Logbuch #26 Woche 2

Foto 1Foto 2Foto 3Foto 4Foto 5
Weiterlesen

Logbuch #26 Woche 1

ZUR SONNE ZUR FREIHEIT

ELEGANZ AUS REFLEX

FLAUSEN BIELEFELD AUGUST 2016

1. Muss eine Utopie immer als zukünftig bleibende gedacht werden im sinne eines Begehrens, eines universalistischen Orientierungspunktes in der Zukunft? Begehren verliert notwendig seine Struktur, sobald es eingelöst wird. bzw. zur nüchternen Realität wird.

04_schindler Lovell_beach_house

2. Märchen vom Sozialismus:

Warum gibt es bei uns keine Grafen und Gutsbesitzer mehr?

Damit sich auf den Schlössern viele Kindergartenkinder erholen können.

Als ich so alt war wie ihr, saß hier allein ein Gutsbesitzer. Kein Kind durfte im Park spielen und die armen Bauern mussten für ihn arbeiten. Noch vor Tag schon musste ich ins Schloss und ihm die vielen Stiefel putzen. Und ich hatte im Winter nur Holzpantinen.

Das ist ungerecht.
Das ist ungerecht.

Ja, es war ungerecht. Überall war es so. Deshalb haben wir die Grafen und Gutsbesitzer weggejagt. Und deshalb können Kinder jetzt bei uns in Schlössern wohnen, und ich brauch keine Gutsbesitzerstiefel mehr zu putzen.

Ist das richtig?
Es ist richtig so!

Das heute Kinder in den Schlössern wohnen können, das ist schöner als alle Märchen zusammen.
Ja.
Ja.

 

3. Stefan Heym resümiert ’89: “Sämtliche Revolutionen sind danebengegangen.” Wie kann die Beteiligung der Bürger am Aufbau und Erhaltung einer alternativen Form des Zusammenlebens gestaltet werden bzw. wie durchlässig darf oder muss ein (utopischer) Gesellschaftsentwurf für die konkreten Befindlichkeiten und Interessen der Menschen sein?

 

4. In Havemanns Utopie werden die Häuser, in denen die Familie aber auch einzelne Utopianer wohnen, in einer Weise beschrieben, die an die Bauten der Architekten Neutra und Schindler erinnern. […]

Landschaften und Gegenstände werden anthropomorphisiert. Das Matriarchat steht in Utopia nicht für die Herrschaft der Frau über den Mann, sondern für Gleichberechtigung in Achtung der Differenzen.

Wie kommt es, dass mindestens 2 von 3 künstlerischen Arbeiten in Utopia eigentlich keine künstlerischen Arbeiten sind, sondern bloßer Ausdruck der Innerlichkeit/Befindlichkeit irgendeines Menschen?…
Weiterlesen

Logbuch #25 Woche 4

28/07

IMPROVISATIONEN + SZENISCHE ARBEIT + SHOWING

KÖRPERTRAINING + IMPROVISATION KATALOG

KÖRPERTRAINING (Marja // Isabel // Ayelén).

IMPROVISATION (Isabel // Marja // Ayelén): Es werden Choreografien zu Golschans Katalog “Normierende Anpassungsbewegungen” ausprobiert und weiterentwickelt.
SZENISCHE PROBE

(Isabel // Marja // Ayelén): Texte werden entwickelt, besprochen und in eine Abfolge gebracht. Vorbereitung des Showings.
Showing

mit Ayelén // Denise // Winfried // Lou als Zuschauer*innen. (VIDEO)
GESPRÄCH:
Winfried:

