9.
Mrz
2017

Logbuch #27 Woche 4

Mittwoch, 22. Februar
Rahel

Ablauf erstes Drittel geprobt, Steffen war Gast: Empfang, Begrüßungsreden, Toast, Impulsreferate, Hymne. Vorspeise, 1.Gang …

Proben einige Vorschläge für Konsumzeit praktisch en block: Monologe, Lieder, Gedichte…

Dann haben wir mit Steffen die Umsetzung der 4 Zeitsorten für die Zuschauer erprobt.

Es gibt auch bei uns Konfliktpotential zwischen den Generationen. Könnten wir am Abend einbauen in Vorstellung des Generationenpaktes.

Wir treffen Winfried zur Beratung und Absprachen fürs Making Off.

Freitag, 24. Februar
Steffen

Lange Fahrt von FFM nach Oldenburg, mit unserem „Outseeing Eye“ Philipp Schulte im Auto. Einführungsgespräche.

Nach gemeinsam Mittagessen verwickeln wir Philipp als Testbesucher für 100 Minuten in unsere Tischgesellschaft und bisherige Materialien, Szenen, Spiele, Texte. Anschließend Auswertungsgespräch.

Konsequenzen für die weitere Forschung in gebotener Kürze:
• Partizipative Anteile noch deutlich erhöhen, demgegenüber Sinnliches und Informatives stärker verschmelzen
• Den „spontanen“ und improvisatorischen Charakter noch weiter ausbauen, da er dem Zuschauer hilft, sich als Teil des Ganzen zu verstehen und Lust weckt zum Mitmachen anstatt in eine Konsumhaltung zu rutschen
• Mehr „lokale“ Gespräche am Tisch und Abwechslung anstatt alles für alle
• Dadurch wird das Lernen von Debattenhandzeichen überflüssig
• Unser eigenes Zeitinvestment deutlicher vorstellen/herausarbeiten
• Die 4 Zeiten nicht einfach via Definition vorstellen, sondern im gemeinsamen Gespräch entstehen lassen und herausdestillieren (sie auch indirekt schon beim ersten Mantel-Abnahme-Gespräch ein bisschen abfragen „Kommen Sie gerade von der Arbeit?“ et.), dann erst Dath-Definition nachliefern
• Zeit-Torte als zentrales Tool deutlicher in den Fokus rücken
• Die Zuschauer über die Zeit-Torte noch deutlicher ihren eigenen Wunsch ausdrücken lassen (Frage, wie man das schnell auf ein Zeitmodell zur Umsetzung hochrechnen kann oder durch entsprechende Vorbereitung der Zeit-Torte rasch ablesen kann)
• Anstatt einen Ältestenrat/Jüngsten zu wählen, aus den Zeit-Torten je einen Experten aus den Zuschauerreihen für eine der 4 Zeiten ernennen
• Evtl. die erste „Testrunde“ bereits mit dem ersten performativen „Durchgang“ durch die 4 Zeiten verschmelzen
• Idee, 4 Gruppen je eigene Zeitaufteilungen ausprobieren zu lassen, quasi in „Konkurrenz“ zueinander
• Format der Probe/des Rehearsal Dinners einmal klar setzen, dann nicht mehr permanent auf „Probesituation“ verweisen
• BIG DATHA, Orakel, als starkes für sich stehendes Ding im weiteren Prozess genau im Auge behalten, wie eine Einbindung sinnvoll/gelingend sein kann → sonst evtl.…
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24.
Feb
2017

Logbuch #27 Woche 3

Mittwoch, 15. Februar
Andreas

Training.

Texte werden redigiert und das Logbuch der 2. Woche auf Stand gebracht und abgeschickt.

Ein Interesse weckendes, Laune machendes Pressefoto wird gebraucht. Von unserem Thema einer Tischgesellschaft ausgehend legen wir erst unsere Flipchart-Blätter aus und bauen eine „Tafel“, Rahel bearbeitet das Foto mit Photoshop.

