Logbuch #30 Trailer

Trailer
WHATYOUSEEISWHATYOUGET
Trailer

Anta Helena Recke, Elisabeth Hampe, Frieder Blume, Joana Tischkau

 …
Weiterlesen

Logbuch #29 Woche 1

#29 Und wir flogen tausen Jahre
Woche  01.
(18. – 25.07.2017)

Frauke Rubarth, Susanne Tod, Eyk Kauly, Thomas Nestler

image1

image3image2image4image5

Ankommen und Einrichten des Raumes

  • Einrichtung der Bühne mit dem Bühnentechniker: Mobiler Beamer mit Leinwand, Beleuchtung und Ton
  • Im beginnenden Forschungsprozess richten wir zunächst in drei Orte ein: Forschungsspielraum, Gedanken-Ideen-Raum und „Zwischenraum“. Im Gedanken-Ideenraum werden Gedanken und Ideen sortiert und visualisiert und so Prozesse aus dem Spielraum aber auch den Köpfen dokumentiert.
  • Wir entdecken den Raum für uns: Warm Up und freie Improvisationen im Raum – jeder für sich, in der Begegnung und in der Gruppe – Beschaffenheit, Formen, Geräusche und Klänge.
  • Thema in der Gruppe: Kommunikation miteinander – Frauke und Thomas haben bereits im Vorfeld damit begonnen, das Fingeralphabet und erste Gebärden zu lernen.
  • Am 2. Tag: Eröffnungsgespräch mit Gebärdensprachdolmetscherin für Eyk. Die Kommunikationssituation ist für einige in der Gesprächsrunde ungewohnter als für andere; sehr schönes und ermutigendes Gespräch zur Residenz und den Forschungszielen.

Praktische Forschung  und Fragestellungen

  • Kommunikation: wann sprechen wir? Wann gebärden wir? Wie können wir noch kommunizieren? Wie sieht die Kommunikation im Team aus (auch im Alltag)? Was braucht jeder einzelne?
  • Planeten-Lotterie – ein Glücksspiel: erfundene Planeten werden aus einem Hut gezogen und in Improvisationen dargestellt. Wir entdecken erste visuelle Umsetzungen von Lauten / Geräuschen (z.B. Schrei = Papier aus dem Mund)
  • Einführung der Kommunikationszeit ohne gesprochener Sprache. Es gibt an jedem Tag eine Zeit, in der wir ohne gesprochene Sprache kommunizieren.
  • Arbeit mit Techniken des Wiederholens und Kopierens von Handlungen, Zeichnungen von Gesehenem auf einer Flipchart erweitern das Experimentieren.
  • In den ersten beiden Tagen liegt der Schwerpunkt inhaltlich auf dem Experimentieren mit unterschiedlichen Vorstellungen von Planeten: wie findet dort Kommunikation statt? Haben die Planeten selbst eine gewisse Qualität oder die Bewohner auf ihm? Sind wir Bewohner oder Besucher eines Planeten? Mit unterschiedlichen Dichten und Qualitäten der Planeten spielen, aber wie?

Weiterlesen

Logbuch #30 Woche 3

Woche  03.
WHATYOUSEEISWHATYOUGET
Logbuch

Anta Helena Recke, Elisabeth Hampe, Frieder Blume, Joana Tischkau

Die dunklen Deutschen

-ausführliche Recherche zu Schwarzen Deutschen Musiker_innen und Medienpräsenzen in Deutschland zwischen 1950 und 2005

DSC_0612

DSC_0613Prinzipien die sich dabei herauskristalisieren:
–  Schwarze Körper als Symbol für weiße Bewegungsfreiheit

–   Häufig dienen bei den Musikprojekten Schwarze Performer_innen als äußere Hülle und weiße männliche Produzenten oder DJ’s als Komponisten, Drahtzieher und Profiteure.

(Das Prinzip Frank Farian).

– Die Vermarktung zielte dabei auf die Präsentation einer irgendwie gearteten Exotik aus der Ferne (Karibik, Afrika & USA) oder einer diffusen Internatonalität.

– Die Rezipient_innen können durch die schwarzen Performer_innenkörper in einer kolonialen Fantasie über den eigenen Platz an der Sonne schwelgen und befriedigte eine Exotalgie.DSC_0614

– Das zu Grunde liegende Tonmaterial ist meist aus dem Schlagerkontext.

