dem 3. etwas Süßes; das Spiel wird nach der allseits bekannten Spielweise gespielt; je nachdem welcher Becher ausgewählt wurde, muss eine Frage beantwortet oder kann etwas Süßes gegessen werden

Gunnar StichworteBefragung 2

Fragen:
Warum ist der Gewinn etwas Süßes und das Verlieren eine Frage, wo es doch um das Befragen geht?…
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3.
Jun
2015

Logbuch #16 – Woche 1

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In der ersten Woche widmen wir uns sowohl der Darstellung von Erinnerungen, als auch dem Austesten unterschiedlicher Methoden Zuschauerkontakt aufzubauen und Befragungen durchzuführen. Erste Ansätze von Interviewstrategien werden untersucht. Auch der Kassettenrekorder als Aufnahme- und Abspielgerät von Erinnerungs-Schnipseln wird in den Fokus genommen. Was ist hier möglich? Was ist interessant?

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Als Inspirationsquellen dienen uns eine Arbeitsmethode der finnischen Theatermacherin Annika Tudor, die Produktion ‚Quizoola‘ von Forced Entertainment, eine Performance von Jerome Bel, ein Interview mit Christoph Schlingensief, in dem er über Anekdoten von der Arbeit im Theater erzählt, sowie die Interviews von Alexander Kluge.

Der Einstieg
Wir beginnen mit einem Gespräch über Erinnerungen im Allgemeinen und zeigen uns gegenseitig unsere mitgebrachten Objekte, die uns an vergangene Zeiten erinnern.
Die erste praktische Übung hat sowohl inhaltlich als auch formal Erinnerungen zum Thema. Hier werden aus den mitgebrachten Erinnerungen Texte generiert, die in Bewegung und Sprache übersetzt werden. Nach einem festen Muster werden von der improvisierten Szene mehrere Kopien/ Weiterentwicklungen abgenommen und später zu einer Gesamtszene kombiniert.
Außerdem sortieren wir unsere Gedanken, indem wir eine Cluster-Wand mit Stichworten erstellen. Zukünftige Ideen können so schneller einsortiert und kategorisiert werden. Wir unterscheiden folgende Punkte, an denen wir uns mal nacheinander, mal zeitgleich abarbeiten werden:

Ziele
Akquise des Publikums
Zuschauermitgestaltung der Präsentation
Ästhetik / Dramaturgie
Selbstverständnis von uns
Methoden der Darstellung v. Erinnerungen
Sonstiges
Körperübungen zum Thema ‚Erinnerung’
‚Jetzt‘-Wahrnehmung des Körpers vs. nach hineinblicken durch den Körper. Es wurden Situationen, Prozesse, Gegenstände beschrieben. Je konkreter die Erinnerungen, desto konkreter bzw. gegenständlicher, evtl. sogar illustrativer, waren die Bewegungen. Bewegungen in der Vergangenheit und Gegenwart (Jetzt-Wahrnehmung, etc.)
Das Erzählen von Erinnerungen bekommt 2 energetische Bewegungsrichtungen:
1. Exorzismus der Vergangenheit aus dem Körper (die Erinnerung aus dem Körper regelrecht herausstoßend erinnern).
2. Erinnern durch den Körper (im Körper gespeicherte Erinnerungen wach rufen, in dem man eine Haltung einnimmt, durch die man sich erinnert).…
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