22.
Aug
2017

Logbuch #29 Woche 4

#29 Und wir flogen tausen Jahre
Woche  04.
(02.08. – 08.08.2017)

Frauke Rubarth, Susanne Tod, Eyk Kauly, Thomas Nestler

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Die letzten Tage

Die letzten Tage sind geprägt von der Aussicht auf das Making Off am 13.8., wir versuchen aber dennoch, weiterhin „unbefangen“ zu forschen und versuchen uns u.a. an den Themen „Streit“ und „Einsatz von Wind“. Wir nutzen unsere Mentorengespräche in dieser Woche, um mit Kristin konkrete Fragestellungen zu bearbeiten.

Aus der Praxis…

Versuch 1 „Wind“

Einsatz der Windmaschine und Beschäftigung mit dem Thema Wind und seine Wirkung auf Objekte und Menschen. Hierfür setzen wir eine Windmaschine ein, pusten durch Rohre, fächeln uns Luft zu, blasen verschiedene Gegenstände auf (z.B. selbst genähte Rakete) usw.
Basis für die Spielsituation ist das Spiel „Planetenstrudel“, mit dem wir schon zu Beginn der Residenz gearbeitet haben.
Folgende Planeten werden in den Durchläufen gezogen und gespielt:

  • – „Planet der Sitzenden“ und „Planet Tierparadies“
  • – „Krabbelplanet“: das Bühnenbild wird auf die Bühne gepustet (Butterbrottüten) „Windplanet“: Steigerung von pusten  – Rohr – hin zur Windmaschine.

 

Versuch 2 „Synchronitäten“

Thomas und Eyk sollen folgende sechs Handlungen / Situationen möglichst zum selben Zeitpunkt im Spielablauf zeigen:

  1. image21. Suchen mit Ganzkörperdrehung
  2. 2. Sich deutlich kratzen
  3. 3. Suchen und Finden
  4. 4. Feuerwerk ansehen
  5. 5. Gemeinsamer Fingerflug
  6. 6. Sich verfliegen

Sie agieren jeweils in ihrer Welt, kommen jedoch an bestimmten Punkten zusammen und führen ihre Handlung gleichzeitig / synchron aus (siehe die oben beschriebenen sechs Handlungen) sollen.

Erkenntnis: es ist genau zu unterscheiden, ob es sich um Momente handelt, die

  1. 1. Nicht synchron geschehen, aber jeder führt sie allein aus (z.B. Kratzen);
  2. 2. synchron geschehen, im Kontakt miteinander (z.B. Fingerflug);
  3. 3. synchron geschehen, ohne Kontakt zueinander (z.B. Feuerwerk ansehen)
  4. 4. gleich ausgehführt werden, teil-synchron mit Berührung der anderen Welt (z.B. Papierwurf über Wand)

Zu beachten ist hier vor allem, in welchem Moment die Handlungen geschehen, und welche Signale es zwischen Eyk und Thomas gibt, um mehr Synchronität zu erlangen oder auch für „gezielte Versetztheit“.…
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10.
Aug
2017

Logbuch #29 Woche 3

#29 Und wir flogen tausen Jahre
Woche  03.
(02.08. – 08.08.2017)

Frauke Rubarth, Susanne Tod, Eyk Kauly, Thomas Nestler

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Und was noch? Übersetzungsprozesse – Texterarbeitung neu gedacht…

In dieser Woche beschäftigen wir uns sehr viel mit Textarbeit und dem Experimentieren damit auf der Bühne. Zunächst erarbeiten wir einen Text ausgehend von improvisierter DGS. Dieser Übersetzungsprozess dreht die sonst meist übliche Arbeitsweise um, einen geschriebenen Text in DGS zu übersetzen und dann damit auf der Bühne zu probieren. Wir gehen von der DGS aus: Eyk improvisiert Inhalt zu Themenstellungen, diese werden schriftlich erfasst und zu einem Text „geformt“.

Ausschnitte zum Übersetzungsprozess – Entstehung eines Texts

image2a) Themenstellung für Eyk, der dazu in DGS improvisiert
Themen: „Auf der Erde“, „Raketenstart“ und „im All“.

b) Grobübersetzung des gebärdeten Inhalts (Eyk und Susanne)
Susanne erstellt direkt während des Improvisationsprozesses von Eyk die Grobübersetzung. Textausschnitt:

Die Erde

Wir nähern uns der Erde und kommen an eine Klippe. Die starke Brandung schlägt gegen die Klippe. Ein Mann sitzt oben auf der Klippe und sieht in den Himmel. Die Sonne geht langsam im Meer unter. Es wird Nacht, viele Sterne sind am Himmel. Ein Stern ist anders, er „leuchtet langsam“. „Ist das ein Stern? Ein Planet? Was ist das? Keine Ahnung!“. […]

c) „Verfeinern“ der Grobübersetzung im Austausch mit Thomas, Eyk und Frauke -> Erzähltext

Dieser Prozess erfolgt in mehreren Schritten, der Text verändert sich stetig. -> Fortsetzung des Prozesses: mit den Bühnenproben auch immer überprüfen, ob Text auch wieder reduziert werden kann. (s.u.)
Hier zwei Textausschnitte:

Die Erde

Die Erde. Mit schäumender Gischt schlägt die Brandung gegen die Klippen am Ufer. Dort oben, auf dem Felsen sitzt ein Mann und schaut in den Himmel.
Langsam versinkt die Sonne im Meer und aus der Dämmerung wird dunkle Nacht. Vereinzelt leuchten Sterne auf und es werden immer mehr, bis schließlich das ganze Himmelszelt von ihnen erfüllt ist.…
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3.
Aug
2017