  • Einlassituation: das Anfangsbild hat eine starke Wirkung aufgrund der Pose und den kleinen, ruhigen Veränderungen in Bewegungen von I+M; Publikumsbezug ist spannend aufgrund der kurzen Verwirrung bzgl. genauen Platzwahl und der Steuerung durch die Blicke von I+M.
  • Insgesamt ist die Kommunikationssituation zwischen Performerinnen und Publikum angenehm (direkter Blickkontakt hat auffordernde, einladende Wirkung). Es entsteht, gerade am Anfang, eine Wachsamkeit des Publikums, die eine Hierarchie zwischen Performerinnen und Zuschauer*innen umgeht. Die zwischenzeitliche Nähe (Zoom-Bewegung) zum Publikum hat animierende Wirkung, es entsteht die Erwartung, dass das Publikum auch körperlich stärker eingebunden wird.
  • Es entstehen deutliche Bilder über Machtverhältnisse durch das Bewegungsprinzip mit dem Elastik-Band (Assoziation: “Gesellschaft zieht Individuum”); das Marionetten-Spiel ist hier besonders eindrucksvoll.
  • Das Routieren // Kreisen (Zoom-Bewegung) bleibt unklar in seiner inhaltlichen Bedeutung.
  • Bei dem Text daily white privileges besteht die Gefahr, die Aufmerksamkeit des Publikums zu verlieren (englische Sprache als Herausforderung//Barriere).
  • Die inhaltliche Bedeutung der Bildcollage bleibt unklar.
  • Anfangs gibt es inhaltlich einen klaren Publikumsbezug bzw. Bezug zur theatralen Grundsituation. Dieser verliert sich im Verlauf der Szene. Dadurch bleibt der Zusammenhang zwischen den beiden Themenfeldern unklar. Möglichkeiten: Zusammenhang durch Motiv des Rucksacks stärker machen; inhaltlichen Fokus setzen.

Lou:

  • Partizipation des Publikums: anfänglich sehr stark. Es kommt die Frage auf: Dürfen wir sitzen? Wo dürfen wir sitzen? Durch Blicke wird Publikum am szenischen Prozess beteiligt. Eine Weiterführung und -entwicklung der Interaktionen ist wünschenswert.
  • Inhaltliche Leerstelle: Was sind die konkreten Privilegien der Performerinnen? Es werden allgemeine Privilegien aufgezählt, aber es fehlt die Selbstverortung (“sich lesbar machen”).

Weiterlesen

Logbuch #24 Woche 4

Endspurt.

IMG_1114IMG_1116

War das jetzt ein Sprint? Oder taumeln wir auf den letzten Marathon-Metern Richtung Ziel? Es fühlt sich nach beidem an: eine Mischung aus ewiger Alltäglichkeit – der Weg zum Theater funktioniert schon im Halbschlaf – und der Erinnerung doch gerade eben erst die Kombination fürs Fahrradschloss bekommen zu haben.

Wir sammeln noch mal unsere Ideen und Kräfte und ziehen Bilanz.

Was haben wir geschafft? Was wollen wir noch schaffen? Sind wir mit unseren bisherigen Ergebnissen zufrieden? Konnten wir unserem Themenkomplex Ernährung-Lebensmittel-Backen formulierbare Erkenntnisse oder Ergebnisse abgewinnen?

IMG_9900IMG_9902

Ende der vierten Woche gibt es das Making-Of – nach unseren Recherchen und Versuchen in alle möglichen Richtungen ein klares Ziel und gleichzeitig auch ein Konflikt: Sollen wir das letzte Viertel unserer Zeit auf diesen Abend als Produkt hinarbeiten? Oder bleiben wir in unserem Recherche-Modus aus Try-and-Error?

Wie in unserer ersten Woche beginnen wir mit Diskussionen und merken: es hat sich eine gemeinsame Sprache hergestellt, ein Back-Sprech, ohne dass wir es gezielt darauf angelegt hätten. Jeder von uns hängt an einer anderen Idee, möchte etwas unterschiedliches ausformulieren, planen oder neu entstehen lassen und dennoch bewegen wir uns alle in der gleichen Backstube aus Referenzen, Verweisen und Erkenntnissen.

