27.
Mrz
2011

Logbuch #1 – Woche 4

TAG 29, 21.03.2011
(…) Nach einem längeren Technikteil erfinden wir spontan ganz neue Szenen für die mittlere Ebene, bei der Tänzerin und Schauspieler in den Hockern sitzen. Ganz deutlich wird das Bild, in dem Wolfgang einen Text mit Lautstärkeschwankungen spricht. (…) Es ist offizieller Frühlingsanfang und der Tag ist so sonnig und warm, dass wir gute Laune bekommen.

TAG 30, 22.03.2011
(…) Dritte Gesangsstunde. Wir hätten zwischendurch mehr üben sollen… In der Probe danach haben wir plötzlich eine gute Idee, wie wir den gesungenen Titel „felicitas“ am Ende der Choreografie so einbinden können, dass das Thema schlüssig und verständlich abgerundet wird. (…)

TAG 31, 23.03.2011
Letzte Nacht gab es noch ein längeres Gespräch, das mehrere stückdramaturgische Erkenntnisse beinhaltete. Wir beginnen den Tag mit der Umsetzung der besprochenen Korrekturen. (…) Der Mentorentreff ist diesmal sehr ergiebig. Martin stellt fest, dass in den gezeigten Szenen sehr viele Ideen stecken, die wir mutiger ausbauen können. Er empfiehlt uns konkreter mit Dynamik und Timing umzugehen. Er findet die räumliche Reduzierung sehr gut. Über den Minimalismus entsteht wieder Vielfalt.
„Man braucht den ganzen Saft um den dann aufs Gelee zu reduzieren.“ (Zitat: Martin) (…)

TAG 33, 25.03.2011
Teamtreff mit Winfried. Wir besprechen die Themen, die uns inhaltlich immer wieder beschäftigen. Die Wege, die wir wählen um Sprache und Bewegung zu bearbeiten. Dann folgt der Gesangsunterricht. Nach den Grundlagenübungen zeigen wir Petra zum ersten Mal die Zusammenhänge in denen die Lieder gesungen werden sollen. Dadurch kann man spezifischer an den musikalischen Interpretationen arbeiten. Petra möchte gern mehr von der künstlerischen Arbeit sehen und beschließt nachmittags zum Showing wieder zu kommen. (…)

TAG 34, 26.03.2011
Lange intensive Videoauswertung der Aufnahmen vom Vortag. (…) Wir diskutieren lange Korrekturlisten und entwickeln daraus neue Ideen. Wir müssen Entscheidungen treffen. Wollen wir bestimmte Wirkungen, die entstanden sind? Wie genau sind wir in der Umsetzung unserer Ideen?…
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20.
Mrz
2011

Logbuch #1 – Woche 3

TAG 15, 07.03.2011
(…) Alles stagniert irgendwie. Wir kommen weder vor- noch rückwärts. Am Abend langes Gespräch mit Winfried, in dem nochmals alles beleuchtet wird. Wir stellen uns dieselben Fragen und diskutieren die vorhandenen Schwierigkeiten. Jetzt ist ein Punkt erreicht, an dem wir so viel Feedback bekommen haben, dass wir uns erstmal selbst wieder sortieren müssen.
Schwierige Aufgabe für die nächsten Tage wird sein, wieder zu unseren eigentlichen Ideen und zu unserer Form der Umsetzung zurückzufinden…..Auf der Suche nach uns selbst – shot AG ……Irgendwie war der Tag doof….

TAG 17, 09.03.2011
Am Morgen ist Martin Stiefermann da. (…) Wir entscheiden uns alte shot AG Stücke auf Computer zu zeigen. Wir schauen uns auch Arbeiten von Martin Stiefermann an. Beide Seiten bekommen einen anderen Blickwinkel auf die Arbeit. Wir bekommen einen generellen Zusammenhang zwischen Arbeits- und Sichtweisen. (…)

TAG 18, 10.03.2011
Wir beschäftigen uns weiter mit dem „Überschlager“. (…) Es entsteht das erste mögliche „Ausgangsklangbett“. Peter braucht noch ein Sample von „fever“. Fazit: „Der Tanz ist wie das Leben!“
(immer nur im Moment erlebbar, anstrengend, mal schnell – mal langsam, schwer zu merken, Glückshormone erzeugend, lässig, mehrdimensional, mit Stipendium aushaltbar)

TAG 19, 11.03.2011
Wir wiederholen viel. Beschäftigen uns mit den Texten. (…) Diskussionen darüber, ob der Text italienisch oder in der deutschen Übersetzung verwendet werden soll. Alle Übersetzungen klingen sprachlich mittelmäßig bis ganz grausam.…
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17.
Mrz
2011

Logbuch #1 – Woche 3

TAG 21, 13.03.2011
Frei außer Peter.
Peter transferiert viele der aufgenommenen Texte. Beats programmiert. Es entsteht eine dramaturgische Linie für die Komposition. Strukturelle Arbeit. Entwicklung von Klangflächen.…
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5.
Mrz
2011

Logbuch #1 – Woche 2

TAG 8, 28.02.2011

Teamtreff mit Winfried und Martin Stiefermann. Auswertung der ersten Woche. (…)
Fazit: Wir sollen weiterarbeiten. Tun wir auch.