– „Being black, singing in German bands, making german music doesn’t posite you as german, but provides a template/blueprint for white german ideas of liberty, freedom and german citizenship“

– DDR/Schwarze Köper: Damiani J. Partridge: „Hypersexuality and Headscarves: Race, Sex and Citizenship in the New Germany“: „(…)Her body (complexion) became the physical marker through which some people imagined that they could tracel in fantasy, if not reality, to the US Eastcoast. (…) Eastgermans could travel, „experience“ eroticism, exoticism through black bodies. The black body is providing access to illicit media.“

– historischer Film (1971)über sog. Besetzungskinder:DSC_0615
„Halb und Halb“ von George T. Paruvani

– Versuch eine (fiktive) Schwarze Deutsche Musikgeschichte und Szene zu konstruieren

(Schwarze Deutsche Welle)

Schwarze Geschichte in Deutschland kann sich nicht auf eine vereinigende geschichtliche Narratin wie z.B. Skaverei oder Kolonialismus beziehen, da die Anwesenheit Schwarzer Mensche in  Deutschland auf sehr heterogene geschichtliche Zusammenhänge zurück geht. Dazu kommt, dass Deutschland seine koloniale Vergangheit und auch seinen Status als Einwanderungsland weitestgehend leugnet. Eine „Schwarze Deutsche Welle“ zu konstruieren als Versuch der Manifestation einer Schwarzen Deutschen (Kultur)geschichte.…
Weiterlesen

Logbuch #30 Woche 2

Woche  02.
WHATYOUSEEISWHATYOUGET
Logbuch

Anta Helena Recke, Elisabeth Hampe, Frieder Blume, Joana Tischkau

14.07-23.07.2017

Colonastics©
Praxis: Zumba Stunde/Ginga/HipHop Dance-Fitness
Literatur: Turnen in South West Africa (dt. Kolonie) Gertrud Pfister Colonialism and the Enactment of German Identity-Turnen in Southwestafrika
Recherche anderer ‚bastadisierter’ Körper und Fitnesspraktiken (Jiu Jutsu, Mallakambh/Chinese Pole/Pole Dance/Pole Fitness, Oriental Dance/American Tribal Dance, Yoga( Modern Posture Practice/Post-Yoga) Limbo, Bollywood Dance, Capoeira

DSC_0606

 

Workout als maximal Kommerzialisierung einer kulturellen, sozialen Praxis.
Was bleibt von der kulturellen Praxis erhalten. In wie weit wird kulturelle Rahmung entfernt, Schritte ausgehöhlt sodass nur Form bestehen bleibt?
Sport/Fitness oftmals mit Zweckmäßigkeit, Rationalität in Verbindung gebracht. Rationale Körper/Naturbeherrschung.
Die körperliche Praxis wird entsexualisiert, entspiritualisiert, entsozialisiert, individualisiert, entritualisert, re-ritualisiert, de-und rekontextualisiert.
Welche Themen können durch Colonastics angesprochen, sichtbar gemacht werden?
Welche stereotypen Bilder können nutzbar gemacht werden?
Feine Linie zwischen Hinweis, Kritik und Affirmation und ReproduktionDSC_0609


Weiterlesen

Logbuch #30 Woche 1

Woche  01.
WHATYOUSEEISWHATYOUGET
Logbuch

Anta Helena Recke, Elisabeth Hampe, Frieder Blume, Joana Tischkau

07.-09.07.
Ideen sammeln, Wochenplan überarbeiten, Mentoren Treffen

Kennen lernen, einen Einblick ins gegenseitige Arbeiten bekommen, gemeinsame Interessen austauschen

Gemeinsame Interessen:
Schwarze Identität in Deutschland, Repräsentationen Schwarzer (Deutscher) in Medien und Popkultur, Deutsche (Schwarze) Musikgeschichte, Körperliche Aspekte rassifizierter Zuschreibungen

09.-13.07.

TPFKAWY/WHAT.YEAH.
Review des vorausgegangen Materials

-Enthumanisierung & Fragmentierung erzeugen häufig humoristische Momente
-Die Zuschauer_innen werden ihrem eigenen Voyeurismus ausgesetzt, wird in WHAT.YEAH. verstärkt da dem gaze keine Ausweichfläche geboten wird, TPFKAWY produziert allerdings eine Art visuelle, sexuell konnotierte Monstrosität, die in der Bedrohlichkeit des Sounds gespiegelt wird
-Verschiedene Feminitäten werden ausgestellt und verhandelt/in Beziehung zueinander gesetzt
-Beide Stücke zeugen von dem Versuch eine selbstbestimmte (empowernde) weibliche Sexuelle Identität auszuloten, die den körperlichen Dimensionen von Rassismus gegenüber gestellt wird
-Fragestellung: How to be Critical and Celebratory at the same time? Wie viel Affirmation verträgt die Kritik?