Die Arbeit mit unserem Mentor Paulo wirkt noch in jedem von uns nach. Die haptischen Ansätze der Arbeit mit ihm, sowohl was unsere Materie – Backwaren in allen möglichen Aggregatszuständen – als auch unsere Körper angeht, haben uns dem Thema näher gebracht und auf eine intime Art vertrauter gemacht. Der Umgang mit Thema und Material ist sensibler und gleichzeitig zupackender geworden.

Wir beschließen weitere Versuche – wann werden wir in der normalen, produktorientierten Produktionsmühle jemals wieder soviel Zeit und Muße nur fürs Ausprobieren haben? – und einen dokumentarischen Ansatz für den finalen Abend.

Dennoch merken wir gleich: es ist gar nicht so einfach, sich noch mal bewusst gegen das Präsentieren-Wollen/Müssen zu entscheiden.…
Weiterlesen

Logbuch #25 Woche 3

21/07 (home office und home studio in der Wohnung)
Reflexion der Zeit mit Golschan

Warum laden wir wen ein? Besser Leitung und Moderation übernehmen als bisher.
Was konkret wollen wir von und mit den Kollaborateur*innen arbeiten?
Klares Delegieren von Aufgaben.
Gemeinsames Kurzschließen & Update über ENTSCHEIUGNE, die (NICHT-)VERANTWORTLICHKEITEN definieren.
Vorbereitungen um gemeinsam arbeiten zu können (Isi + Marja) / Situation des gemeinsamen Arbeitens zu schaffen: Klären wer und warum; Framing und Moderationsvorschläge; Kommunikation im Vorhinein (1.bisheriger Probenstand, 2.gemeinsame Fragestellungen); Abschluss / Reflexionsformat vorbereiten + WIE wir weiter mit dem Input arbeiten.
VIDEOMESSAGES FÜR JEDE KOLLABORATEURIN

Szenische Vorbereitung der Einführung von Denise, Nai Wen und Ayelén

Wir schreiben jede persönlich kleine Briefe an die Gäste. Drei verschiedene Stühle repräsentieren die Gäste. Je nachdem wie der Brief geschrieben ist, wie der Zettel aussieht, wo genau der Zettel befestigt wird am Stuhl hat eine Bedeutung.

Thema: Was wünschen wir uns von der Zusammenarbeit mit dir?

Video: „21_Videomessages“

13873150_1750500651905670_8072089750535719544_n

22/07

BEGRÜSSUNG UND EINFÜHRUNG NAI WEN, DENISE BIERMANN UND AYELÉN CANTINI

VIDEO: „3 Willkommensvideos in der Wohnung“
Gemeinsames Gespräch danach:

DENISE:
Interessantes Mittel szenisch wie man die Gruppe zeigen kann, wie stellt man Kollaboration szenisch dar? Mit Mitteln von Positionierung, Distanz ecc

a) Gastspielplanung: MAMMALS
Ist-Perspektive: Was ist da an Kontakten? Ausgehend vom Rahmen Niedersachsen (Förderung und Orte). Welche Interessenten gibt es gerade für Mammals?

Soll-Perspektive: Wen finden wir geil, Häuser, Menschen, KuratorInnen? Welches Publikum wollen wir haben?
–> Wichtig ist sich festzulegen und konkret zu werden.
b) Form des Kollektivs.
GBR? Kleiner Rahmen: Wie Proben organisieren? Wie wollen D+L sich beteiligen (das hieße künstlerische Beteiligung)?

c) Gespräch über Unfall
Konflikt aufdecken und „klar zu kriegen“ wäre wichtig für die gesamte Arbeit. Latenter Konflikt bricht immer wieder aus, Wunsch ihn anzupacken. Wie ist das mit Parteien, Denise ist Freundin von beiden, fühlt sich nicht unbefangen. Form besprechen ist wichtig.…
Weiterlesen

Logbuch #24 Woche 3

Logbuch BACKSHOP – Woche 3

IMG_1109_web
Es ist viel zu heiß zum Arbeiten, aber wir haben die Zauberworte vergessen, wie wir den Backofen stoppen könnten… Wir verlegen die Proben in den Abend, um den heißesten Stunden zu entgehen. Paulo, unser Mentor, ist noch da und wir fangen an, die Erkenntnisse aus dem Intensiv-Workshop der zweiten Woche auf die Materialien Teig und Brot anzuwenden.

