10.
Aug
2017

Logbuch #30 Woche 4

Woche  04.
WHATYOUSEEISWHATYOUGET
Logbuch

Anta Helena Recke, Elisabeth Hampe, Frieder Blume, Joana Tischkau

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Ausgangspunkt im Bezug zu Arbeiten weißer europäischer Choreograf*Innen welche  in   Gruppen und Solo Arbeiten ihre Körper auf ihre potentielle Bild und Objekthaftigkeit sowie Gemeinschaftsstiftendes Potential hin untersuchen.
Eine Gruppe weißer Körper auf der Bühne repräsentiert die Gesamtheit der Menschheit, da der weiße Körper als neutral, unmarkiert und universell gilt.
Wie kann dies ausgestellt, sichtbar gemacht werden? IMG_20170730_173011Weißsein auch als spezifische Stilistik herausgearbeitet werden?
Weiße europäische Choreograf*innen können mit der objekthaftigkeit und desubjektivierung ihrer Körper experimentieren ohne dabei Ihre Subjektposition wirklich zu gefährden.
Wie steht dieses künstlerische Interesse im Verhältnis zu Choreographien Schwarzer Körper welche diesen Subjektstatus nicht von vorneherein behaupten können, historisch immer schon objektifiziert und fragmentiert dargestellt wurden.
Praktiken welche von weißen europäischen Choreograf*innen adaptiert werden, z.B. schütteln wackeln, roboterartige, maschinelle Bewegungen müssen von Ihnen nicht in einen sozialen Kontext gebracht werden, wirken im europäisch weißen Kunstkontext als abstrahierend und formalisiert.
Bewegungen und Affekt vom Kontext loszulösen identifizieren wir als ‚whitewashing’ kulturell konnotierter Bewegungspraktiken.
Folgende Strategien und Methodiken haben wir herausgearbeitet:

Anderer Umgang mit zeitlichkeit (oftmals verlangsamung)
Wiederholung
Austellung der Bewegungen im ‚leeren’ Raum
Reduktion/keine Verspieltheit und Dekoration
Normativierung durch normative KörperIMG_20170730_174727

Workshoprecherche vom 30.07
Die oben genannten Methodiken haben wir mit einer Gruppe Schwarzer Performer*innen untersucht.
Unser Ziel war es weißes Bewegungsmaterial in seiner Konstruiertheit aufzuzeigen und mit als Schwarz konnotiertem Bewegungsmaterial zu kontrastieren, zu vermischen.
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3.
Aug
2017

Logbuch #30 Trailer

Trailer
WHATYOUSEEISWHATYOUGET
Trailer

Anta Helena Recke, Elisabeth Hampe, Frieder Blume, Joana Tischkau

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1.
Aug
2017

Logbuch #30 Woche 3

Woche  03.
WHATYOUSEEISWHATYOUGET
Logbuch

Anta Helena Recke, Elisabeth Hampe, Frieder Blume, Joana Tischkau

Die dunklen Deutschen

-ausführliche Recherche zu Schwarzen Deutschen Musiker_innen und Medienpräsenzen in Deutschland zwischen 1950 und 2005

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DSC_0613Prinzipien die sich dabei herauskristalisieren:
–  Schwarze Körper als Symbol für weiße Bewegungsfreiheit

–   Häufig dienen bei den Musikprojekten Schwarze Performer_innen als äußere Hülle und weiße männliche Produzenten oder DJ’s als Komponisten, Drahtzieher und Profiteure.

(Das Prinzip Frank Farian).

– Die Vermarktung zielte dabei auf die Präsentation einer irgendwie gearteten Exotik aus der Ferne (Karibik, Afrika & USA) oder einer diffusen Internatonalität.

– Die Rezipient_innen können durch die schwarzen Performer_innenkörper in einer kolonialen Fantasie über den eigenen Platz an der Sonne schwelgen und befriedigte eine Exotalgie.DSC_0614

– Das zu Grunde liegende Tonmaterial ist meist aus dem Schlagerkontext.