By WHATYOUSEEISWHATYOUGET

All the bastardized Colonastics! (All the bastardized Colonastics!)
All the bastardized Colonastics! (All the bastardized Colonastics!)
All the bastardized Colonastics! (All the bastardized Colonastics!)
All the bastardized Colonastics!
Now put your behind up.

Every night I exotisize in my bed,
Lost in a fairytale.
Can you hold my ass and be my guide?

Black Audiences filled with Identityies cover your skies.
What kinda dream is this?
This could be the Schwarze Deutsche Welle or desireable Zumba.
Either way I don’t wanna mystify without you.

Yes! So black right now,
Most incredibly black.
Oh! So black. Oh! So black.
Yes! So black right now.

All the Black Audiences who are independent,
Throw your butt at me!
All the Black Audiences who makin‘ history,
Throw your butt at me!
All the Black Audiences who truly feel alienated,
Throw your butt at me!

Tonight I’ll be your black TicTacToe.
I’m callin‘ all my Rasta Farian Franks.…
Weiterlesen

Logbuch #28 Woche 4

Woche  04.
(…machines that move us…)

 

Dienstag:

Theater aufräumen und Überlegungen zum Raumkonzept. Beleuchtung und Beamer werden fest installiert.

Szenische Ideen und Choreografien aus den vorhergegangenen Wochen werden in ihrem Zusammenwirken ausprobiert und auf konzeptionelle und spielerische Zusammenhänge untersucht.

Daraus entwickeln sich neue Veränderungen und neue spielerische Ideen. Einzelne szenische Ideen werden hinsichtlich des Making-Offs aussortiert. Aus dem nicht genutzten Material entsteht ein Archiv-Bereich im Raumkonzept:

image1

image3 image2

Mittwoch:

Durchlauf von den, am Vortag zusammengesetzten, Szenen.

Anschließend technischer Absturz aller Robotik-Geräte.

Nach Problembehebung Präsentation mit Veit Sprenger und Winfried Wrede.

Abschließend Gespräch mit Veit Sprenger und Winfried Wrede:

-Einbindung von unvorhersehbaren Momenten/Peaks/Brechungen

-Dinge 2 x auftauchen lassen

-Idee den Raum mehr zum Akteur werden zu lassen mit Beleuchtungen und Aufmerksamkeitslenkung

-Überlegungen wie man den Zuschauer persönlicher einbinden könnte/ auch räumliche Publikumslenkung

-Wärme vs. Glätte /Scheiße vs. Rundheit – Übrerforderungen einbauen (Menschlichkeit)

-Überlegungen wie Techniker/Technikpulte auch inszeniert werden könnten. Techniker=Zuschauer=?

Donnerstag:

-Versuch die Kritik des Vortages einzubauen. Ablauf wird fürs Making-Off dreigeteilt und Übergänge werden überlegt und ausprobiert. Absprachen getroffen. Anschließendes Vorbereiten des Bühnenraumes für das Making-Off. Weisse Holzsockel werden als mögliche Sitzgelegenheiten im Raum verteilt.

image5image4

Anschließend Making-Off mit Publikumsgespräch:

Publikumsrückmeldungen:

Nicht nur Behandlung von Mensch Maschine sondern auch Mensch-Maschine-Tier

Körperapplikationen:

Geschichtlich der Haken als Prothese funktionaler als die Metallhand, trotzdem wurde aus ästhetischen Gründen die Metallhand bevorzugt.

Historisch gab es auch die Tentakel als funktionalere Variante des Hakens als Prothesenidee.

Verkabelung=Vernetzung mit dem digitalen Netz

Biologisch: Nabelschnur, ernährende App.

Oscar Pistorius

Oscar Pistorius

 

Freitag:

Besprechung des Making-Offs und Abschlussbesprechung:

Atmen:

Assoziationen: körperlich Beeinträchtigte steuern Rollstuhl mit Atmen.

Atmen noch viele Variationen möglich

Raumsituation:

Nähe des Publikums wichtig !

Performer:

Blickkontakt bricht den durch die Lichter abgesteckten Raum.

Publikumsführung:

mehr Reize, zeitliche Veränderung des Raumes, Peaks.

