25.
Apr
2012

Logbuch #3 – Tag 33

Tag 33 – 25.04.2012

Der letzte Feinschliff oder  Bloß kein Stress. Es ist ja  gar keine Premiere!

Der vorletzte Tag unseres  Flausen Stipendiums  begann wieder mit der  Einzelarbeit  an unseren  verschiedenen  Arbeitsständen, die nun  immer mehr Form  annahmen.

Es ging also  heute alles ums  Zusammenbauen und  Zusammenfügen, was sowohl die Hardware als auch die Software, also unseren Inhalt  anging.  Das Utopienvideo für die Zeitschleuse wurde fertig gestellt und auch der Kiosk  eingerichtet. Am Kiosk gab es nun ein „Geöffnet“ Schild zu bewundern und ein paar  Gummibärchen zum Verzehr.

Das Utopienvideo wurde mit Hannah und mir synchronisiert und der Fernseher auf Hannah richtete ihren Erfahrungsraum weiter ein und Karo stellte das Schulrätsel  wieder her und optimierte das Vertragsrätsel im ehemaligen „Zukunftsraum“.  Eva hatte derweil immer noch ein paar Schwierigkeiten mit ihrem „Haushalt“ und  „schaffte es noch nicht ganz allein“… sagt ihr Mann. Die elektrische Orangenpresse war noch nicht geliefert worden und das Fahrrad lieferte  immer noch zu wenig Strom. Nach der Pause sollte unser fahrradbetriebener Generator  für die Orangenpresse aber erfolgreich repariert werden. Würden 10 Km/h reichen?

Nach der Pause kam auch Jan Deck dazu und wir zeigten ihm unseren momentanen  Arbeitsstand. Außerdem besprachen wir den Ablauf der Präsentation mit ihm. Wir  legten fest, dass wir uns morgen um 11 Uhr zum Durchlauf treffen und alle Räume mit  Zeituhr, bzw. Wasseruhr-Rhythmus durchgehen würden.  Hannah hatte bereits einen ausgeklügelten Ablaufplan erstellt, in dem die Dreiergruppen  oder auch Vierergruppen durch alle Räume geführt werden sollten. Karo hatte indes das Foyer einrichtet, hier hingen jetzt unsere Arbeits- und Brainpläne  zum Anfassen. Eva hatte ihren Saftladen optimiert und ich den Magnet Rekorder des  Jahrtausends besprochen.

 

 

 

 

 

 

 

Nun noch ein paar Tagebuch Einträge für das Radio im Foyer eingesprochen und  gespannt sein auf morgen. Ach ja. An ein paar Textsicherheiten sollten wir noch arbeiten. …
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24.
Apr
2012

Logbuch #3 – Tag 32

Tag 32 –  24.04.2012

Konzept? Konzept!

Die Vormittagsprobe verbringen wir damit die von uns angefangenen Räume weitestgehends fertig zu stellen. Hannah bastelt und beschriftet ihre Pappcity, Eva konzipiert ihr Spiel in der Küche und Matze schnippelt am Film für den Utopienraum. Ich bereite die Vertragskonzepte und das Protokoll für mein Verhandlungsspiel im Vertragsraum vor. Fleißig basteln alle vor sich hin und daten die anderen up. Wir kommen gut voran und die Räume fangen an sich nach etwas anzufühlen. Zum Mittag fahren wir nach Hause um die großen Töpfe Spargelsuppe von gestern alle zu machen. Im Anschluss treffen wir uns mit Jan um nochmal abseits des Making Ofs über das grundsätzliche Konzept zu sprechen, was in den Vorbereitungen auf das Making Of ein bisschen in den Hintergrund gerückt ist. Wir besinnen uns auf unserer verschieden Ansätze und reflektieren, was wir an den Themen mochten und an welchen Punkten sie uns Schwierigkeiten bereitet haben. „Zukunft“ – ein Thema, das beide Generationen in unterschiedliche Weise betrifft, sehr komplex und verschiedenste Lebensbereiche und Themen umfassend. Warum nicht „Kindheit“ als Thema? Wir hatten da doch die Utopie, bzw. Dystopie, von einer Zukunft, in der natürliche Geburten abgeschafft werden und Kinder über Reproduktionstechniken und Klonen hervorgebracht werden. Damit löst sich die Elternschaft auf und die Gesellschaft wird nicht mehr durch Familien geprägt. Außerdem wird die Kindheit abgeschafft. Kinder müssen möglichst schnell erwerbstätig und selbstständig sein. Über diesen Utopienentwurf kommen wir auf das Thema „Verantwortung“. Wenn Verwandtschaft und Elternschaft abgeschafft wird werden auch Verantwortungsverhältnisse neu bestimmt. Verantwortung wird nicht mehr von Individuum zu Individuum übernommen. Es ist keiner mehr für den anderen verantwortlich. Kein „Eltern haften für ihre Kinder“. Verantwortung wird nur noch für den Staat übernommen. Was bedeutet das? Kindheit geht verloren, weil der Schutzraum der Kindheit nur besteht, wenn einer die Verantwortung für das Kind übernimmt. …
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23.
Apr
2012

Logbuch #3 – Tag 31

Tag 31 – 23.4.2012
Die Forschung ist unser Inhalt und alles geht plötzlich wie von selbst

Wir kommen um 10 Uhr im Theater an und reisen in unsere eigene Vergangenheit. Denn gestern war die Produktion „Avanti“ im Theater Wrede und hat ohne uns unser Bühnenbild wieder aufgebaut. Leider aber nicht so, wie wir es am Sonntag übergeben haben, sondern so wie es auf Fotos von vor 2 Wochen zu sehen war. Plötzlich stehen da wieder die Bierbänke, die Stühle sind umgedreht auf der Tribüne, eine Leinwand steht oben am Geländer. Vom „Kiosk“ und de Bretterwand nichts zu sehen…Oh man

Und jetzt alles wieder aufbauen? Aber wie genau?

Unsere Idee von gestern scheint die Lösung zu sein. Gerade noch dachten wir, dass weiter bauen keinen Sinn macht, weil uns ganz einfach der Inhalt fehlt. Es führt zu nix, man könnte tausend Dinge machen…alles schön und gut…aber wo ist der rote Faden? Jetzt aber haben wir unseren Inhalt: unsere Forschung. Direkt sprudeln die Ideen, wie man diesen Inhalt in verschiedenen Räumen darstellen kann. Das ist ein befreiendes Gefühl, die Richtung zu wissen! Bzw. das Ziel von allem.

Doch bevor wir wieder froh drauf los basteln, müssen wir uns noch auf unsere verschiedenen Forschungsaspekte einigen, die wir darstellen wollen. Und welches Ansatz zu welchem Raum passt.

Das ist garnicht so einfach. Wir wollen ja bei aller Vielfalt dennoch den Zuschauern die Möglichkeit bieten, zu verstehen, was wir versucht haben. Der Zusammenhang zwischen den „Arbeitsständen“ sollte erkennbar und nachvollziehbar sein. Da eine Logik hineinzubekommen ist nicht einfach. Matze nervt unsere Gerade, er will anfangen zu bauen, gerade auch weil bald die Techniker kommen und noch einige andere Termine anstehen.

Aber gut durchdacht ist halb gebaut, sage ich und wir planen noch zu Ende.

Dann steht fest:

Kiosk/Tribühne – Das Leitsystem Wasseruhr und Kioskman

Kassettenraum – Kommunikation zwischen Kindern und Erwachsenen

Saba-Raum – Vertragskonzepte

Pappcity – Erfahrungsraum (Kindheit)

Schule – Rätsel (Erziehung innerhalb verschiedener Zeiten)

Küche – Game, Wettbewerb

Schleuse – Utopien

Dann teilen wir uns auf die Räume auf und legen los.…
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22.
Apr
2012

Logbuch #3 – Tag 30

Tag 30 – 22. April
Sonntag. Wir treffen uns um 11h am Küchentisch. Damit das ganze nicht wieder in endloses Reden zerfasert, soll erstmal jeder jeweils ein paar Minuten zu den folgenden Fragen im Stillen nachdenken und dazu was aufschreiben: Was ist mir wichtig an dem Projekt? Was haben wir in den letzten Wochen herausgefunden? Was war ein Irrweg? Was will ich noch von der kommenden Woche? Dann besprechen wir die Punkte und räumen uns dafür limitierte Zeit ein, um uns zu disziplinieren.