IMG_9237_webIMG_9239_web

Das inhaltliche Interesse weicht immer stärker einem formalen. Die Ästhetik des Materials fasziniert uns. Der Hefeteig ist z.B. in einer stetigen Veränderung. Er ist kaum zu animieren, da er sich ganz von alleine immer weiter bewegt, immer weiter wächst, wenn man ihn alleine lässt. Bekommt man ihn in die Finger, schrumpft er wieder zusammen. Wieder kneten, wieder warten. Eine Übung in Geduld. Innehalten. Warten.

IMG_9465_web

Bewegen. Stop. Motion. Eine Live-Kamera wird installiert, der Teig agiert jetzt für die Kamera. Körperteile der Performer kommen in den Bildausschnitt dazu. Finger werden zu Beinen. Der Teig zur Totenmaske. Am Ende des Herumexperimentierens steht die Frage im Raum, ob wir jetzt noch eine Pizza aus dem Teig backen wollen zum Abendessen. Wir entscheiden uns dagegen, irgendwie etwas komisch, einen Kollegen aufzuessen.

IMG_1108_web
Generell kommt das Thema „Kannibalismus“ in den letzten Tagen immer wieder auf. Mit Paulos Hilfe machen wir eine zweite Version des Mini-Stop-Motion-Films, in dem ein Brötchen von anderen aufgefressen wird.
https://www.youtube.com/watch?v=M8dhxc3G8jk
Auch hier wieder eine Übung in Geduld. In der Schwüle der Bonner Sommerhitze. Wir schauen Filme von Jan Švankmajer, u.a. einen wundervollen Stop Motion Film über Menschen, die anderen als „Ernährungsmaschinen“ dienen. Aus dem Bauch wird eine Wurst mit einem Aufzug nach oben gefahren, die dann aufgegessen wird. Wir experimentieren weiter mit der Verbindung von Körpern und Lebensmitteln, Teigmasken, etc.

IMG_9852_webIMG_9846_web

Am letzten Tag von Paulos Aufenthalt weiten wir die Animation auf weitere Gegenstände aus: Messer, Pfannen, Löffel. Ein Schneebesen hat ein Rendez-vous mit einem Dosenöffner, eine Pfanne wird mit zwei Händen als Beine zur grotesken Schildkröte.…
Weiterlesen

Logbuch #25 Woche 2

11/07

FORSCHUNGSFRAGE:

WAS IST POLITISCH?

Wir gehen durch den Raum und sammeln Sätze mit dem Satzbeginn „Politisch ist, wenn….“.

AUDIOMATERIAL: „11_A_politisch ist, wenn_Isi/Caro”

(Kursiv werden Titel von Audio-, Video- und Textmaterial geschrieben, die auf der Festplatte von Christians // Schwenk archiviert werden.)

Voneinander lernen:

Wir lernen von Isi wie sie auf der Bühne das Aufmerksamkeits-Gummiband zu einer*m Bühnenpartner*in halten kann und gleichzeitig jede*r im Publikum das Gefühl gibt, wahrgenommen zu werden.

Wir lernen von Caro wie sie einen Raum betreten und eröffnen kann. Isi erhält eine konkrete Performance-Aufgabe, die sie für 2 Jahre ausführen soll: Beim Betreten des Raumes soll sie erstmal „aha“ sagen.

Vokabular etablieren zu diesen Techniken:

„Batzen“ = Die Zuschauenden als Batzen wahrnehmen, immer den ganzen Batzen

„Schäfchen einzäunen“ = zum Raum eröffnen checke ab wo sind deine Schäfchen, dann zäune sie gleichmäßig und gleichzeitig ein

Fotowoche 2

12/07

FORSCHUNGSFRAGE:

MIT WELCHEN VORERWARTUNGEN KOMMT DAS PUBLIKUM?