Wie erzeuge ich: „Hallo ihr seid willkommen, fühlt Euch frei“ beim Publikumsempfang und der Stimmung über die Performance hinweg.…
Weiterlesen

Logbuch #28 Woche 3

Woche  03.
(…Die Vernetzung von Mensch und Maschine …)

Wochenprogramm:
Ausstattung des Performers mit Sensoren (Leap-Motion und Biegesensoren). Ziel ist die gegenseitige Kommunikation und Steuerung zwischen Performer, Computer und Robotikteilen.


Montag:
Vorführung von den bisher erarbeiteten szenischen Versuchen.
Anschließend Kritik und Gespräch mit Veit Sprenger und Winfried Wrede:
Überlegungen die Technik offen zu legen, die notwendigen technischen Umbauten in die Performance mit ein zubauen.
– Den Experimentierraum in der Performance behalten und sich den Ablauf über bewusst sein.
– Überlegungen durch „Längen“ bzw. stehende, langsame, gleichförmige Bilder eine Meditation/Trance des Zuschauers zu erzeugen. Aber: Wie schafft man eine stimmige Dramaturgie in dieser Gleichförmigkeit?

– Weiteres Arbeiten an den Rythmi, Blickrichtungen und Haltung des Performers.
– Überlegungen zum Verhältnis der menschlichen Sprache zu den Sprachen der Maschinen. Die Robotik-Teile geben technikbedingt Motorengeräusche ab. Überlegung diese Geräusche als Sound/Sprachmotive bewusst einzubauen.
– Performance mit der Roboterhand entwickelt den Fokus auf die Machtpositionen zwischen Mensch und Maschine. Entscheidung, welche Aussage man damit verfolgen will/bzw. worauf den Fokus setzen?

Abends:
Technische Einrichtung von Sound und Technik.
Biegesensoren Vorbereitung und Anfang von Programmierung.

Dienstag:
– Installation und Programmierung von Leap Motion.
– Einrichtung verschiedener Möglichkeiten zur Sprachbearbeitung mit dem Helikon Voice Prozessor für Violas Stimme.

W301

– Stoff kaufen und nähen der Hose für das Kostüm.
– Textrecherche zu Robotik und Chatbot-Dialogen
– Neonröhren-Lichtloop-Programmierung, Kommunikation und Netzwerkeinrichtung
– Klangaufnahmen: Geräusche der Motoren von Hand- und Wurmrobotern, Neonlampen, Nähmaschine

W302

Mittwoch:
– Experimentielle Arbeit an Verknüpfung von Ellenbogen-Biegesensor mit Lichtloop- Installation
– Ausarbeitung der interaktiven Programmierung
– Dramaturgisch / szenische Arbeit an Lichtloop-Szene unter Verwendung des Ellenbogen-Biegesensors
– Textproben mit computergenerierter Stimme: Computer liest seine eigene Programmierung, Stellen von Programmiercode.
– Proben mit verstellbarem Licht: Unterschidliche Positionen der Neonröhren:

  • – Diagonalie Konposition
    – Ballung
    – Umrahmung

W303 W304 W305

– Boibot Recherche / Beziehungsanfang

Donnerstag:
Lichtkreislauf-Choreografie wird auf die Ansteuerung mit den Sensoren angepasst und der Ablauf und Bewegungen verändert.…
Weiterlesen

Logbuch #28 Woche 2

Woche  02.
(…Von Mensch zu Maschine scheint es nur noch ein kurzer Weg zu sein und die Grenzen verschwimmen zwischen natürlichem und künstlichem Leben. Ist sie das, die Geburtsstunde einer Welt, in der Mensch und Maschine eins werden…)

Wochenprogramm:
Verschiedene Robotikteile, welche in der ersten Woche gebaut und programmiert wurden werden auf ihr szenischen Möglichkeiten untersucht.


Montag:

Treffen mit Veit Sprenger:

1. Gespräch:

Überlegungen zur Kreisbewegung:

Schlange Kundalini: Schlangensymbol der Alchemie. Eine Schlange, die sich in den Schwanz beißt als Symbolbild der Vergiftung und Heilung. Hierzu Analogien zur technischen Entwicklung und den Kreislauf von techn. Erfindungen um Übel zu überwinden und gleichzeitiger erneuter Konfliktgenese.

