31.
Aug
2016

Logbuch #26 Woche 3

Montag, 15. August 2016

Betti und Caro lesen eine transkribierte Sitzung des ZK (11. Plenum) und sind überrascht, dass bei dieser Lektüre der Eindruck entsteht, Ulbricht hätte weitaus größere Ideen und Verbesserungsvorschläge gehabt als Honecker und auch den Kulturschaffenden – natürlich nur durch Moskaus Unterstetzung – mehr Freiheit gewährleistet hat (oder das wollte). Für unsere Serie harn wir einen Entscheidungspunkt gefunden. Wollen die Teilnehmer*innen Ulbricht oder Honecker und wenn sie sich für Ulbricht entscheiden, gibt es eine weitere ökonomische Verbesserung. Von unserem Mentor Björn erfahren wir, dass viele so gedacht heben und den Abtritt Ulbrichts bedauern (Peter Hacks ebenfalls) und von Betti erfahren wir noch eine merkwürdige Anekdote, dass Ulbricht von Honecker verlangt hätte, seine Frau zu verlassen und die Mutter (Margot) seines unehelichen Kindes zu heiraten. wir fragen uns, ob das stimmt. Szenisch könnte es was hergeben. Am Abend singen wir chronologisch: Die Kaiser-Hymne, die frühere und jetzige Hymne, die Nationalhymne der DDR, die Kinderhymne von Brecht und sind uns alle einig, dass die Nationalhymne der DDR einfach die beste ist. Zur Komplettierung nehmen wir noch „Lobet den Herrn2 und „Ode an die Freude“ hinzu. Nold soll sich überlegen, wie sih damit spielen lässt und Betti erprobt einen Barocktanz zur DDR- Hymne. Was war eigentlich das Zeitalter, mit dem die DDR verglichen wurde?

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Dienstag, 16. August 2016

Nils erhält ein DDR-Spiel, in dem es darum geht, durch Korruption, Meuterei und Vetternwirtschaft die Position des Staatssekretärs zu erlangen. Wir spielen das Spiel falsch, aber können uns einige dort zu findenden Anweisungen bediene für unsere Serie. Danach befragen wir Ralph und Björn nach Anekdoten der DDR. Abgesehen davon beim Anderen vorbeizugehen und an seiner Haustür zu klingeln, gibt es nur Weniges, was sie dem Realsozialismus noch abgewinnen können. Wir sammeln aber auch während des Gesprächs Beschreibungen von Atmosphären, Düften, Gerüchen, die wir auf die Bühne übertragen können.…
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19.
Aug
2016

Logbuch #26 Woche 2

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19.
Aug
2016

Logbuch #26 Woche 1

ZUR SONNE ZUR FREIHEIT

ELEGANZ AUS REFLEX

FLAUSEN BIELEFELD AUGUST 2016

1. Muss eine Utopie immer als zukünftig bleibende gedacht werden im sinne eines Begehrens, eines universalistischen Orientierungspunktes in der Zukunft? Begehren verliert notwendig seine Struktur, sobald es eingelöst wird. bzw. zur nüchternen Realität wird.

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2. Märchen vom Sozialismus:

Warum gibt es bei uns keine Grafen und Gutsbesitzer mehr?

Damit sich auf den Schlössern viele Kindergartenkinder erholen können.

Als ich so alt war wie ihr, saß hier allein ein Gutsbesitzer. Kein Kind durfte im Park spielen und die armen Bauern mussten für ihn arbeiten. Noch vor Tag schon musste ich ins Schloss und ihm die vielen Stiefel putzen. Und ich hatte im Winter nur Holzpantinen.

Das ist ungerecht.
Das ist ungerecht.

Ja, es war ungerecht. Überall war es so. Deshalb haben wir die Grafen und Gutsbesitzer weggejagt. Und deshalb können Kinder jetzt bei uns in Schlössern wohnen, und ich brauch keine Gutsbesitzerstiefel mehr zu putzen.

Ist das richtig?
Es ist richtig so!

Das heute Kinder in den Schlössern wohnen können, das ist schöner als alle Märchen zusammen.
Ja.
Ja.

 

3. Stefan Heym resümiert ’89: „Sämtliche Revolutionen sind danebengegangen.“ Wie kann die Beteiligung der Bürger am Aufbau und Erhaltung einer alternativen Form des Zusammenlebens gestaltet werden bzw. wie durchlässig darf oder muss ein (utopischer) Gesellschaftsentwurf für die konkreten Befindlichkeiten und Interessen der Menschen sein?

 

4. In Havemanns Utopie werden die Häuser, in denen die Familie aber auch einzelne Utopianer wohnen, in einer Weise beschrieben, die an die Bauten der Architekten Neutra und Schindler erinnern. […]

Landschaften und Gegenstände werden anthropomorphisiert. Das Matriarchat steht in Utopia nicht für die Herrschaft der Frau über den Mann, sondern für Gleichberechtigung in Achtung der Differenzen.

Wie kommt es, dass mindestens 2 von 3 künstlerischen Arbeiten in Utopia eigentlich keine künstlerischen Arbeiten sind, sondern bloßer Ausdruck der Innerlichkeit/Befindlichkeit irgendeines Menschen?…
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