TAG 9, 01.03.2011
Wir verfolgen den Ratschlag von Martin Stiefermann und improvisieren. Daraus ergibt sich, dass wir eine Idee weiter verfolgen. Der Darsteller manipuliert die Tänzerin. (…) Nora hat vom Proben blaue Hüftknochen bekommen. Abhärtung…

TAG 10, 02.03.2011
(…) Wir machen ein Brainstorming zum Thema gute Gefühle in einer Zweierbeziehung. Das endet mit einer improvisierten Sequenz, in der der Darsteller einen ganzen Liedtext in Form einer Lachetüde interpretiert. (…)

TAG 11, 03.03.2011
(…) Wir experimentieren viel mit Flüstern, Summen, Singen. Wir experimentieren mit dem Wort „Fliegen“, dass in vielen Liedtexten vorkommt und entwickeln eine Szene im „Schwebezustand“. (…)
Wir experimentieren weiter mit solchen gegensätzlichen Wirkungen. Wir probieren verschiedene Klangcollagen aus und sammeln sehr viele Ideen.
Fazit: Das war ein kreativer Tag! In Schlagersprache: Da waren Schwingungen in der Luft. Wir haben gelernt, dass es sich lohnen kann, mutig mit verschiedenen Mitteln zu experimentieren. Wir diskutieren bis spät in die Nacht über die Situation in der Residenz:

– der große Unterschied zur gewohnten künstlerischen Arbeit der shot AG in Dresden ist die Tatsache, dass man aus dem alltäglichen Lebensumfeld herausgerissen ist
– und direkt in ein ideales Arbeitsumfeld ausgesetzt wird
– viel mehr Zeit und Ruhe zum Schöpfen hat
– abgeschottet wird von allen anderen Ablenkungen
– sich wirklich konzentrieren kann
– Auseinandersetzung in der künstlerischen Arbeit mit Menschen die shot AG ganz neu und aus einem anderen Blickwinkel betrachten (Mentoring + Winfried)
– Zusammenleben und dadurch flexible und ständige Auseinandersetzung mit dem Projekt
– man lernt sich viel genauer und privater kennen, als in einem gewöhnlich Produktionsprozess

TAG 12, 04.03.2011
Unsere erste Gesangsstunde! Als Tänzerin könnte man doch eine simple Grundatemübung zügiger verstehen. Die Körperbeherrschung scheint am Unterkiefer aufzuhören. Das Singen macht trotzdem Spaß.…
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26.
Feb
2011

Logbuch #1 – Woche 1

TAG 1, 21.02.2011:
Alle lernen sich kennen – und das ist gut so. Wir besprechen ausführlich unsere künstlerischen Ansätze und die Arbeitsweise während des Stipendiums.
Winfried: „Der Mensch ist nur Ton und Bewegung – mehr nicht.“(…)

TAG 2, 22.02.2011
(…) Hocker installiert. Suche nach einer Grundsituation. Hocker als Inseln im Raum. Beide Figuren haben dadurch ihren eigenen Raum – abgegrenzt. Wir befassen uns mit den ersten Texten und konkretisieren die Situation der Spieler innerhalb einer kurzen festgelegten Sequenz. Die Sequenz verändert sich. (…)

TAG 4, 24.02.2011:
(…). Wir entwickeln eine neue Sequenz im Hocker im Müll liegend. Es entsteht ein anderer Blickwinkel auf die Situation zwischen den beiden Figuren. (…) Dann stellen wir choreografisch alles bisher Vorhandene wieder um. Es gibt noch keine zufrieden stellenden Ergebnisse, aber viele neue Ideen. Wir staunen immer wieder über die Oldenburger. Lernen sehr sympathische Menschen kennen, die uns den Weg erklären und lernen von weniger sympathischen Menschen, was Trennschieber sind.

TAG 5, 25.02.2011:
Wir versuchen eine Grunddramaturgie in die gesprochenen Liedtexte zu bekommen. (…) Die Hocker verlieren ihre ursprünglich Idee die Inseln für die beiden Darsteller zu sein. Sie bekommen über das Bild, dass beide Darsteller in den Hockern feststecken eine neue Funktion. (…) Wir wollen einen Schlager für Winfried schreiben. Mal sehen ob das was wird….…
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