Zur ersten Frage, was ist uns wichtig, kommen ziemlich schnell wieder alle Aspekte ins Spiel, der Diskussions- und Verhandlungsraum, der Begegnungs- und Erfahrungsraum, darin das Ziel die verschiedenen Perspektiven von Kindern und Erwachsenen wahrzunehmen und beide auch unterschiedlich anzusprechen, und dann auch die Zukunftsutopien, der Wunsch, Zeit erfahrbar zu machen. Bei uns allen steht vor allem der Begegnungs- und Erfahrungsraum im Vordergrund, doch hier steht uns noch radikales rauswerfen bevor, irgendwann müssen wir uns entscheiden. Aber heute passiert es noch nicht. Bzw. jetzt noch nicht. Wir besprechen weiter die Punkte. Vielleicht kommen wir doch noch weiter.

Zu Forschungsergebnissen mischen sich ziemlich schnell die Irrwege, schließlich haben diese auch zu Erkenntnissen geführt. Die Haupterkenntnis für uns alle ist: Man testet idealerweise eigentlich erst, wenn das Konzept steht. Haben wir irgendwo vorher gespürt, aber von Ju dann auch bestätigt bekommen. Man kann sich dann doch auch auf das eigene Gespür verlassen, ob und wie etwas funktioniert, außerdem kann man davon ausgehen, dass sich 99% des Publikums auch so verhalten, wie es ihnen gesagt wird. Für die Zukunft kann man festhalten, dass wir noch konsequenter im Gedankenspiel Prozesse durchgehen können, uns in die Rolle der Zuschauer versetzen, den Ablauf durchleben, und so jeden Schritt untersuchen und überprüfen.

Viele Einsichten beziehen sich  auf die Arbeitsweise: Auch oder gerade in der Forschung braucht man eine konkretere Ausgangssituation, wir haben uns durch die Offenheit von allen Aspekten sehr oft verloren (sowohl wie die Verhandlung zwischen Kindern und Erwachsenen läuft, was die Zukunftsutopie ist – und ob es sie überhaupt gibt – und wie das Format genau aussieht), sind immer wieder vom Kleinen ins Große, dann wieder vom Überbau ins Detail gegangen, ständig zwischen Grundkonzept und kleinen in sich funktionierenden Strukturen hin und her gerissen, wo verweilen.…
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21.
Apr
2012

Logbuch #3 – Tag 29

Tag 29 – 21. April
Für heute, Samstag, haben wir nur wenige Punkte auf unserem Plan, schließlich ist Wochenende und wir haben auch Sonntag noch was vor. Heute wollen wir vor allem die Tagebücher lesen, und so mit der Reflexion unserer flausen-Zeit beginnen.

Während Hannah im Zug auf dem Weg zu einer Podiumsdiskussion nach Hildesheim ist, fahren Karo, Matze und ich nach dem Frühstück zeitig auf den Flohmarkt. Diesmal nicht kurz vor Schluss, sondern um elf. Aber komisch, wie bei unserem letzten Flohmarkt-Besuch war am Morgen erst schönes Wetter, und sobald wir auf den Fahrrädern sitzen, ziehen alle Wolken zu und es beginnt zu regnen. Aber wir lassen uns wieder nicht davon abhalten, sondern fahren weiter. Alte Fotos, Uhren und Kassetten haben wir auf unserer Liste stehen, finden aber nichts, beziehungsweise nichts günstiges und wissen dann auch doch nicht, wie viel Sinn es jetzt noch macht, ausführlich auszustatten. Dafür verliebt sich Karo in ein Fahrrad, und wir verlassen den Flohmarkt diesmal nicht mit einem Trimmrad, sondern einem echten Hollandrad.

Wieder zu Hause, ruhen wir uns ein bisschen von der letzten Woche aus und verbringen die meiste Zeit damit, unsere bisherigen Tagebücher zu lesen, über die wir am nächsten Tag reflektieren wollen und werden. Und um 18.30 ist auch schon die erste Vorstellung unseres heutigen Theater-Marathons, bei dem wir 4 Stücke sehen wollen, was sogar klappt. Trotz Überschneidungen und zwischendurch verlorenen Schlüsseln und Handys: Pazz macht Spaß.…
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20.
Apr
2012

Logbuch #3 – Tag 28

Tag 28 – Tagebuch  Zukunftsplenum  Oldenburger Flausen  20.04.2012

Die Ruhe vor dem  Sturm oder Der große  Orga-Tag!

In weniger als einer  Woche wird unsere  Residenz im theater wrede+ in Oldenburg  und damit unser Flausen Forschungsstipendium beendet sein. Zeit für den großen Orga-Tag!
Wichtig hierbei: Wie wollen wir in der letzten Woche proben und was wollen wir noch erreichen? An erster  Stelle steht das Konzept fertig zu stellen, dicht gefolgt von der
Umsetzung und  Präsentation des Making Ofs.  Wir erstellen einen Endprobenplan, wo wir alle Sperrtermine und Pazz Besuche für die  kommende Woche eintragen.
Auch geht es schon um die Abbau Organisation. Wie  schnell die Zeit doch vergangen ist…  Wir reservieren ein Mietauto, mit dem wir am kommenden Freitag alles was uns gehört  nach Hildesheim und Hannover fahren können. Hannah wird das Auto von Oldenburg  nach Hildesheim fahren und ich werde mit dem Zug und meinem Fahrrad das Auto in  Hildesheim in Empfang nehmen und nach Hannover fahren, um dort meine Sachen  auszuladen und das Auto wieder abzugeben. Das wird sicher ein langer Tag. Denn die  Wohnung muss noch sauber gemacht und alle restlichen Rechnungen eingereicht  werden.  Weiterhin klären wir, wie wir nun weiter proben und forschen wollen. Wann wollen wir  das ganze mit Jan nochmals durchgehen? Wie wird die Diskussion aussehen und wer  wird diese leiten? Außerdem wollen wir morgen nochmals auf den Flohmarkt um ein  paar Uhren und Kassetten zu kaufen. Am Sonntag planen wir eine Reflektion der  Flausentagebücher und wollen daraus das Making Of entwickeln. Hannah wird ja  morgen in Hildesheim sein und so können wir den Samstag zum Tagebuch lesen nutzen.
Der Orga -Tag dauert wie erwartet länger als gedacht! Dieser Satz widerspricht sich  zwar, ist jedoch wahr. Es gibt auch weiterhin noch viel zu klären wie die nächste Proben-  und Forschungswoche ablaufen, doch so richtig festlegen können wir uns nicht.Am Abend besuchen wir das Herbartgymnasium in Oldenburg, um dort zwei  Theaterstücke zum Thema Zukunft zu sehen.…
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19.
Apr
2012

Logbuch #3 – Tag 27

Tag 27 – 19.4.2012

Immer im Kreis und dann kommt Ju
Wir beginnen den Tag mit einem Brainstorm zu der voranschreitenden Installationsidee. Wir definieren noch einmal in Kurzform unser Thema: Wie wollen wir leben zwischen den Maßstäben der Gesellschaft und unseren eigenen? Uns interessiert das Dilemma zwischen gesellschaftlichen Zwängen und eigenen Ansprüchen. Wie begreift man Leben? Als Entwicklung vom Ende her oder als Prozess? Gibt es da Unterschiede zwischen den beiden Generationen? Ja also die Kurzform ist immer noch recht komplex! Wir fragen uns was unsere Haltung zum Thema ist, inwiefern es ausgesprochen oder direkt erfahren wird.