– „Being black, singing in German bands, making german music doesn’t posite you as german, but provides a template/blueprint for white german ideas of liberty, freedom and german citizenship“

– DDR/Schwarze Köper: Damiani J. Partridge: „Hypersexuality and Headscarves: Race, Sex and Citizenship in the New Germany“: „(…)Her body (complexion) became the physical marker through which some people imagined that they could tracel in fantasy, if not reality, to the US Eastcoast. (…) Eastgermans could travel, „experience“ eroticism, exoticism through black bodies. The black body is providing access to illicit media.“

– historischer Film (1971)über sog. Besetzungskinder:DSC_0615
„Halb und Halb“ von George T. Paruvani

– Versuch eine (fiktive) Schwarze Deutsche Musikgeschichte und Szene zu konstruieren

(Schwarze Deutsche Welle)

Schwarze Geschichte in Deutschland kann sich nicht auf eine vereinigende geschichtliche Narratin wie z.B. Skaverei oder Kolonialismus beziehen, da die Anwesenheit Schwarzer Mensche in  Deutschland auf sehr heterogene geschichtliche Zusammenhänge zurück geht. Dazu kommt, dass Deutschland seine koloniale Vergangheit und auch seinen Status als Einwanderungsland weitestgehend leugnet. Eine „Schwarze Deutsche Welle“ zu konstruieren als Versuch der Manifestation einer Schwarzen Deutschen (Kultur)geschichte.…
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24.
Jul
2017

Logbuch #30 Woche 2

Woche  02.
WHATYOUSEEISWHATYOUGET
Logbuch

Anta Helena Recke, Elisabeth Hampe, Frieder Blume, Joana Tischkau

14.07-23.07.2017

Colonastics©
Praxis: Zumba Stunde/Ginga/HipHop Dance-Fitness
Literatur: Turnen in South West Africa (dt. Kolonie) Gertrud Pfister Colonialism and the Enactment of German Identity-Turnen in Southwestafrika
Recherche anderer ‚bastadisierter’ Körper und Fitnesspraktiken (Jiu Jutsu, Mallakambh/Chinese Pole/Pole Dance/Pole Fitness, Oriental Dance/American Tribal Dance, Yoga( Modern Posture Practice/Post-Yoga) Limbo, Bollywood Dance, Capoeira

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Workout als maximal Kommerzialisierung einer kulturellen, sozialen Praxis.
Was bleibt von der kulturellen Praxis erhalten. In wie weit wird kulturelle Rahmung entfernt, Schritte ausgehöhlt sodass nur Form bestehen bleibt?
Sport/Fitness oftmals mit Zweckmäßigkeit, Rationalität in Verbindung gebracht. Rationale Körper/Naturbeherrschung.
Die körperliche Praxis wird entsexualisiert, entspiritualisiert, entsozialisiert, individualisiert, entritualisert, re-ritualisiert, de-und rekontextualisiert.
Welche Themen können durch Colonastics angesprochen, sichtbar gemacht werden?
Welche stereotypen Bilder können nutzbar gemacht werden?
Feine Linie zwischen Hinweis, Kritik und Affirmation und ReproduktionDSC_0609


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17.
Jul
2017

Logbuch #30 Woche 1

Woche  01.
WHATYOUSEEISWHATYOUGET
Logbuch

Anta Helena Recke, Elisabeth Hampe, Frieder Blume, Joana Tischkau

07.-09.07.
Ideen sammeln, Wochenplan überarbeiten, Mentoren Treffen

Kennen lernen, einen Einblick ins gegenseitige Arbeiten bekommen, gemeinsame Interessen austauschen

Gemeinsame Interessen:
Schwarze Identität in Deutschland, Repräsentationen Schwarzer (Deutscher) in Medien und Popkultur, Deutsche (Schwarze) Musikgeschichte, Körperliche Aspekte rassifizierter Zuschreibungen

09.-13.07.