Einrichtung: Spot auf Bühne gerichtet, Aufnahmegerät installiert.

Alle sitzen im Publikum. Einzeln geht jede nach vorn und stellt eine Frage ans Publikum die beginnt mit „Glaubst du / Glaubt ihr, dass…“

AUDIOMATERIAL: „12_A_Fragen zu Vor-Erwartungen des Publikums_Caro“

Bist du dir sicher, dass …?

Weißt du, ob/wie/warum …?

Könnte (der das und das tun?/ es sein, dass) …?

Ist dein Husten ein Zeichen/Symptom dafür, dass…?

Hast du erwartet, dass …?

Gehst du davon aus, dass …?

Hast du gedacht, …?

Werde ich/werden wir gleich…?

Kann ich/kannst du …?

Standest du auch schon mal auf der Bühne und wusstest nicht, was du sagen solltest?

Wusstest du, dass …?

Willst du auch mal nach vorne kommen?

Willst du auch mal durch dieses Mikro sprechen?

Welche Dramaturgie bringt das Publikum zum Handeln?

Welche Spielprinzipien? Welche Räume?

Siehe individuelle Notizen. Diese sind geheim, denn der Plan ist, dass jede mit den anderen unangekündigt ihre Idee zur Aktivierung ausprobiert ohne dass die anderen davon wissen.…
Weiterlesen

Logbuch #24 Woche 2

Logbuch Woche 2

Weiterbacken. Weitermachen. Wir brauchen mehr Teig. Wir brauchen mehr Masse. Wir brauchen baufähiges Material. Bauen mit Teig ist schwieriger als gedacht. Ist er zu hart und dünn, kann man ihn nicht mehr kleben, ist er zu weich, fällt alles auseinander. Egal, weitermachen, ausprobieren, anderer Teig. Der Theatersaal verwandelt sich in eine Backstube.

IMG_0394

Eins ist klar: Zum Backen werden nur Bio-Eier gekauft, zu viele Dokus über schlecht behandelte und massengezüchtete Hühner gesehen… Luxusprobleme? Waschen wir uns so von unseren Sünden frei? Wie war das nochmal mit dem Ablasshandel?

Ähnliche Gedanken bei der Abholung zwei riesengroßer Kartons übriggebliebener Brötchen einer Bonner Bäckerei. Mit diesen Brötchen wollen wir Kunst machen. Brotpuppen, Brotlandschaften, Brot, Brot, Brot… Dennoch ist es fast nicht zu ertragen, dass man gleichzeitig weiß, normalerweise wird das alles weggeschmissen.

Lesen von Texten: Derrida, Mauss, Baudrillard, Baudelaire, Welthungerhilfe, Dambisa Moyo, Thilo Bode, Wolfgang Ullrich,…

Sind wir jetzt schlauer? Vieles haben wir schon mal gehört… vielleicht nicht so detailliert, aber dennoch kennen wir alle den teuflischen Kreislauf der Welt, der am Ende alle Probleme im Hunger zusammenführt: Exportinteressen der ersten Welt, Kriege überall, Abkommen wie das TTIP oder CETA, Korruption, 1+1=jeder macht seins. Und trotzdem rühmt man sich mit großen Summen für die Entwicklungshilfe.

Ein Gedanke, der uns interessant erscheint, ist das Motiv der „Gabe“. Gibt es sie überhaupt? Laut Derrida gibt es sie in einem Kreis der Ökonomie nur, wenn beide Seiten – also Geber und Empfänger – eigentlich nichts von der Gabe wissen. Sobald auch nur eine Seite weiß, dass sie z.B. „etwas Gutes getan hat“, befindet man sich im ökonomischen Kreis, der in erster Linie über Tausch definiert wird. In dem Moment, wo ich eine gute Tat vollführe, will ich unbewusst auch eine Gegenleistung, wie auch immer diese aussieht.