Wir sind unsicher, ob wir einen grundlegenden Rahmen für die Installation brauchen, der die verschiedenen Räume zusammenhält. Vielleicht braucht man ein Grundsetting oder zumindest eine Setzung wie: „In der Zukunft wird es keine Kinder mehr geben“ oder „Ihr seid alle tot und reist jetzt in euer Gehirn“. Wenn wir nun von einer Installation ausgehen, in der sich die Zuschauer frei bewegen und in die verschiedenen Räume führen, bleibt die Frage warum wir gerade zwei Generationen ansprechen wollen. Wo gibt es Momente in denen beide Generationen in Kontakt kommen und etwas verhandeln? Wie können die Räume eine Auseinandersetzung mit der jeweils anderen Generation provozieren? Wie stellt man Abhängigkeiten zwischen den beiden Gruppen her? Kann ein Kind vielleicht nur in den Raum wenn es fünf Erwachsene findet, die mit ihm gehen?

Wir schreiben diese ganzen Ideen auf ein großes Blatt. Wir brainstormen erst mal ganz frei und definieren dann ein paar Räume wie den Zukunftsraum, den Utopieraum, der Erinnerungs- bzw. Kindheitsraum, den Kiosk, eine Openmic-Mikrostation usw.. Uns fällt auf, dass diese Räume verschiedene Ebenen unseres Themas zugeordnet werden können und kein einheitliches Konzept erkennen lassen. Also versuchen wir erneut das Grundkonzept klarer zu denken und als wir uns nur noch im Kreis drehen, drehen wir ne Runde um Block und essen ein Eis.…
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18.
Apr
2012

Logbuch #3 – Tag 26

Tag 26  – 18.4.2012

Über Spiralförmige Forschungswege und die Müdigkeit der Gehirnwindungen
Nach ein paar organisatorischen Dingen, wollen wir uns unserem neuen Konzept widmen. Das heißt unseren inhaltlichen Fokus und die Formatänderungen zusammen zu bringen. Klarer werden. Überprüfen.

Gesetzt ist das Thema: das eigene Leben zwischen Prozess und Effektivität. Immer ans Morgen denken oder stärker im Jetzt leben. Die Entwicklung von Ende her denken, alles muss Sinn machen oder Umwege und Sinnpausen genauso zum Leben dazugehörig empfinden. Ein Dilemma.

Gesetzt ist das Format: eine szenische, interaktive Installation – Stichwort mystischer Jahrmarkt.

Jeder begibt sich 1,5 Stunden in Einzelarbeit. Aufgabe ist es das Konzept etwas stärker zusammen zu bringen und konkrete Räume zu erdenken. Dabei kreuze ich sehr schnell viele Gedanken von früher. Eva auch, sagt sie. Wir drehen uns im Kreis. Tun wir das?

Ich sage, unsere Forschung ist mehr eine Spirale. Es kommt einen immer vor, als wäre man hier schonmal gewesen, aber bei genauerem hinschauen, sieht es nur ähnlich aus, ist aber anders.

Die Frage ist nur, bewegen wir uns auf der Spirale von außen nach innen oder doch etwa von innen nach außen?

Zu Beginn notiere ich nochmal ungeordnet Begriffe, die mir von Gestern im Kopf sind, die wichtig sind. Die sich im neuen Entwurf wieder finden sollen.

-Installation – Erfahrungsräume – Kompetenzen von Kindern und Eltern – eigene Zukunft zwischen Jetzt und Morgen – Zeit nutzen – Zeit verschwenden – Abhängigkeiten und Kommunikation – Haltungsdruck – Vertrag – Entscheidungen treffen – etwas verpassen – Expedition – Metaerzählung

In meinem Entwurf sind am Ende folgende Punkte wichtig: es gibt die Setzung, dass die Performance beendet ist, wenn kein Wasser in der Wasseruhr ist. Aber es gibt sowohl unendlich viel Wasser zum nachfüllen, als auch Möglichkeiten immer wieder Wasser abzulassen. Das heißt die Teilnehmer entscheiden selbst, wie lange das ganze dauert.…
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17.
Apr
2012

Logbuch #3 – Tag 25

Tag 25 – Tagebuch 17.4.2012

„Auswerten, ordnen, weiterdenken“
Wir beginnen den Tag mit einer Auswertung der gestrigen Präsentation und vor allem des Nachgesprächs. Wir waren insgesamt sehr angetan von der Diskussionsweise der BesucherInnen, sowohl von ihrer Art Feedback zu geben, als auch was inhaltlich gesagt wurde. Obwohl viele gar nicht wussten, was sie erwartete und in unserer Präsentation noch mehr als nur ein paar inhaltliche Lücken waren, startete die Diskussion mit neugierigen Fragen und nicht direkter Kritik. Es gab dennoch sehr viele hilfreiche Anregungen, Fragestellungen und Beobachtungen. Gemeinsam mit Jan Deck tragen wir heute nochmal alle wichtigen Aspekte zusammen und versuchen in Grundsätzliches und Pragmatisches einzuteilen:

Grundsätzliches:

-Was ist unser inhaltlicher Fokus, unsere Leitlinie? Was wollen wir mit dem Ganzen?

-Die Reise in die Vergangenheit als einen Reflexionsraum für die Zukunft begreifen (gemeint ist, dass man hier nicht nur erfährt wie es früher war, sondern Aspekte gespiegelt werden, die in der entworfenen Zukunftsutopie vorkommen)

-Nicht so vorsichtig sein! Provozieren. Inhaltlich und pragmatisch. Z.B. die Behauptung in der Zukunft gäbe es keine Kinder ernst nehmen und nicht so nebenbei behandeln.

-Spielraum vs. Erfahrungsraum. Vielleicht geht es eher um Erfahrungen als das Game. Nicht der Wettbewerb, sondern das Abenteuer könnte im Vordergrund stehen.

Auch bei Pragmatischem ist der Hauptpunkt: Was ist unsere Leitlinie/Leitfrage? Außerdem:

-Wir sollen einmal die Wege der Elemente durchgehen, welchen Platz hat jedes Teil (wie die Pässe, Vertragsstücke, Wasseruhr) an Anfang, Mitte und Ende des ‘Stücks’.

-Recherche Kinderperspektive (nochmal intensiver mit Kindern arbeiten, um ihre Gedanken und Gefühle im Zusammenhang mit Zukunft, Eltern, Kindsein mehr zu erfahren

-Imagination von Zukunft (und Vergangenheit) stärker machen / inszenieren (Kinder haben ein anderes Verhältnis zur Vergangenheit als Erwachsene, für sie ist sie fast so exotisch wie  Zukunftsszenarien)

-Wie mit Klischees umgehen?

-Was ist die Erzählung? Gibt es eine Geschichte oder eher einen Gedanken?…
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16.
Apr
2012

Logbuch #3 – Tag 24

Tag 24  -16.04.2012

Die Drei Tage vom Wiederaufbau zur Pazz Vor-Präsentation
Nachdem Avanti Inflagranti geprobt hatte machten wir uns am Samstag um 17 Uhr an den Wiederaufbau unseres Raumes. Es war nun möglich den gesamten Raum neu zu strukturieren.

Hannah, Eva und Karo waren an diesem morgen noch auf dem Oldenburger Flohmarkt gewesen und hatten eine Trimm-Dich-Rad aus den 70er Jahren, eine Kaffee Kanne aus den 60er Jahren und ein altes nicht funktionierendes Radio aus den 50er Jahren gekauft.

Wir entschieden an diesem Tag, unsere 50er Jahre Küche aus der Garderobe heraus zu „bauen“ und Karo und Eva zeichneten mit Kreppband eine Küche an die Wand neben den Zukunftsraum im Theatersaal. Hier befand sich nun eine Waschmaschine, eine Einbauküche im Stile der 50er Jahre (für diese Epoche sehr modern), und ein Herd, in dem ein Bräuler, bzw. Goldhähnchen brutzelte.

Als zweites entstand ein „Freizeit-Raum“ im Stile der 60er, bzw. 70er Jahre. Hier befand sich das Trim-Dich-Rad, ein Campingklappstuhl und der Diaprojektor, welcher eine Landschaft zeigte, durch die man mit dem Trim-Dich-Rad hindurch fahren konnte.

Nun hatten wir also vier fertig skizzierte Räume: Die Schule von 1850, die Küche der 50er Jahre, den Freizeitraum der 60er und 70er Jahre und den Zukunftsraum.