Rechenprobe_kleiner

Aus der Fotoarbeit wird ersichtlich was für einen großen Ideenpool wir haben.

Wir gehen die einzelnen Stationen durch. Was für inhaltliche Fragen, was für spielerische  Situationen tun sich auf. Diese Fragen immer stark vor dem Hintergrund einer sprachgesteuerten Überwachung unserer 4 Zeiten durch einen Computer. Was für ein Programm braucht es? Tobias Schmitt, ein Informatiker, kommt am Montag und wird uns beraten. Die Performer müssten dann spontan reagieren mit den von ihnen vorbereiteten Szenen, Lectures, Monologen auf das jeweilige angesagte Thema.

Wir recherchieren nach Kochgeräten (Asiatischer Feuertopf) für die Tafel.

Angelika stellt ihre Lecture über Zeit und Pause vor.

Vorstellung der „Szene“ aus Daths Roman Deutsche Demokratische Rechnung „Beratungen sind die halbe Verwaltung“, Lesen mit verteilten Rollen.

Überlegungen, wie wir sozialistische Übungen als Körper-Raum Erfahrung umsetzten könnten.

Rahel erzählt anhand von Internet-Artikeln: Wie der Tisch im Barock zur Bühne wurde.

Blog06

Donnerstag 16. Februar
Rahel

Scheint mir, seit gestern hat sich etwas unmerklich verlinkt, auch wenn wir’s leider noch nicht auf der Bühne erprobt haben.

Steffen hat Textauszüge zur Einteilung der 4 Zeitsorten heraus gesucht. z.B. aus Staat und Revolution von Lenin: 6h körperliche Arbeit, 4h politische Arbeit. Bei Dath: 5h Arbeitszeit, 5h politische Zeit (einschl. organisatorische Arbeit). Wir reden über die Wichtigkeit des Zufalls, der Zeitverschwendung, der Pause (Christa Wolf, Dath).

Angelika merkt an, dass wir die Summerhill School (antiautoritäre Erziehung) auch mit rein nehmen sollten.

Haben die Bühne umgebaut mit langer Tafel, Mikros und Kamera, 2 Leinwänden, Keyboard, Kredenztisch, Garderobe, Eck für unbestimmte Zeit…

Angelika zeigt uns Artikel zu Roboterwesen aus Oxi und Moderner Technik, die wir z.B.…
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16.
Feb
2017

Logbuch #27 Woche 2

Mittwoch, 8. Februar
Andreas

Feldenkrais und Stimmtraining nach Kristin Linklater.

Danach ist der Tag so geplant, dass jeder für sich alleine forscht.
Thema liegt in der Luft. Die Dathsche Einteilung der Zeit nach:

1. Arbeitszeit
2. Politische Zeit
3. Unbestimmte Zeit
4: Konsumzeit

Das war nicht explizit eine Aufgabe, die wir uns vorgenommen hatten, aber unabgesprochen waren wir alle vier in die gleiche Richtung inspiriert.

Am späten Nachmittag Vorstellen der Ergebnisse:

Andreas: Planspiel, brettspielartig,
Rahel: Verschiedene Aspekte eines Planspiels mit architektonischem Blick.
Angelika: Planspiel mit Einbeziehung einiger bisherigen Ideen (Computer, Roboter u.s.w.)
Steffen: Planspiel verwandt mit Angelikas mit noch anderen literarischen Aspekten.

Donnerstag 9. Februar
Angelika

Der Morgen – mit Theorie gefüttert werden:

Steffen liest aus: Hans Christian Dany: Morgen werde ich Idiot. Kybernetik und Kontrollgesellschaft.
Die goldenen 70er Jahre der Kybernetik sind schon vorbei. Gibt es ein Comeback?

Liest aus: D. Dath Der Implex. Das Neue gibt es nicht ohne das Alte.