Gegen Ende der Woche ein neuer Input:

Erster Puppenworkshop mit Paulo Duarte.…
Weiterlesen

Logbuch #25 Woche 1

06/07

WIE WOLLEN WIR IN DIESEM MONAT ARBEITEN?
Marja, Linda und Isi erstellen einen Zeitplan inklusive
Schwerpunktlegung für die Anwesenheiten der unterschiedlichen
Gäste.
Jeden Tag wollen wir (mindestens) eine Forschungsfrage stellen.

NAI WENS ÜBERLEGUNGEN ZU IHRER POSITION

  • Distanz halten und konstante, begleitende Außenposition
    einnehmen
  • 3 Ebenen: 1. CHR//SCHW, 2.Gäste, 3. Nai Wen

NAI WEN MODERIERT:
WIE GEHEN WIR MIT EINEM KONFLIKT UM?
Wir erstellen Sammlungen individueller Bedürfnisse zu verschiedenen
Überpunkten. Hieraus soll in einem zweiten Schritt ein gemeinsames
Manifest formuliert werden. Dieses soll helfen einen Rahmen für ein
(Konflikt-)Gespräch zu erstellen, das eine externe Person moderieren
soll.

  • Umgebung ; Raum ; Rahmen
  • Wer soll dabei sein (intern, extern)?
  • Tempo (…muss noch klarer definiert werden)
  • Innere Einstellung bzw. Haltung
  • Methoden
  • Bedürfnisse vor und während des Gesprächs

07/07

WIE WOLLEN WIR DIE ZEIT MIT CARO (bis 13/07)
STRUKTURIEREN?
Brainstorm über Strukturierungsmöglichkeiten eines ARBEITSTAGES. Es ergibt
sich die Erstellung einer „Schablone“ eines Tagesablaufs, den wir von nun an
ausprobieren möchten. Änderungen sind nach Absprache möglich.
Absprachen werden im Arbeitsraum getroffen.

WORAN UND WAS WOLLEN WIR ARBEITEN? WORAN WOLLEN
WIR INHALTLICH UND METHODISCH FORSCHEN?
Brainstorm jede für sich. Dann stehend jeden Zettel vorstellen, während
eine andere den Zettel in eine prozesshaft entstehende Struktur an die Wand
klebt. Aus unseren Ideen erstellen wir einen WOCHENPLAN.

NAI WENS ABSCHIEDSINPUT
Was muss passieren, damit ich nach der Residenz das Gefühl habe, dass ich mich
weiterentwickelt habe? Was wünsche ich mir von NW oder von der Gruppe
um ersteres zu erreichen? Was nehme ich mit von der bisherigen Zeit mit NW?
Everything happens for a reason. Every encounter makes sense. Every moment
counts.

Schlusskreis: Was haben wir heute rausgefunden?

 

08/08

WAS VERSPRECHEN SICH CHRISTIANS//SCHWENK VON
DER ZUSAMMENARBEIT MIT CARO?
Tagesbeginn: Musik Isi
Eingrooven Caro: Früchte- und Gemüse Reihenfolge
Caro leitet MAMMALS (AT) Reflexion
Caro probiert eine Interviewmethode aus, bei der wir auf einem Blatt
zeichnend jede Etappe der Stückentwicklung und der Aufführungen,
ebenso wie die Zeiten dazwischen Revue passieren lassen.…
Weiterlesen

Logbuch #24 Woche 1

BAKESHOP – THE LOG

Try-out-Videos on Bakeshop-channel:
https://www.youtube.com/channel/UCiETq6c5zUvHm-fh1DkWPlg

Bakerman is baking bread sagabona kunjani wena
bakerman is baking bread
you got to cool down take it easy
you got to cool down relax take it easy

Worum geht es, wenn man sich mit Essen beschäftigt bzw. noch spezifischer mit dessen Zubereitung, dem Backen?

#laeuftbeidir hiess früher „kriegst Du’s gebacken?“. Ohne hashtag.