Der Zukunftsraum wurde mit einem Mirkofon ausgestattet und SABA wurde zum Leben erweckt. SABA konnte uns nun Anweisungen geben, die wir zu befolgen hatten.

Mit Hilfe des Trim Rades war es uns so möglich den Zukunftsraum wie ein Haus durch die Luft hinter uns herzuziehen. Wir flogen an diesem Abend so durch Raum und Zeit!

Am Sonntag trafen sich Karo, Eva und Hannah für ein kurzen Zukunftstreff, damit der Magnet Rekorder des Jahrtausends mit Inhalt geladen werden konnte. Hierzu wurden drei Zukunftsszenarien entworfen, die wir dann als Hörspiel, bzw. Nachricht aus der Zukunft auf die Kassetten des Rekorders überspielen wollten.…
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13.
Apr
2012

Logbuch #3 – Tag 23

Tag 23 Tagebuch 13.4.2012

Freitag der 13. und das Büro für zukünftiger Anglegenheiten
Der Tag beginnt mit einem morgendlichen Skypegespräch mit unserem Mentor Jan. Wir wollten uns versichern nicht vom Weg abgekommen zu sein und Jans Einschätzung einholen, wie es weiter gehen könnte. Bei immer wieder durch Skypelöcher unterbrochenen Sätzen sprechen wir darüber, dass es vielleicht hilfreich wäre eine allgemeine Bilanz der bisherigen Forschung zu ziehen und die bisher verworfenen Ideen nochmal auf ihre Tauglichkeit hin zu überprüfen. Vielleicht passen sie ja jetzt? Die Konzentration auf das Thema Zeit findet Jan immer noch gut, da viele andere Themen die mit der Zukunft zu tun haben über Zeit verhandelt werden können. Wir schildern, dass wir für unsere derzeitige Versuchsanordnung den Vertrag zunächst ausgeklammert haben um die Struktur des Spiels klarer zu gestalten, wir ihn aber auch immer im Kopf haben. Jan plädiert für den Vertrag, der zum einen das Thema Zeit aufgreifen könnte, auf den  im Spiel hingearbeitet und der in einem Zeremoniell am Ende zwischen Eltern und Kindern geschlossen werden könnte. Ja da müssen wir wohl nochmal überlegen, wie wir den wieder mit ins Boot ziehen können. Eine weitere Idee erwächst aus dem typischen Skype-Verbindungs-Hakern, bei denen man die Hälfte der Sätze erraten muss und unbeholfen die Zeitverschiebungen versucht zu koordinieren. Das kann man doch bestimmt irgendwo einbauen!

Dann geht’s ins Theater und wir beginnen den Tag mit einem lustigen Stop-and-go-Spiel, das die Synapsen ein bisschen aufweckt. Und was nun? Weiter konzipieren? Die Rätsel weiter entwickeln? Nee! Wir haben alle Lust auf bauen. Also bauen wir. Wir besorgen uns die weißen bzw. nicht mehr ganz so weißen Wände, die Matze mal irgendwann im Lager entdeckt hat. Wir leihen uns Werkszeug. Wir konstruieren und schrauben, leihen uns weißen Stühle und schwupps steht unser Büro für zukünftige Angelegenheiten! Ziemlich schön! Außerordentlich schön von innen, aber unerwarteter weise auch von außen!…
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12.
Apr
2012

Logbuch #3 – Tag 22

Tag 22 – 12.4.2012

Die Zeituhr wächst und zwei neue Räume entstehen

Der Tag beginnt heute schon um 9.30 Uhr mit einem Ausflug von Eva und Karo in den Baumarkt. Sie sollen ordentliche Utensilien für unsere Wasseruhr kaufen. Das muss jetzt mal langsam nach was aussehen. Matze und ich machen uns mit gefundenen Pappkartons auf den Weg ins Theater. Er bastelt weiter an Sounds und ich schreibe Texte.
Um 11 Uhr haben wir dann unser Treffen mit Winni. Wir berichten von dem Gespräch mit dem Testpublikum.
Winni erwähnt, dass bei solchen „Walks“ bzw. interaktiven Formen das Timing eine besondere Rolle spielt. Wie ist man einerseits offen für Impulse der Zuschauer andererseits muss man Grenzen setzen, Abläufe sichern.
Winni wiederholt zum einen nochmal, dass es funktioniert, mit ganz wenig Requisiten und Licht Räume und Atmosphären entstehen zulassen. Auch Kostüme braucht es da kaum, das Auftreten und das Spiel ist da sehr viel wesentlicher, als das Kostüm. Die Spielszenen können allerdings noch sehr viel mehr ausgereizt werden. Das Eintauchen in eine andere Welt stärker gesetzt und bespielt werden. Winni fand es toll die Kinder und Erwachsenen zu beobachten, wie sie sich begegnen. Wie das Spiel Raum schafft für eine neue Art der Begegnung, wo sich Erwachsene und Kinder bereit sind zu öffnen und etwas von sich zu zeigen. – Performance als Erfahrung –
Wir sprechen noch einmal darüber, was das außergewöhnliche an diesem Format ist und es wichtig ist ihn weiter zu verfolgen. Außerdem geht es darum, wo solch ein Format gezeigt werden kann, also wenn es zu einer Produktion kommt, wo man diese spielen kann. Da der Aufbau aufwendiger ist als herkömmliche Stücke und die Zuschauerzahl nur sehr begrenzt ist, ist das ganze wenig ökonomisch. Daher glaubt Winni, dass es hauptsächlich auf Festivals gezeigt werden kann.
Auf die Frage wie es uns geht, mit dem Experimentieren vs.…
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11.
Apr
2012

Logbuch #3 – Tag 21

Tag 21 – 11.4. 2012 – Testen, die Zweite

Heute ist das Startspiel ein kleines Experiment.
Ich bin gestern Abend noch mal durch meine Notizen gegangen und dabei hat mich die Vorgabe „Zeitlimit, in dem man Entscheidungen treffen muss – ethische Fragen“ besonders inspiriert.
Dabei hatten wir eigentlich an Spiele gedacht, innerhalb derer diese ethischen Fragen aufkommen und verhandelt werden, während man im Spielfluss ist, diese Fragen nur ein Teil des Spieles sind. Aber wie wäre es, wenn man das ein bisschen vereinfacht und genau die Fragen zum Spielprinzip macht, so dass man innerhalb von wenig Zeit ganz viele solcher direkt gestellter Fragen beantworten muss? Zum Beispiel: Wenn du ohne Nebenwirkungen mit Drogen deine Gehirnleistung verbessern könntest, würdest du sie nehmen? Oder: Kannst du dir vorstellen, dass Kühlschränke ans Internet angeschlossen sind? Fändest du das gut?
Vielleicht entsteht ein Konflikt darin, die Fragen möglichst gut zu beantworten, aber gleichzeitig zu wissen, dass man sich schnell entscheiden muss. Also Qualität vs. Schnelligkeit.
Die Fragen, die ich mir noch vor dem Schlafengehen ausgedacht habe, sind dann doch weniger ethischer Natur, sondern gehen in die Richtung persönlicher Erinnerungen und Erfahrungen.
Als ich es morgens teste, merke ich, dass der Konflikt der Spieler ‘eine gute Antwort zu geben’ und sich schnell entscheiden zu müssen, noch nicht groß genug ist. Sie müssen zwar manchmal nachdenken, aber es gibt nicht die Schwierigkeit, sich entscheiden zu müssen. Dafür ist schön, wie man am Ende nochmal redet: Und, was hast du als schönste Kindheitserinnerung genannt? Was war deine schönste Belohnung? Komisch, ich hab McDonald’s gesagt, aber eigentlich hatte ich da viel schönere Erlebnisse. Diese angerissenen Fragen nimmt man dann vielleicht noch ein Stückchen mit und denkt darüber nach. Wer weiß, ob dieser Ansatz noch in irgendeiner Form in unserem Zukunftsplenum einen Platz finden wird. Mal sehen.
Wir lesen unsere Tagebücher vor, und bringen Karo, die inzwischen wieder gesünder ist auf den neuesten Stand und verteilen die Aufgaben für den Tag.…
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10.
Apr
2012

Logbuch #3 – Tag 20

Tag 20 – 10.04.2012 – Der große Einkauf

Frisch nach einen entspannten Osterwochenende treffen wir uns im Theater Wrede in Oldenburg am Dienstag wieder. Nun hatte jeder von uns ein paar Tage Zeit sich unsere ganzen bisherigen Überlegungen durch den Kopf gehen zu lassen und es stellen sich neue und alte Fragen. Was wollen wir in unserm Projekt mit der Zusammenführung von Erwachsenen und Kinder erreichen. Wir beschießen dies noch einmal neu zu konkretisieren. Uns liegt am Herzen Spiele zu entwickeln welche das kommunizieren von Erwachsen und Kindern möglich machen. Doch wie kommunizieren die Erwachsene und Kinder miteinander? Wie bekommen die sich gegenseitig mit? Was wollen diese beiden Parteien voneinander? Wir entscheiden, dass wir am 26. April nicht mit diesem Projekt fertig sein werden. Vielmehr steht für uns fest, dass wir weiter daran festhalten werden bei Flausen ein Prinzip für diese Spielidee entwerfen.