Die Kraft Kundalini:

Nach der tantrischen Lehre wohnt in jedem Menschen eine Kraft, die Kundalini genannt wird.[1] Diese befindet sich gemäß dem Tantrismus ruhend am unteren Ende der Wirbelsäule und wird symbolisch als eine im untersten Chakra schlafende zusammengerollte Schlange (Sanskrit: kundala „gerollt, gewunden’“) dargestellt. Sie gilt als die der Materie nächststehende Kraft im Menschen. Durch yogische Praktiken soll sie erweckt werden können und aufsteigen, wobei die transformierenden Hauptenergiezentren oder Chakren durchstoßen werden (Satchakrabedha „Sechschakrendurchstechen“). Erreicht sie das oberste Chakra, soll sie sich mit der kosmischen Seele vereinigen und der Mensch höchstes Glück erlangen.[2] Erst hier vereinigt sie sich nach tantrischen Lehren in ihrer transformierten Form mit den kosmisch-spirituellen Kräften. Da das Aufsteigen der Energie nach den klassischen Lehren auch Gefahren in sich birgt, sollen eine gute Vorbereitung und ein innerer Reinigungsprozess entscheidend sein, weshalb viele Schulen zuerst das Herzzentrum entwickeln. In Begleitung eines Menschen, der die Kundalini-Kraft bewusst lenken kann, sollen mögliche Begleiterscheinungen des Prozesses, wie Visionen oder Erfahrungen in der Astralwelt, verständlich sein. Es gibt immer wieder Fälle, die Tantriker als „spontanes Erwachen“ der Kundalini interpretieren.[3]

01

Überlegungen zum Bühnenbild als freistehend und das Publikum kann sich frei kreisförmig um es bewegen. Überlegungen wie eine gegenläufige Bewegung des Publikums zum Tänzer stattfinden könnte.…
Weiterlesen

Logbuch #28 Woche 1

Woche  01.
(… die Technik bestimmt uns…)


Montag:
Anreise, Treffen Theater Wrede, Übergabe, Treffen Veit Sprenger, Bezug Wohnung
Geschpräch mit Veit über Technik im Allgemeinen:

 

Nachwirkende Stichworte waren:
– Technik wird entwickelt um den Menschen glücklich zu machen/das Leben zu erleichtern. Was wäre eine Maschine zu entwickeln, die glücklich ist.

– Beschleunigung der technischen Evolution vom ersten Werkzeug über Agrarwirtschaft bis hin zur heutigen digital bestimmten Welt. Diese Entwicklung ist einfach so passiert aus einem Komfortgedanken heraus ohne sich jemals weitreichend über die Folgen Gedanken gemacht zu haben (möglich?). Was sind die Konsequenzen aus Feldwirtschaft, Handel, Städtebau…. Internet, künstliche Intelligenzen.

– Neuronale Netze in der Programmierung (selbstlernende Computer):

– Dem Menschen nachempfunden: Der Mensch als Schöpfer nach seinem Ebenbild.

– Gleichzeitig: Gefahr von selbstlernenden/denkenden Computern, welche auf lange Sicht hin den Schöpfer überholen werden.

– Mensch muss neue Kompetenzen entwickeln, seine Kompetenzen verlagern:

– Angst und Vorteil von neuen Technologien. (Bsp. Hat Kontakt zu allen Menschen, auch die man aus räumlicher Distanz nicht sehen würde, trotzdem am Tisch chatten)

– Verkümmerung oder Verlagerung von Kompetenzen?

Literatur:
Stanislaw Lem: „Experimenta Felicitologica“

Videos:

  • Dokumentar-Miniserie von Adam Curtis: „All Watched Over By Machineries Of Loving Grace“
  • Serie: „Real humans“
  • Serie: „Westworld“
  • Serie: „Black mirror“

Weiterlesen

Logbuch #27 Woche 4

Mittwoch, 22. Februar
Rahel

Ablauf erstes Drittel geprobt, Steffen war Gast: Empfang, Begrüßungsreden, Toast, Impulsreferate, Hymne. Vorspeise, 1.Gang …

Proben einige Vorschläge für Konsumzeit praktisch en block: Monologe, Lieder, Gedichte…

Dann haben wir mit Steffen die Umsetzung der 4 Zeitsorten für die Zuschauer erprobt.

Es gibt auch bei uns Konfliktpotential zwischen den Generationen. Könnten wir am Abend einbauen in Vorstellung des Generationenpaktes.

Wir treffen Winfried zur Beratung und Absprachen fürs Making Off.

Freitag, 24. Februar
Steffen

Lange Fahrt von FFM nach Oldenburg, mit unserem „Outseeing Eye“ Philipp Schulte im Auto. Einführungsgespräche.