TPFKAWY/WHAT.YEAH.
Review des vorausgegangen Materials

-Enthumanisierung & Fragmentierung erzeugen häufig humoristische Momente
-Die Zuschauer_innen werden ihrem eigenen Voyeurismus ausgesetzt, wird in WHAT.YEAH. verstärkt da dem gaze keine Ausweichfläche geboten wird, TPFKAWY produziert allerdings eine Art visuelle, sexuell konnotierte Monstrosität, die in der Bedrohlichkeit des Sounds gespiegelt wird
-Verschiedene Feminitäten werden ausgestellt und verhandelt/in Beziehung zueinander gesetzt
-Beide Stücke zeugen von dem Versuch eine selbstbestimmte (empowernde) weibliche Sexuelle Identität auszuloten, die den körperlichen Dimensionen von Rassismus gegenüber gestellt wird
-Fragestellung: How to be Critical and Celebratory at the same time? Wie viel Affirmation verträgt die Kritik?

By WHATYOUSEEISWHATYOUGET

All the bastardized Colonastics! (All the bastardized Colonastics!)
All the bastardized Colonastics! (All the bastardized Colonastics!)
All the bastardized Colonastics! (All the bastardized Colonastics!)
All the bastardized Colonastics!
Now put your behind up.

Every night I exotisize in my bed,
Lost in a fairytale.
Can you hold my ass and be my guide?

Black Audiences filled with Identityies cover your skies.
What kinda dream is this?
This could be the Schwarze Deutsche Welle or desireable Zumba.
Either way I don’t wanna mystify without you.

Yes! So black right now,
Most incredibly black.
Oh! So black. Oh! So black.
Yes! So black right now.

All the Black Audiences who are independent,
Throw your butt at me!
All the Black Audiences who makin’ history,
Throw your butt at me!
All the Black Audiences who truly feel alienated,
Throw your butt at me!

Tonight I’ll be your black TicTacToe.
I’m callin’ all my Rasta Farian Franks.…
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6.
Apr
2017

Logbuch #28 Woche 1

Woche  01.
(… die Technik bestimmt uns…)


Montag:
Anreise, Treffen Theater Wrede, Übergabe, Treffen Veit Sprenger, Bezug Wohnung
Geschpräch mit Veit über Technik im Allgemeinen:

 

Nachwirkende Stichworte waren:
– Technik wird entwickelt um den Menschen glücklich zu machen/das Leben zu erleichtern. Was wäre eine Maschine zu entwickeln, die glücklich ist.

– Beschleunigung der technischen Evolution vom ersten Werkzeug über Agrarwirtschaft bis hin zur heutigen digital bestimmten Welt. Diese Entwicklung ist einfach so passiert aus einem Komfortgedanken heraus ohne sich jemals weitreichend über die Folgen Gedanken gemacht zu haben (möglich?). Was sind die Konsequenzen aus Feldwirtschaft, Handel, Städtebau…. Internet, künstliche Intelligenzen.

– Neuronale Netze in der Programmierung (selbstlernende Computer):

– Dem Menschen nachempfunden: Der Mensch als Schöpfer nach seinem Ebenbild.

– Gleichzeitig: Gefahr von selbstlernenden/denkenden Computern, welche auf lange Sicht hin den Schöpfer überholen werden.

– Mensch muss neue Kompetenzen entwickeln, seine Kompetenzen verlagern:

– Angst und Vorteil von neuen Technologien. (Bsp. Hat Kontakt zu allen Menschen, auch die man aus räumlicher Distanz nicht sehen würde, trotzdem am Tisch chatten)

– Verkümmerung oder Verlagerung von Kompetenzen?

Literatur:
Stanislaw Lem: „Experimenta Felicitologica“

Videos:

  • Dokumentar-Miniserie von Adam Curtis: „All Watched Over By Machineries Of Loving Grace“
  • Serie: „Real humans“
  • Serie: „Westworld“
  • Serie: „Black mirror“

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