Wir entscheiden also wie es weiter gehen soll und was wir noch von Jan Deck als Mentor wollen. Gut wäre, wenn Jan Deck die Tagebücher liest und uns eventuelle Hinweise gibt, was er nun zu unserem derzeitigen Arbeitsprozess denkt.

Außerdem muss ein Pressetext für Oldenburg formuliert werden und wir überlegen uns eventuell für ein Projekt beim LOT Theater Braunschweig zu bewerben, um hier gegebenenfalls unsere Arbeit aus Oldenburg zu produzieren.

Vielleicht steht am Ende von Flausen ein Konzept zum Zukunftsplenum? Ein Zukunftsplan oder ein konkreter Spielentwurf.

Doch zurück zum derzeitigen Stand der Dinge und zu neuen Spielen und Ideen. Eine Art „kleine Neu-Konzipierung“. Wollen wir eine Zukunft einen Zukunftsraum? Was gibt es noch mal für Zeiten. Kurz gesagt: Zukunft ist wieder drin! Wir entscheiden, dass Erwachsene gegen Kinder spielen sollen. Also zwei Zeituhren, welche zusammen in einen Trichter fließen sollen.

Neue Spielideen: Passwörter gegenseitig erraten mit Ja und Nein Befragung.

Kinder und Erwachsen müssen reale Ereignisse der gegnerischen Gruppe erraten.…
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7.
Apr
2012

Logbuch #3 – Tag 19

Tag 19 – 07.04.2012

Soweit so gut
Heute ging es darum noch konkreter zu werden. Wir machen uns dran das Schulrätsel, das Eva und ich gestern entworfen haben, noch weiter zu polieren und möglichst weit voran zu bringen, damit man es für ein Testspiel gebrauchen kann. Matze kümmert sich um die Soundebene. Er sucht nach Klängen, die einen Eindruck von ganz früher, also ungefähr des späten 19 Jahrhunderts, geben und baut einen Sound, der als Gamemelodie für das gesamte Spielstück dienen könnte. Hannah, Eva und ich versuchen uns an der Verbesserung des Rätsels. Die Geschichte soll klarer strukturiert sein und die Beziehung von Kindern und Erwachsenen in der Zeit reflektieren. Außerdem soll über die Hinweise möglichst viel aus der Zeit erzählt werden. Also konzipieren wir wieder, denken und spinnen Ideen. Vor der Mittagspause stellt Matze seine ersten Sounds vor: wir hören Kühe und Kirchenglocken. In der Mittagspause werden dann ein paar Requisiten gekauft, damit das Rätsel möglichst vollständig inszeniert werden kann. Wir versuchen uns in alter Schönschrift und schreiben kleine Texte mit Hinweisen auf das Rätsel. Immer wieder kommt die Frage auf, ob es sinnvoll ist, was wir da gerade basteln. Jetzt investieren wir so viel Zeit in das Basteln von Requisiten und dann ist die Frage, ob wir nicht sowieso wieder alles umwerfen?!

Wie arbeiten wir eigentlich? Arbeiten wir effektiv?
In den letzten Tagen und Wochen haben wir so viel angedacht, konzipiert und dann immer und immer wieder verworfen, das man manchmal ein bisschen misstrauisch wird, ob die Arbeitsweise so effektiv bzw. richtig ist. Immer wieder kommen wir an ganz grundsätzliche Fragen und orientieren uns um. Immer wieder haben wir das Bedürfnis konkreter zu werden und endlich praktisch zu arbeiten. Wenn wir dann Praktisch arbeiten finden wir heraus, welche gedanklichen Verirrungen uns passiert sind, was funktioniert und Spaß bringt. Trotzdem haben wir immer Angst Zeit zu verplämpern und uns mit Basteleien aufzuhalten, wenn ja am Ende sowieso wieder alles anders und umgeworfen wird.…
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6.
Apr
2012

Logbuch #3 – Tag 18

Tag 18 – 6.4.2012

Und wieder das Ganze von hinten aufrollen und doch noch was schaffen

Um mit einem klaren Kopf weiterproben zu können, starten wir als erstes eine Aufräumaktion. Bei lauter Musik wird einmal durchgelüftet, werden Brainstormzettel geordnet und neu aufgehängt, Bücher sortiert, Becher gespült, Kabel zusammengerollt und Müll weggeschmissen.
Zuletzt werden die gestrigen Notizen von den jeweiligen Zeiten übersichtlich an eine Seite gelegt.
Ahhh….Freiheit. Zumindest ein bisschen. Und da heute auch endlich mal wieder schönes Wetter ist, stellen wir uns zum Aufwärmtraining raus in die Sonne. Das tut schon mal gut und wir werden alle etwas fitter, hoffentlich auch im Kopf.
Bevor wir nun das Probieren beginnen, müssen wir wissen, was. Es ist schon komisch: Nach unserem kleinen Testlauf am Dienstag waren wir alle sehr erstaunt und froh, wie gut es funktioniert hat. Am Tag darauf haben Eva, Karo und ich die Gespräche mit den Zuschauern und mit Winni ausgewertet und erdachten Verbesserungen und gingen dabei schon sehr ins Detail. Wir mochten unsere Spielidee und waren uns sicher nun länger daran arbeiten zu können und nach und nach Teile zu verbessern und hinzuzufügen. Es wurde konkret.
Auch der Inhalt wurde nun überdacht und endlich klarer: es sollte um Freiheit und Grenzen zwischen Kinder und Erwachsenen gehen. Jetzt kann man gezielt recherchieren. Erziehung, Schule, Familie in den verschiedenen Zeiten. Gut. Das wird, das wird. Dachten wir.
Und plötzlich, wie konnte das passieren:
Wir sitzen 2 Tage später da: und nur noch wirr im Kopf. Tabularasa? Nein das auch nicht. Aber keiner von uns kann sagen, was jetzt eigentlich das Spiel ist. Geht es nun um Zeitampullen oder um diesen Vertrag? Gestern hieß es, wir nehmen die Zukunft einfach aus dem Spiel, die ist nur die Verlockung. Aber bringt uns das was? Wie bekommt man wirklich ein schlüssiges Spielziel hin. Aber wenn die jetzt so gemütlich durch die Zeiten reisen, was haben Eltern und Kinder dann noch miteinander zu tun?…
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5.
Apr
2012

Logbuch #3 – Tag 17

Tag 17 – 5. April 2012

Wir beginnen den Tag mit Assoziationsspielen aus dem Improvisations-Theater und strengen unsere Gehirnzellen mal anders an, indem wir z.B. versuchen möglichst lange Ketten von Nicht-Assoziationen zu bilden. Karo gewinnt. Mit 17 Begriffen in 60 Sekunden. Gar nicht so leicht.

Dann sortieren wir unsere Recherchen von Gestern, indem wir große Inseln zu den jeweiligen Zeiten 1850 (vorindustriell), 1920, 1970, 1980, 2000, 2012, 2030 und 2060 bilden. Unter jede Insel sortieren wir die gesammelten Informationen zu Familie und Erziehung nach den verschiedenen Kategorien: gesellschaftliche Werte, Erziehung, Funktion der Kinder, Familienstruktur und Bildungsinstitutionen.