Logbuch #29 Woche 2

#29 Und wir flogen tausen Jahre
Woche  02.
(26.7. – 02.08.2017)

Frauke Rubarth, Susanne Tod, Eyk Kauly, Thomas Nestler

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Arbeitstische

Bühnenraum und Material prägen die 2. Woche

  • Am Ende unserer ersten Arbeitsphase entscheiden wir, uns für einen Tag lang aufzuteilen: Frauke und Susanne arbeiten an Auswertungen, Fragestellungen und der Dokumentation, Eyk und Thomas versuchen verschiedene technische Ideen zum Thema „Schweben und Schwerelosigkeit“ umzusetzen. Dieser Zwischenstopp erweist sich als sehr sinnvoll, um zu klären, wie wir nach den Tagen, an denen wir uns nicht sehen, weitermachen können und wollen, und welche weiteren Materialien wir benötigen.
  • Aus Hamburg bringen Frauke und Thomas diverse Requisiten, Instrumente (z.B. Didgeridoo, Klangschale, Saxophon) und Materialien (Ballonstoff, Nähmaschine, Windmaschine) mit.
    Mit denen wollen wir in den kommenden Tagen arbeiten. Wir haben große Lust, nach der Konzentration auf Sprache und Zeichnungen in den vergangenen Tagen, uns auf Material zu stürzen, zu nähen und zu bauen.

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  • Unsere drei Orte funktionieren gut: der Gedanken-Ideen-Raum wächst und erweist sich mehr und mehr als eigener Forschungsraum und „Ort des Sortierens“. Und ein neuer wichtiger Ort entwickelt sich: der kreative Pausenraum.

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  • Daneben probieren wir Instrumente aus: Verstärkung der Bässe durch den Subwoofer, Erspüren von Vibrationen an Plexiglas, Folien, Papier, Holz, …

Bisher sind diese aber nicht zufriedenstellend. Die Ergebnisse zu schwach, zu stark an Lautstärke gebunden.

  • Wir haben Besuch von Fraukes Sohn (5 Jahre alt), dem wir vergangene Woche bereits ein Video geschickt hatten. Er darf aber nicht nur zuschauen, sondern in einer kurzen Sequenz mit Eyk gemeinsam agieren. Zum Beispiel wiederholen die Beiden Aufgaben zum Thema „Einsamkeit“, die Eyk und Thomas schon gemeinsam gespielt hatten.

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Praktische Forschung und Fragestellungen

  • Kommunikation: Wie findet die Kommunikation zwischen Thomas und Eyk statt, wenn sie alleine arbeiten?
  • Das Thema „Kommunikation in der Gruppe – wann kommunizieren wir wie miteinander?“ begleitet uns im Prozess des Arbeitens.

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1.
Aug
2017

Logbuch #29 Woche 1

#29 Und wir flogen tausen Jahre
Woche  01.
(18. – 25.07.2017)

Frauke Rubarth, Susanne Tod, Eyk Kauly, Thomas Nestler

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Ankommen und Einrichten des Raumes

  • Einrichtung der Bühne mit dem Bühnentechniker: Mobiler Beamer mit Leinwand, Beleuchtung und Ton
  • Im beginnenden Forschungsprozess richten wir zunächst in drei Orte ein: Forschungsspielraum, Gedanken-Ideen-Raum und „Zwischenraum“. Im Gedanken-Ideenraum werden Gedanken und Ideen sortiert und visualisiert und so Prozesse aus dem Spielraum aber auch den Köpfen dokumentiert.
  • Wir entdecken den Raum für uns: Warm Up und freie Improvisationen im Raum – jeder für sich, in der Begegnung und in der Gruppe – Beschaffenheit, Formen, Geräusche und Klänge.
  • Thema in der Gruppe: Kommunikation miteinander – Frauke und Thomas haben bereits im Vorfeld damit begonnen, das Fingeralphabet und erste Gebärden zu lernen.
  • Am 2. Tag: Eröffnungsgespräch mit Gebärdensprachdolmetscherin für Eyk. Die Kommunikationssituation ist für einige in der Gesprächsrunde ungewohnter als für andere; sehr schönes und ermutigendes Gespräch zur Residenz und den Forschungszielen.

Praktische Forschung  und Fragestellungen

  • Kommunikation: wann sprechen wir? Wann gebärden wir? Wie können wir noch kommunizieren? Wie sieht die Kommunikation im Team aus (auch im Alltag)? Was braucht jeder einzelne?
  • Planeten-Lotterie – ein Glücksspiel: erfundene Planeten werden aus einem Hut gezogen und in Improvisationen dargestellt. Wir entdecken erste visuelle Umsetzungen von Lauten / Geräuschen (z.B. Schrei = Papier aus dem Mund)
  • Einführung der Kommunikationszeit ohne gesprochener Sprache. Es gibt an jedem Tag eine Zeit, in der wir ohne gesprochene Sprache kommunizieren.
  • Arbeit mit Techniken des Wiederholens und Kopierens von Handlungen, Zeichnungen von Gesehenem auf einer Flipchart erweitern das Experimentieren.
  • In den ersten beiden Tagen liegt der Schwerpunkt inhaltlich auf dem Experimentieren mit unterschiedlichen Vorstellungen von Planeten: wie findet dort Kommunikation statt? Haben die Planeten selbst eine gewisse Qualität oder die Bewohner auf ihm? Sind wir Bewohner oder Besucher eines Planeten? Mit unterschiedlichen Dichten und Qualitäten der Planeten spielen, aber wie?

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