In einer immer digitaleren Welt, in der man Lebensmittel bald mit Hilfe von RFID-Chips und ganz ohne einen anderen Menschen zu bemühen aus dem Supermarkt schleusen kann, ist backen beinahe ein Anachronismus.

Backen ist eine sehr analoge Beschäftigung. Ein haptischer Weg sich dem riesigen Komplex Nahrungsmittel zu nähern.

Wir haben bereits vor mehr als einem Jahr angefangen mit den ersten Überlegungen zu BACKSHOP. Es sollte um Lebensmittel gehen, um deren Konsum und Herstellung, um die physischen Notwendigkeiten, denen wir bei der Nahrungsaufnahme unterliegen, um den Überfluss auf der einen Seite und den Mangel auf der anderen.

Trotz aller Vorbereitungen oder vielleicht auch deswegen, stehen wir jetzt am Rand der Teigschüssel und gucken auf die riesige, klebrige, blasen werfende Diskursmasse unter uns, in die wir uns gleich stürzen werden.

Backen entschleunigt den Arbeitsprozess, immer wieder gibt es Phasen des Backens, des Aufgehens, des Wartens…ungewohnter Rhythmus, der gleichzeitig beruhigt, manchmal aber auch unruhig macht…man ist doch gewohnt, sich non stop in die Arbeit zu schmeißen…Momente des Nachdenkens, Reflektierens, die Ereignisse “sacken lassen”…

Es werden verschiedene Teigarten ausprobiert. Hefeteig, Knäckebrot, Lebkuchenteig. Kann man mit diesen Teigarten z.B. visuelle Landschaften erzeugen? Was können wir bauen? Was wollen wir bauen? Wieviel wollen wir bauen? Was für eine Beschaffenheit sollte der jeweilige Teig haben? Wir machen ein kritisches Projekt zum Thema Essen, backen aber selber was das Zeug hält, wir verschwenden Lebensmittel, um der Kunst willen. Wie können wir das thematisieren ohne moralisch zu sein? Wie figurativ sollen/können unsere Essens/ Backgebilde sein?…
Weiterlesen

Logbuch #23 Woche 4

­internil

FRONTEN

In den vier Wochen ihrer Forschungsresidenz beschäftigen sich die Mitglieder von internil am Beispiel des Ukrainekonflikts mit den propagandistischen Potentialen unterschiedlicher Erzählformen. Für jeden der vier Arbeitsblöcke berichtet ein anderes Mitglied vom Forschungsprozess. Aber: Nach den vergangenen Logbuch-Versuchen aus jeweils ¼-Perspektive, hat sich die Gruppe ab der dritten Woche für 4/4 Perspektiven entschieden, hoffend, der ganzen Wahrheit ein Stück näher zu kommen.

4. Block. Woche vom 27. – 30.6.16

Konkrete Arbeit an Erzählformen, Vorbereitung auf Präsentation

27. – 29.
Einarbeiten der Hinweise des Feedbacks von Dienstag: (Reihenfolge wie in Auflistung s. unten)
– C. arbeitet an Verständlichkeit Sprache durch Maske mit Hilfe v. Kollegen und Kolleginnen

– A. arbeitet an Ästhetik des War Games und feilt an Geschichte

– K. integriert Rechercheergebnisse in Science-Slam-Form

– M. arbeitet an Dramaturgie der Geschichte
Feedback hilft.

Präsentation – Vorbereitung mit Suse, letzte Änderungen
Ablauf: Begrüßung im Foyer, Austeilen des Liedtextes ukrainische Nationalhymne, Singen der ukrainischen Nationalhymne, Präsentation einzeln erarbeiteter Erzählformen (Reihenfolge wie in Auflistung s. unten)
Wenig Publikum, das bei Zwischenbesprechungen interessantes Feedback gegeben hat.