Nach gemeinsam Mittagessen verwickeln wir Philipp als Testbesucher für 100 Minuten in unsere Tischgesellschaft und bisherige Materialien, Szenen, Spiele, Texte. Anschließend Auswertungsgespräch.

Konsequenzen für die weitere Forschung in gebotener Kürze:
• Partizipative Anteile noch deutlich erhöhen, demgegenüber Sinnliches und Informatives stärker verschmelzen
• Den „spontanen“ und improvisatorischen Charakter noch weiter ausbauen, da er dem Zuschauer hilft, sich als Teil des Ganzen zu verstehen und Lust weckt zum Mitmachen anstatt in eine Konsumhaltung zu rutschen
• Mehr „lokale“ Gespräche am Tisch und Abwechslung anstatt alles für alle
• Dadurch wird das Lernen von Debattenhandzeichen überflüssig
• Unser eigenes Zeitinvestment deutlicher vorstellen/herausarbeiten
• Die 4 Zeiten nicht einfach via Definition vorstellen, sondern im gemeinsamen Gespräch entstehen lassen und herausdestillieren (sie auch indirekt schon beim ersten Mantel-Abnahme-Gespräch ein bisschen abfragen „Kommen Sie gerade von der Arbeit?“ et.), dann erst Dath-Definition nachliefern
• Zeit-Torte als zentrales Tool deutlicher in den Fokus rücken
• Die Zuschauer über die Zeit-Torte noch deutlicher ihren eigenen Wunsch ausdrücken lassen (Frage, wie man das schnell auf ein Zeitmodell zur Umsetzung hochrechnen kann oder durch entsprechende Vorbereitung der Zeit-Torte rasch ablesen kann)
• Anstatt einen Ältestenrat/Jüngsten zu wählen, aus den Zeit-Torten je einen Experten aus den Zuschauerreihen für eine der 4 Zeiten ernennen
• Evtl. die erste „Testrunde“ bereits mit dem ersten performativen „Durchgang“ durch die 4 Zeiten verschmelzen
• Idee, 4 Gruppen je eigene Zeitaufteilungen ausprobieren zu lassen, quasi in „Konkurrenz“ zueinander
• Format der Probe/des Rehearsal Dinners einmal klar setzen, dann nicht mehr permanent auf „Probesituation“ verweisen
• BIG DATHA, Orakel, als starkes für sich stehendes Ding im weiteren Prozess genau im Auge behalten, wie eine Einbindung sinnvoll/gelingend sein kann → sonst evtl.…
Weiterlesen

Logbuch #27 Woche 3

Mittwoch, 15. Februar
Andreas

Training.

Texte werden redigiert und das Logbuch der 2. Woche auf Stand gebracht und abgeschickt.

Ein Interesse weckendes, Laune machendes Pressefoto wird gebraucht. Von unserem Thema einer Tischgesellschaft ausgehend legen wir erst unsere Flipchart-Blätter aus und bauen eine „Tafel“, Rahel bearbeitet das Foto mit Photoshop.

Rechenprobe_kleiner

Aus der Fotoarbeit wird ersichtlich was für einen großen Ideenpool wir haben.

Wir gehen die einzelnen Stationen durch. Was für inhaltliche Fragen, was für spielerische  Situationen tun sich auf. Diese Fragen immer stark vor dem Hintergrund einer sprachgesteuerten Überwachung unserer 4 Zeiten durch einen Computer. Was für ein Programm braucht es? Tobias Schmitt, ein Informatiker, kommt am Montag und wird uns beraten. Die Performer müssten dann spontan reagieren mit den von ihnen vorbereiteten Szenen, Lectures, Monologen auf das jeweilige angesagte Thema.

Wir recherchieren nach Kochgeräten (Asiatischer Feuertopf) für die Tafel.

Angelika stellt ihre Lecture über Zeit und Pause vor.

Vorstellung der „Szene“ aus Daths Roman Deutsche Demokratische Rechnung „Beratungen sind die halbe Verwaltung“, Lesen mit verteilten Rollen.

Überlegungen, wie wir sozialistische Übungen als Körper-Raum Erfahrung umsetzten könnten.

Rahel erzählt anhand von Internet-Artikeln: Wie der Tisch im Barock zur Bühne wurde.

Blog06

Donnerstag 16. Februar
Rahel

Scheint mir, seit gestern hat sich etwas unmerklich verlinkt, auch wenn wir’s leider noch nicht auf der Bühne erprobt haben.

