Logbuch #32 Woche 1

Woche  01.
HOLY CHICKS & GLORY DICKS. How to perform gender identity
Logbuch

MEMADONNA

Wir kommen in Marburg an und überprüfen, nachdem wir uns im Theater eingerichtet haben, unseren Arbeitsplan.
Im Verlauf der Woche folgen wir dem von uns aufgebautem System:
Nach einem physischen Aufwärmen recherchieren wir zu Ikonisierung und insbesondere der Selbstinszenierung im Medium des Pop. Später spezialisieren wir uns auch auf Weiblichkeits/Männlichkeitsidee im Pop, Selbstdarstellung und 1Prestige/Reichtumsdarstellung über Instagram und Männlichkeitsperformance im heterosexuellem Stripteasekontext, fabulisierte Biographien, Imitation und Mimikry.

Aus den Rechercheeinheiten entwickeln wir im zweiten Teil des Tages einzeln schnelle szenische und installative Versuche.

Die erste Rechercheeinheit bringt uns schon (Arbeits-)Elemente, die wir über die gesamte Woche mittragen und in den weiteren Tagen erweitern und komplementieren.

 

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Der Divadance und der dazugehörige Track ziehen sich verschiedenst durch unsere Versuche.

Es bilden sich folgende Stränge:

Wir fabulisieren unsere eigenen Biographien und präsentieren sie auf der Bühne als mächtige und dogmatische Einheiten.

Wir benutzen die mittelalterliche Mythologie des Christentums und eignen uns die Form des Turiner Grabtuchs an, bilden bzw. neue Reliquien.

3Wir untersuchen und kopieren Posen und Körperlichkeiten von Stars und Sternchen. Schnell stoßen wir auf Darstellung von Reichtum in sozialen Medien. Wir bilden in einem Versuch den Instagramaccount @richkidofflausen.

4Wir versuchen die Körperlichkeiten der von uns untersuchten Personen nachzustellen. Es bilden sich Kontraste zwischen Imitation, spontaner Nachahmung und improvisierter Aneignung.

Wir untersuchen spezifische Männlichkeitsbilder anhand Männlichkeitscoaching (Stimmtraining) und eignen uns Choreographien von männlichem Striptease an.

Oft bilden sich während der Versuche die Kontraste zum vorgeschriebenem Prestige oder Diventum und der tatsächlichen Einfachheit die auf der Bühne passiert.

Am Donnerstag stellen wir die entstandenen Elemente gegenüber, wir überlagern das recherchierte performative Material. Die Gleichzeitigkeit und andere Besetzungen der Szenen offenbaren neue Sichtweisen und Kontraste. Wie übertragbar ist Geschlechtigkeit? Wann und wie verlieren sich gewisse Symbole?

Schon während der anderen Tage sind unsere Darstellungsformate nicht nur frontal. Am Freitag revidieren wir die vorherigen Performances und probieren Formate in der (Publikums-)Interaktion miteinander.

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