Soweit so gut, wir betrachten unseren Halbkreis aus Inseln. Und nun kommt auch passend Matze herein, der noch beim Ohrenarzt war. Ein Glück, es scheint ihm aber gut zu gehen. Unser Tonmeister mit kaputten Ohren, das wärs jetzt. Aber alles ist gut. Also bringen wir ihn auf den neuesten Stand mit dem Tagebuch von gestern, mit dessen Leseritual wir auf ihn gewartet haben.

So.

Jetzt die nächste Hürde: Die Umsetzung.

Wir wollen Spiele, bzw. Rätsel zu den jeweiligen Zeiten erfinden. Ziel der Recherche war, sich inhaltlich in den Rätseln an den verschiedenen Erziehungsmustern der damaligen Zeit abzuarbeiten, bzw. lang zu hangeln. Das ist das was, das wir verhandeln lassen wollen.

Und nach welchem Spielprinzip? Wir haben einerseits den Vertrag oder die Zeit, die man in die Zeituhr schüttet. Worum spielt man? Was ist der Haupttreiber für die SpielerInnen? Kriegen wir beides zusammen oder müssen wir uns für eins entscheiden? Immer die gleichen Fragen.

Wir sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr! Haben das Gefühl, ein bisschen den Boden unter den Füßen, bzw. die klare Spielentscheidung vom Anfang der Woche verloren zu haben, nicht mehr ganz greifen zu können. Sonst würden wir einfach dran festhalten und damit weitermachen.

Unsere Energie rutscht weg, verdammt.

Nein, wir machen jetzt trotzdem weiter.…
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4.
Apr
2012

Logbuch #3 – Tag 16

Tag 16- 04.04.2012

Grenzen/Freiheit – Eltern/Kinder
Heute ist Mädelstag! Ohne Matze machen wir uns gegen Mittag auf den Weg ins Theater und dort angekommen beginnen wir den Arbeitstag mit einer sehr schön quietschenden und wohltuenden Waschmassagestraße. Danach steigen wir inhaltlich in die Probe ein und reflektieren das gestrige Testspiel mit unseren tollen ersten Testzuschauerinnen. Ein wichtiger Hinweis der Testspielerinnen war, dass wir bedenken sollten dass einige Kinder vielleicht Schwierigkeiten damit haben von der Mutter oder dem Vater im Kinderteam zu spielen. Uns ist auch schon aufgefallen, dass wir am Anfang eine Trennung der beiden Generationen erzeugen durch die verschiedenen Visum-Schalter, diese Trennung der Teams aber sofort wieder aufgelöst wird indem man dann wieder alle als eine Gruppe behandelt. Im Nachgespräch kommt auch raus, dass insgesamt die Texte für die Kinder von den Begrifflichkeiten und Formulierungen zu schwer waren. Auch wenn Kinder nicht auf Anhieb alles verstehen müssen um loszulegen, sollten wir diese nochmal überprüfen.

Um die Ergebnisse aus den Gesprächen zu strukturieren und mit unsren neuen Ideen anzuhäufen legen wir Oberthemen fest. Zum Thema „Teams“ denken wir über die Einlasssituation nach. Da wir möglichst schnell die Bildung von Teams unterstützen wollen, denken wir darüber nach, dass das Zeitamt, in  dem man das Visum erhält vielleicht ins Foyer verlagert werden könnte. Da würden die Zuschauer/Spieler direkt in Empfang genommen werden und müssen nicht noch vor den Theatertüren warten, bis das große Theater los geht und dann nochmal warten bis jeder sein Visum hat. Das Zeitamt wird dann zur Einlasssituation und das Visum praktisch zur Eintrittskarte. Ein Detail dieser Einlasssituation könnte auch sein, dass die Zuschauer/Spieler/Zeitreisende ihre Jacken und Taschen abgenommen bekommen und dafür ein anderes farbiges Kleidungsstück bekommen – Stichwort: Teambildung! Wir kommen dann zum Thema „Figuren“. Wir haben von den Testspielern als auch von Winfried die Rückmeldung erhalten, dass die Figuren, die wir in unserem Prototyp 1 angelegt haben im Prinzip funktionieren könnten.…
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3.
Apr
2012

Logbuch #3 – Tag 15

Tag 15 –  03.04.2012

Test, Test, Test – 1,2,3

Zu Beginn des Tages starten wir diesmal mit einem Kopf- und Denkspiel. Ich als Tagesleiter bin auch der Spielleiter. Beim Tischmemorie müssen sich alle von uns mehrere Gegenstände merken, die sich auf einem Tisch befinden. Hierfür bekommen alle ca. eine Minute Zeit, danach wird der Tisch mit den Gegenständen abgedeckt und alle schreiben so viele Gegenstände wie möglich auf. Danach den Tisch wieder aufgedeckt und vergleichen. Also hier ein roter Würfel, dort drei schwarze, zwei Batterien, ein Kopfhörer u.s.w. Ganz schön anstrengend am frühen morgen aber ein gutes Training. Wer die meisten Gegenstände aufgeschrieben hat bekommt die meisten Punkte. Aber Vorsicht, Farben zählen doppelt. Karo ist als erste fertig, bei der Gewinnauszählung gibt es jedoch Schwierigkeiten aufgrund der Farben u.s.w. Nun noch zwei weitere Schwierigkeitsstufen. Zum einen werden ein paar Gegenstände verschoben und zum anderen ein paar Gegenstände weggenommen. Ich als Spielleiter verändere die Aufstellung und alle drei Spielerinnen Hannah, Eva und Karo lösen ihre Aufgaben mit höchster Genauigkeit und Professionalität.

Nach diesem kleinen Aufwärmspiel geht es zur Tagesordnung über. Heute stehen der Aufbau und die Vorbereitungen für unsere erste Testgruppe an erster Stelle. In Zweigruppen treffen wir die Vorbereitungen für unsere erste kleine Präsentation. Karo und ich kümmern uns um die Zeitmaschine und die Off Texte aus dem Radio, stellen Texte zusammen und sammeln Fragen für den Einlassraum im Visumbüro. Hannah und Eva bereiten Ihre Visum-Formulare und die Zufallszettel für die persönlichen Eigenschaften vor und Räumen schon ein wenig den Saal um. Nach der Pause werden die weiteren von uns geplanten Stationen in Betrieb genommen und um 17 Uhr steht dann alles. Natürlich etwas provisorisch, aber es steht. Die Wasseruhr der Zeit, eine Kamera, eine Leinwand und einen Beamer für die Powerpoint Präsentation der Regeln und die Relativitätstheorie, das Büro für den Aufenthalt in der Zeit und natürlich auch der Zeittunnel für die Reise in den „Raum der Zeit“.…
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2.
Apr
2012

Logbuch #3 – Tag 14

Tag 14 – 2.4.2012

Und plötzlich kommt die Praxis durch die Hintertür…
Bevor wir unser Tagesritual „Morgens-Spiel“ starten, referiert Eva kurz über einen Zeitungsartikel über die Möglichkeiten die Erinnerung zu löschen. Dabei handelt es sich um ein entdecktes Protein, welches glückliche Gefühle auslöst und gleichzeitig eine Art Verknüpfung aufheben kann. Das heißt, schlechte Erinnerungen werden durch die Einnahme dieses Proteins überschrieben, das Ereignis ist nicht mehr mit dem schlechte Gefühl verknüpft. Das schlechte Gefühl, teilweise sogar der Auslöser selbst kann vergessen werden. Noch ist das Protein nur an Mäusen getestet und für Menschen noch verboten. Auch wenn es harmlos klingt, werden im Artikel viele ethische Fragen aufgemacht. Vermissen wir die Erinnerung? Oder vermissen wir etwas, wissen aber nicht was? Macht es uns also wirklich glücklicher?

Danach starten mit einem „Partyspiel“ in die neue Woche. Dazu braucht man: 2 Teelichter, 2 Streichholzschachteln und 8 Butterkekse. Matze und Karo fangen an.