Steffen hat Textauszüge zur Einteilung der 4 Zeitsorten heraus gesucht. z.B. aus Staat und Revolution von Lenin: 6h körperliche Arbeit, 4h politische Arbeit. Bei Dath: 5h Arbeitszeit, 5h politische Zeit (einschl. organisatorische Arbeit). Wir reden über die Wichtigkeit des Zufalls, der Zeitverschwendung, der Pause (Christa Wolf, Dath).

Angelika merkt an, dass wir die Summerhill School (antiautoritäre Erziehung) auch mit rein nehmen sollten.

Haben die Bühne umgebaut mit langer Tafel, Mikros und Kamera, 2 Leinwänden, Keyboard, Kredenztisch, Garderobe, Eck für unbestimmte Zeit…

Angelika zeigt uns Artikel zu Roboterwesen aus Oxi und Moderner Technik, die wir z.B.…
Weiterlesen

Logbuch #27 Woche 2

Mittwoch, 8. Februar
Andreas

Feldenkrais und Stimmtraining nach Kristin Linklater.

Danach ist der Tag so geplant, dass jeder für sich alleine forscht.
Thema liegt in der Luft. Die Dathsche Einteilung der Zeit nach:

1. Arbeitszeit
2. Politische Zeit
3. Unbestimmte Zeit
4: Konsumzeit

Das war nicht explizit eine Aufgabe, die wir uns vorgenommen hatten, aber unabgesprochen waren wir alle vier in die gleiche Richtung inspiriert.

Am späten Nachmittag Vorstellen der Ergebnisse:

Andreas: Planspiel, brettspielartig,
Rahel: Verschiedene Aspekte eines Planspiels mit architektonischem Blick.
Angelika: Planspiel mit Einbeziehung einiger bisherigen Ideen (Computer, Roboter u.s.w.)
Steffen: Planspiel verwandt mit Angelikas mit noch anderen literarischen Aspekten.

Donnerstag 9. Februar
Angelika

Der Morgen – mit Theorie gefüttert werden:

Steffen liest aus: Hans Christian Dany: Morgen werde ich Idiot. Kybernetik und Kontrollgesellschaft.
Die goldenen 70er Jahre der Kybernetik sind schon vorbei. Gibt es ein Comeback?

Liest aus: D. Dath Der Implex. Das Neue gibt es nicht ohne das Alte.

Und vom selben Autor aus Lichtmächte (von 2013) D.D. vergleicht Strategien und Taktiken der Aufklärung mit heute. Es braucht: Manifeste, Netzwerke, Clouds. Befinden wir uns bereits in einem neuen Daten-Feudalismus? Und Auswertung und Diskussion über das Gehörte – tolle Texte, die könnten verwendet werden.

Vorbereitung: Arbeitsaufträge wenn die Musiker da sein werden – und wir fragen nach einem Klavier.

Feldenkraistraining.

Auf der Bühne – die neuen Vorschläge für den Raum konkret ausprobieren. Könnte die Tribüne abgebaut werden um denn gesamten Raum zur Verfügung zu haben. Frage Trennung Zuschauerraum – Aktionsraum?

Wir erproben inwieweit Sound – Text – Gespräche – Diskurse – ein theatraler Monolog nebeneinander im Raum möglich wären. Da werden wir genau achten müssen was zur gleichen Zeit parallel geschehen kann.

Gespräch mit Winfried über technische und inhaltliche Fragen, vor allem wie ist der Zuschauer als Teilnehmer einzubeziehen ohne ihn/sie abzuschrecken oder zu überfordern?
Das kann am ehesten gelingen, wenn es einen Vorlauf gibt, Zeit und klare Spielregeln – lustvolle.…
Weiterlesen

Logbuch #27 Woche 1

Flausen Residenz #27 „Deutsche Demokratische Rechenprobe“
Logbuch
– Erste Woche –

Mittwoch, 1. Februar
Andreas, Wu Wei Theater

1. Tag in Oldenburg. Ankunft im Theater Wrede. Wir, Wu Wei Theater Frankfurt und helfersyndrom, zwei Generationen mit unterschiedlichen biographischen Erfahrungen und Theatersprachen, dürfen nun gemeinsam künstlerisch erforschen, wie und ob man den Computersozialismus performativ (unter unserem Platzhalternamen „Planspiel“) umsetzen kann.