Und vom selben Autor aus Lichtmächte (von 2013) D.D. vergleicht Strategien und Taktiken der Aufklärung mit heute. Es braucht: Manifeste, Netzwerke, Clouds. Befinden wir uns bereits in einem neuen Daten-Feudalismus? Und Auswertung und Diskussion über das Gehörte – tolle Texte, die könnten verwendet werden.

Vorbereitung: Arbeitsaufträge wenn die Musiker da sein werden – und wir fragen nach einem Klavier.

Feldenkraistraining.

Auf der Bühne – die neuen Vorschläge für den Raum konkret ausprobieren. Könnte die Tribüne abgebaut werden um denn gesamten Raum zur Verfügung zu haben. Frage Trennung Zuschauerraum – Aktionsraum?

Wir erproben inwieweit Sound – Text – Gespräche – Diskurse – ein theatraler Monolog nebeneinander im Raum möglich wären. Da werden wir genau achten müssen was zur gleichen Zeit parallel geschehen kann.

Gespräch mit Winfried über technische und inhaltliche Fragen, vor allem wie ist der Zuschauer als Teilnehmer einzubeziehen ohne ihn/sie abzuschrecken oder zu überfordern?
Das kann am ehesten gelingen, wenn es einen Vorlauf gibt, Zeit und klare Spielregeln – lustvolle.…
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14.
Feb
2017

Logbuch #27 Woche 1

Flausen Residenz #27 „Deutsche Demokratische Rechenprobe“
Logbuch
– Erste Woche –

Mittwoch, 1. Februar
Andreas, Wu Wei Theater

1. Tag in Oldenburg. Ankunft im Theater Wrede. Wir, Wu Wei Theater Frankfurt und helfersyndrom, zwei Generationen mit unterschiedlichen biographischen Erfahrungen und Theatersprachen, dürfen nun gemeinsam künstlerisch erforschen, wie und ob man den Computersozialismus performativ (unter unserem Platzhalternamen „Planspiel“) umsetzen kann.

Mit dem Wort „Forschen“ hab ich immer etwas Schwierigkeiten, wenn ich mir einen künstlerischen Prozess“ vorstelle. So trocken. Interessant ist, dass wir gestern Nacht beim „Absacker“ in der Wohnung über Daniel Kehlmanns Roman Vermessung der Welt redeten und, dass dieser so gut reüssierte, weil dem Leser womöglich das Thema „zerstreuter Professor“ so gut gefiel. Er konnte sich dabei wohl gut über die „trockenen“ Wissenschaftler belustigen. Vielleicht aus diesem Grund mein komisches Gefühl.

Aber absolut überwog jedoch gestern der so warme Empfang des Theater Wrede Teams. Winfried, Marga, Mareike. Absolut beeindruckend mit welchem Elan, politischem Engagement, persönlichem Einsatz (Winfried Wrede an der Spitze) sie diese Idee von Flausen darstellen und uns offerieren. Ein ganzes Theater, mit Generalschlüssel, für 24 Stunden am Tag, für vier Wochen, mit Infrastruktur, Kaffeemaschine, Technik, Fahrräder und einer Riesenwohnung. Ein Traum.

Die Bedingung  ist nur: Ihr dürft, ihr sollt machen was ihr wollt (zu eurem Thema) ihr sollt Umwege gehen. Ihr dürft sogar Scheitern. Es muss, es soll am Ende gar kein schon fertiges Stück dabei herauskommen. Ihr dürft scheitern.

Es fällt mir der schöne Satz von Peter Brook ein: „Der Blinde führt den Lahmen“. Oder das weiße Blatt, vor dem der Schriftsteller am Anfang eines Buches sitzt. Oder Peter Löscher, der drei Wochen vor der Premier sagte „Ich habe keine Ahnung“ – und dann ging er aufs Klo und hatte Dünnschiss.

Das ist vielleicht das Schwerste für uns „Macher“ zu sagen ich bin bei Null, und mache nicht gleich das erste Beste.…
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