Sie sitzen sich an einem Tisch gegenüber, jeder hat ein Teelicht vor sich stehen, eine Streichholzschachtel und 4 Kekse neben sich liegen. Ziel ist es, als erster die Kekse aufgegessen zu haben und zu pfeifen. Man darf aber nur essen, wenn seine Kerze brennt. Daher heißt es kräftig pusten, damit der andere nicht essen kann.

Matze pustet und pustet, vergisst aber das essen, Karos Haare wehen, aber die Kerze brennt und sie gewinnt. Eva und ich verkürzen den Abstand zwischen uns und die 2 Runde startet. Wir beide pusten des öfteren unsere eigene Kerze vor Lachen aus, verbrennen fast unsere Hände beim Abschirmen unserer Flamme und essen essen essen. Aber Eva isst schneller und pfeift.

Das war Partyspaß am Morgen, aber nicht ohne ein paar kluge Gedanken zu dem Spiel zu verlieren: Man kann es  an einzelnen Punkten noch verschärfen und verbessern.

Dann heißt es nochmal ernsthaft: Arbeitsplan. Gerade nach den letzten holperigen Arbeitstagen reflektieren wir nochmal unsere Fragestellung und unsere Arbeitsweise.…
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30.
Mrz
2012

Logbuch #3 – Tag 13

Tag 13 – 30. März. 2012

‘Oh Mann, mannomann!’ Aber immerhin: Zukunftsplenum Prototyp I

Nach der Tagebuch-Verlesung spielen wir ‘Fischer, Fischer’, laufen auf allen Vieren, kreiseln, rollen, hüpfen, und versuchen dabei, nicht von dem/der jeweiligen FischerIn gefangen zu werden.

Es macht Spaß, allerdings sind wir alle überhaupt nicht fit. Hannah ist danach schlecht und sie hat Kopfweh, Karo ist übelst verspannt und hat schon länger mit einer chronischen Nasen-Nebenhöhlen Problematik zu kämpfen, ich bin gestern schon krank aufgewacht, das heißt mit laufender Nase und müdem Kopf und der ist heute auch nicht besser, wenn nicht schlechter. Die Augen wollen die ganze Zeit zugehen. Wir werden einfach nicht jünger.

Egal, wir raffen uns zusammen so gut es geht. Der Plan ist, noch einmal ins Spielen und Bauen zu kommen, Rollen zu entwickeln und dabei die Kostüme und Requisiten, die wir gestern aus dem Lager geholt haben, zu nutzen. Auf Ideen kommen. Wir verkleiden uns, Karo ist die dumme, oder vielleicht auch gewitzte, Böse, Matze der Zeitforscher, ich die verpeilte Professorin.

Das ist kurz lustig, aber dann auch schnell nicht mehr, denn wir kommen nicht weiter: Und jetzt? Wohin damit? Wir brauchen einen Spielimpuls. Also setzen wir uns doch wieder hin, obwohl wir das nicht wollten und entwickeln auf dem Papier. Versuchen mit dem dem Zeitspiel vom Vortag weiter zu denken und dabei etwas mehr weg vom Gamigen hin zum Rätseligen zu kommen. Vielleicht ist das Rätsel der Vertrag, das Schriftstück muss im Laufe des ‘Spiels’ gefunden, bzw. erstellt werden. Man bringt Wörter aus der Zeit mit, findet Schnipsel mit vorformulierten Satzteilen, später sind darin mehr und mehr Lücken, die man selber füllen muss, und so entsteht nach und nach der Vertrag. Das Ganze unterliegt außerdem noch einem zeitlichen Limit, verkörpert durch die allzeitpräsente Zeit-Uhr, um etwas Zug in die Sache zu bringen.…
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29.
Mrz
2012

Logbuch #3 – Tag 12

Tag12 – 29.03.2012

Die Wasseruhr

Am Donnerstag morgen sollte unser Arbeitstag direkt an unser WG in der Bürgereschstrasse starten. Wir trafen uns um 9 Uhr morgens mit Marga um im Lager Requisiten, Kostüme, ein wenig Technik und sonstigen Bühnenkram für unser Projekt zu finden. Dabei konnten wir einige futuristische Mäntel, Ferngläser, Spiegel, eine Gasmaske, Hüte, einen Diaprojektor und andere Kleinigkeiten finden. Nach einer kurzen Frühstückspause fuhren wir gemeinsam samt erbeuteten Requisiten ins Theater.
Hier begannen wir mit ein paar organisatorischen Fragen und dem Spiel „ der Plummssack geht rum“, welches sich mit nur vier Spielern als etwas eintönig erwies, wobei wir jedoch ein paar neue Spielvarianten entwickelten. Hiernach war wieder etwas Eigenarbeit angesagt. Mögliche Spiele, bzw. Szenarien ausdenken für unser Stück „Das Zeitspiel“. Zeit 1 Stunde! Dann die Besprechung der Ideen, bzw. Ergebnisse:
Eva entwickelte hier den Zeitspar-Raum, in dem man sich Bonus Zeit erspielen kann. Im Raum sollten sich Computerspiele, Fernseher, Bastelsachen, Fenster und ein Telefon befinden und die Spieler sollten mit einer To Do Liste in eine Multitasking Überforderungssituation kommen und hierbei Ihre Zeit am sinnvollsten nutzen. Weiter entwickelte Eva ein Vertragsspiel, dass an unserem Spiel „Wie ich die Welt sehe“ angelegt war. Es sollten unvollständige Sätze des Vertrags für die Zukunft mit verschiedenen Wörtern kombiniert werden, so dass immer ein anderer Sinn entstehen kann. Ich hatte mich in meiner Einzelarbeit noch nicht konkret mit einem Spiel befasst, sondern versucht eine Art Ausgangssituation, bzw. Grundaufbau zu formulieren.
Hier skizzierte ich nochmals einen möglichen Beginn und die Vergabe von verschiedenen Reisegegenständen und deren Funktion im Spiel. So könnten es Diametrale Gegenstände in einem Spiel geben, also Gegenstände mit der gleichen Funktion, aber aus unterschiedlichen Zeiten, die miteinander kombinieren werden müssten. Karo entwickelte eine „Skill“ Labor, in dem die Spieler verschiedenste Fähigkeiten gewinnen könnten. Diese würden dann im weiteren Verlauf des Spiels bestimmte Spieler für eine Fähigkeit professionalisieren und die würden es dann für bestimmte Spiele leichter haben.…
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28.
Mrz
2012

Logbuch #3 – Tag 11

Tag 11 – 28.03.2012

Zeitspiel!
Heute also Probe mit allen und mit Jan Deck. Die ersten Fragen des Tages: Was wollen wir heute machen? Worum geht’s jetzt? Wo sind wir? Anschließend an das Brainstorm von gestern, haben wir das Bedürfnis mal wieder praktisch zu arbeiten und was Konkreteres auszuprobieren und wollen an der Idee des Vertrages weiterarbeiten. Was für Themenbereiche sollen in dem Vertrag vorkommen? Was muss denn in diesem Vertrag ausgehandelt werden? Was ist der Motor, der Antrieb, der Ausgangspunkt für den Vertrag? Gibt es Klausel? Gibt es Kleingedrucktes? Viele Fragen und erstmal diffuse Gedanken. Jan weist darauf hin, dass es spannend ist einen realen Handlungsdruck zu erzeugen, also Momente in denen die Zuschauer/Spieler wirklich herausgefordert sind sich zu einer Situation zu verhalten. Man muss aufpassen, dass man die fiktive Geschichte nicht zu stark macht, so dass sich für die Spieler kein Realitätseffekt mehr einstellt. Wie also kriegen wir die Zuschauer/Spieler? Wir halten fest: wir wollen ein Spiel entwerfen, in dem Raum für Störfaktoren bzw. unvorhersehbaren Situationen und für Momente  in denen die Zuschauer/Spieler sich aktiv verhalten und handeln müssen besteht.  Kurz: wir wollen ein interaktives Theater, dass nicht zu sehr vom Spielcharakter oder von der fiktiven Geschichte dominiert wird, so dass die beiden Spielergruppen in eine wirkliche Verhandlung miteinander treten können – in einem Plenum zusammenkommen!
Um konkreter zu werden nehmen wir zunächst einmal die „Zeit“ als Hauptthema für unseren Zukunftsplenumsentwurf. Zeit als Grundparameter unserer Lebenswelt ist in verschiedener Weise entscheidend für die Zukunft und wird zum Anknüpfungspunkt für die Entwicklung von technischen Erneuerungen. In der immer weiter voranschreitenden Technisierung unserer Lebenswelt (Haushaltsgeräte, Kommunikationsmittel, Fortbewegungsmittel) werden Zeit und vor allem die Ersparnis von Zeit zum Thema. Technische Errungenschaften wie das Internet, E-Mails, Telefon oder Handy machen die Kommunikation schneller und suggerieren eine Zeitersparnis, jedoch erhöht sich durch die Schnelligkeit die Masse an Kommunikationsinteraktionen.…
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27.
Mrz
2012