Mit dem Wort „Forschen“ hab ich immer etwas Schwierigkeiten, wenn ich mir einen künstlerischen Prozess“ vorstelle. So trocken. Interessant ist, dass wir gestern Nacht beim „Absacker“ in der Wohnung über Daniel Kehlmanns Roman Vermessung der Welt redeten und, dass dieser so gut reüssierte, weil dem Leser womöglich das Thema „zerstreuter Professor“ so gut gefiel. Er konnte sich dabei wohl gut über die „trockenen“ Wissenschaftler belustigen. Vielleicht aus diesem Grund mein komisches Gefühl.

Aber absolut überwog jedoch gestern der so warme Empfang des Theater Wrede Teams. Winfried, Marga, Mareike. Absolut beeindruckend mit welchem Elan, politischem Engagement, persönlichem Einsatz (Winfried Wrede an der Spitze) sie diese Idee von Flausen darstellen und uns offerieren. Ein ganzes Theater, mit Generalschlüssel, für 24 Stunden am Tag, für vier Wochen, mit Infrastruktur, Kaffeemaschine, Technik, Fahrräder und einer Riesenwohnung. Ein Traum.

Die Bedingung  ist nur: Ihr dürft, ihr sollt machen was ihr wollt (zu eurem Thema) ihr sollt Umwege gehen. Ihr dürft sogar Scheitern. Es muss, es soll am Ende gar kein schon fertiges Stück dabei herauskommen. Ihr dürft scheitern.

Es fällt mir der schöne Satz von Peter Brook ein: „Der Blinde führt den Lahmen“. Oder das weiße Blatt, vor dem der Schriftsteller am Anfang eines Buches sitzt. Oder Peter Löscher, der drei Wochen vor der Premier sagte „Ich habe keine Ahnung“ – und dann ging er aufs Klo und hatte Dünnschiss.

Das ist vielleicht das Schwerste für uns „Macher“ zu sagen ich bin bei Null, und mache nicht gleich das erste Beste.…
Weiterlesen

Logbuch #26 Woche 3

Montag, 15. August 2016

Betti und Caro lesen eine transkribierte Sitzung des ZK (11. Plenum) und sind überrascht, dass bei dieser Lektüre der Eindruck entsteht, Ulbricht hätte weitaus größere Ideen und Verbesserungsvorschläge gehabt als Honecker und auch den Kulturschaffenden – natürlich nur durch Moskaus Unterstetzung – mehr Freiheit gewährleistet hat (oder das wollte). Für unsere Serie harn wir einen Entscheidungspunkt gefunden. Wollen die Teilnehmer*innen Ulbricht oder Honecker und wenn sie sich für Ulbricht entscheiden, gibt es eine weitere ökonomische Verbesserung. Von unserem Mentor Björn erfahren wir, dass viele so gedacht heben und den Abtritt Ulbrichts bedauern (Peter Hacks ebenfalls) und von Betti erfahren wir noch eine merkwürdige Anekdote, dass Ulbricht von Honecker verlangt hätte, seine Frau zu verlassen und die Mutter (Margot) seines unehelichen Kindes zu heiraten. wir fragen uns, ob das stimmt. Szenisch könnte es was hergeben. Am Abend singen wir chronologisch: Die Kaiser-Hymne, die frühere und jetzige Hymne, die Nationalhymne der DDR, die Kinderhymne von Brecht und sind uns alle einig, dass die Nationalhymne der DDR einfach die beste ist. Zur Komplettierung nehmen wir noch „Lobet den Herrn2 und „Ode an die Freude“ hinzu. Nold soll sich überlegen, wie sih damit spielen lässt und Betti erprobt einen Barocktanz zur DDR- Hymne. Was war eigentlich das Zeitalter, mit dem die DDR verglichen wurde?

Eleganz_aus_Reflex_026

Dienstag, 16. August 2016

Nils erhält ein DDR-Spiel, in dem es darum geht, durch Korruption, Meuterei und Vetternwirtschaft die Position des Staatssekretärs zu erlangen. Wir spielen das Spiel falsch, aber können uns einige dort zu findenden Anweisungen bediene für unsere Serie. Danach befragen wir Ralph und Björn nach Anekdoten der DDR. Abgesehen davon beim Anderen vorbeizugehen und an seiner Haustür zu klingeln, gibt es nur Weniges, was sie dem Realsozialismus noch abgewinnen können. Wir sammeln aber auch während des Gesprächs Beschreibungen von Atmosphären, Düften, Gerüchen, die wir auf die Bühne übertragen können.…
Weiterlesen

Logbuch #26 Woche 2

Foto 1Foto 2Foto 3Foto 4Foto 5
Weiterlesen