Logbuch #3 – Tag 10

Tag 10 – 27.3.2012

Text schafft Räume und Jan Deck schafft es zu verlieren
Für heute haben wir uns Textarbeit vorgenommen. Nach unserem traditionellen Aufwärmspiel – diesmal war es 1,2,3,4 Ochs vorm Berg, welches Eva und auch Matze zur Weißglut trieb- tja wer nicht stillhalten kann – wurde es für die nächsten 2 Stunden ruhiger.

Jeder sollte 3 Texte schreiben von maximal einer Seite.

  1. eine Off-Text, der ein Szenario in der Zukunft beschreibt – literarisch, aber auch mit Fakten aus der Recherche gespikt
  2. einen Zeitungsartikel aus der Zukunft – ein kleines Phänomen als reales Ereignis beschreiben
  3. Ich in 2050 – Wie stelle ich mir mein eigenes, wirkliches Leben in der Zukunft vor

Nach vorangeschrittener Zeit beendeten wir unser texten, egal wie weit wir gekommen sind.  Matze hat alle drei Texte geschafft und stellt sie uns vor. Als erstes hat er statt eines Zeitungsartikels einen Radio-O-Ton geschrieben. Dieser zeichnet das Szenario nach, in dem es kaum mehr Kinder auf der Welt gibt und die wenigen die Langweile quält. Der Radiobeitrag ist ein Aufruf aus der Zukunft an die Gegenwart, diese Entwicklung zu verhindern. Matzes Off-Text verfolgt den Gedanken, in Zukunft die Hungersnot bekämpft zu haben. Durch Vitamintabletten und Kapseln wird der Alterungsprozess aufgehalten, Nahrung wird durch Strahlung gesteuert durch einen Zentralcomputer zu sich genommen. Natürlich Nahrung ist verboten.

Seiner eigenen Zukunft sieht Matze fragend und skeptisch entgegen. Die zunehmende Technisierung macht Angst und ist unüberschaubar.

Auch Karo verfolgt die Idee, der Kinderlosen Zukunft bzw. es gibt nur noch wenige Kinder. Nicht nur wegen des demografischen Wandels, sondern auch wegen Initiativen wie „Not a world for children“. In ihrem Off- Text unterstellt sie den Zuschauern, dass sie Freiwillige sind, die gekommen sind, dieses Problem in der Vergangenheit zu bekämpfen.

 

Ich selbst habe zwei Texte verfasst. Der Off- Text zeichnet eine Welt auf, in der Zeit das knappste und wertvollste Gut ist.…
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26.
Mrz
2012

Logbuch #3 – Tag 9

Tag 9 – 26. März 2012

Es geht an die Umsetzung
Wir haben uns für späte Proben entschieden. Der Arbeitstag beginnt heute für uns erst um 14h und geht dafür bis 22h. Nach dem Tagebuch-Leseritual kommt das Aufwärmspiel: Löwe-Oma-Samurai! Dabei handelt es sich um eine abgewandelte Form des Schnick-Schnack-Schnuck, bei der man sich in Gruppen gegenübersteht, und eine der drei Rollen einnimmt. Der Samurai gewinnt gegen den Löwen, der Löwe gegen die Oma und die Oma gegen den Samurai. Gar nicht so leicht zu merken. Wer gewinnt, muss die anderen schnell fangen, bevor sie die Wand hinter sich erreicht haben. Hannah und ich starten im selben Team, aber nachdem wir erstmal alle dieselbe Figur gemacht haben, überraschen uns Karo und Matze mit dem Samurai gegen unseren Löwen und Hannah wird gefasst und muss ins Gegenteam wechseln. In den nächsten Runden ziehe ich mich mit mir selber in die Beratung zurück. An diesem Spiel ist interessant, wie die Bedeutung der eigenen Entscheidung komplett in Abhängigkeit der Entscheidung der anderen steht. Der Löwe kann eine super Wahl sein, aber nur wenn die anderen die Oma wählen. Gehen sie ‘Haiaaa!’ in die Rolle des Samurai, bedeutet das die Niederlage, es sei denn man rennt schnell. So wie ich. Ich verliere mehrmals, kann aber jedesmal entkommen und mir schließlich sogar Karo und Matze auf die eigene Seite holen. Am Ende schnappen wir auch Hannah und das Spiel endet, da es kein Gegenteam mehr gibt. So. Aufgewärmt sind wir jetzt.

Nun geht’s weiter in die Spielentwicklung, mit der wir bereits am Freitag angesetzt haben. Hannah und ich sind in einem Team, Karo und Matze in dem anderen. Es geht darum, einen Spielanfang, eine Idee, einen Ausgangspunkt, vielleicht eine Geschichte oder ein Spielziel zu entwickeln. Auf diese Weise wollen wir einfach mal ins Machen und Ausprobieren kommen.…
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23.
Mrz
2012

Logbuch #3 – Tag 8

Tag 8 – 23.03.2012

Der Freitag begann mit einer gemeinsamen Joggingtour von Karo und mir bei sehr schönen Wetter an der Hunte entlang und einer erfrischenden Dusche danach im Theater Wrede. Hannah und Eva kamen nach einer kurzen Shopping Tour um 11 Uhr im Theater an. Eva hatte sich nun endlich einen Sport BH und neue Glitzerunterhosen gekauft.

Wir starteten mit den Vorstellungen der Tagebücher für die letzten drei Tage und fassten die Tage mit Jan Deck in Marburg nochmals zusammen. Hiernach stellten wir alle hintereinander unsere Recherche Schwerpunkte untereinander vor.
Eva hatte sich „2020 – So leben wir in der Zukunft“ herausgesucht und in diesem Buch einige gute Hinweise zu einer neuen Zukunft erforscht. Unter anderem war hier von sogenanntem „Brainjoghurt“ die Rede, welcher die Leistungsfähigkeit zukünftiger Generationen steigern sollte. Hannah hatte in ihren Zukunftsvisionen die Quantenphysik entdeckt und warf einen technisch, physikalischen Blick auf die Zukunft und deren weitere Entwicklung. Hiernach gab es drei Säulen für die neue Zeit. Die Materie (Spaltung der Atome), das Leben (vollkommene DNA Entschlüsselung) und den Geist (Intelligente Systeme). Außerdem sollte die technische Abhängigkeit zu einer Art Weltfrieden führen. Wobei jedoch immer wieder Ethische Fragen aufkommen sollten, die aber nach etwas Bedenkzeit zur Seite geschoben und hiermit überwunden werden sollten. Vielleicht wären solche moralische Entscheidungen in unserem Spiel Thema und könnten eine Rolle spielen. Zudem wies Hannah auf den demografischer Wandel hin, wo Kinder die Zukunft bildeten sollten. Was aber, wenn es keine Kinder mehr gäbe?
Karo beschäftigte sich mit dem Buch „Wie wir leben werden“. Hier treffen sich vier Figuren an einem Tisch, um die Zukunft zu verhandeln. Jeder dieser vier Personen vertritt eine andere Perspektive für die Zukunft. Der Mensch passt sich demnach immer an die Begebenheiten der Zeit an. Die Geburtenrate auf der Erde sinkt jedoch. Trends werden analysiert und ein gesellschaftlicher Blick in die Zukunft geworfen.…
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