Nach der Präsentation
Gemeinsames Erinnern des Feedbacks
4 untersch. Perspektiven werden nach Präsentation beschrieben als stark unterschiedliche Erlebnisse in rationaler und emotionaler Rezeption, Steigerung über den Abend von angenehm/nett zu schlimm/fast nicht zu ertragen

Gemeinsamkeit: Internetrecherche und sich daraus ergebender Umgang mit Information typisch geworden für politisches Verhalten
1. NATO-Märchen: je weiter man sich in Erzählung von Vergangenheit Richtung Gegenwart nähert, desto komplexer erscheinen Zusammenhänge (Historie, die weiter zurückliegt akzeptiert man eher als Märchen – in Gegenwart würde sich möglicherweise eher Widerspruch regen); macht Unterschied, wie alt Publikum ist, wieviel Vorwissen vorhanden ist; Form der Geschichte ist so nett, dass man Leute mit bestimmter Form von Geschichtserzählung verführen kann; Methodik während der Erzählung: erst unbequeme Wahrheiten vorfüttern (Vertrauen aufbauen), um später Fehlwahrheiten einstreuen zu können, denen man nunmehr eher Glauben schenkt

2.…
Weiterlesen

Logbuch #23 Woche 3

internil
FRONTEN

In den vier Wochen ihrer Forschungsresidenz beschäftigen sich die Mitglieder von internil am Beispiel des Ukrainekonflikts mit den propagandistischen Potentialen unterschiedlicher Erzählformen. Für jeden der vier Arbeitsblöcke berichtet ein anderes Mitglied vom Forschungsprozess. Aber: Nach den vergangenen Logbuch-Versuchen aus jeweils ¼-Perspektive, hat sich die Gruppe ab der dritten Woche für 4/4 Perspektiven entschieden, hoffend der ganzen Wahrheit ein Stück näher zu kommen.

3. Block. Woche vom 20. – 24.6.16
Abschluss der Recherchephase. Festlegen auf die Inhalte der jeweiligen Erzählformen. Konkrete Arbeit an Erzählung Geschichte Bericht Märchen Schwank etc.

M.
Die anfängliche Entscheidung eine Propagandaversion mit biographischem Ansatz zu bedienen, zieht andere wesentliche Entscheidungen nach sich. Wenn man sich einmal für eine Setzung entscheidet, dann wird der Gaul nicht plötzlich zum Huhn. Einsicht über wiederholtes Probieren und Sammeln von realer Fehlerzählerfahrung.
Was folgte: Abstand von zu großem Ausschweifen innerhalb erfundener Erzählungen, die literarisch schmerzhaft und inhaltlich nicht zielführend sind. Besinnen auf wesentliche Ereignisse wie Augenzeugenberichte und den Kern, um den sich’s drehen soll: wesentliche bis dato nicht aufgeklärte menschenrechteverletzende Ereignisse während der heißen Phase vor Ausbruch des Bürgerkrieges in der Ukraine. Angst vor spezifischen Gewaltsituationen in krisenbelasteten Regionen auf globaler Ebene.
Analyse des Versuchs, der sackgassig verlief: lineare Erzählung entwickeln entlang des zuvor en detail recherchierten Zeitstrahls der Ereignisse (Fokus: Maidan-Schüsse, Odessa-Brand) – zu konstruiert, zu viele Infos, zu weit entfernt von emotionalem Kern, und jedes Mal weiter entfernt von irgendeinem Kern. Abstand nehmen von Versuch, drei sehr unterschiedliche Wiki-Versionen in einer Geschichte vorkommen zu lassen.
Um zu entknäulen, zurück zum Urschleim: Warum biographische Perspektive mit gleichzeitigem Versuch, sie fiktiv aufzuladen? Und wenn, dann wie? In welchen Erzählzusammenhängen glaubt man Augenzeugenberichten mehr? Bleibt mehr hängen, wenn man Gewichtung auf lebendiges Beweismaterial legt? Oder gewinnt der gut recherchierte Zeitungs- bis OSZE-Bericht? Wie gewichtet man in biographischer Erzählform den Anteil an mulitiperspektivischem Informationsgehalt gegenüber subjektiv Eindrücklichem?…
Weiterlesen

Logbuch #23 Woche 2

internil
FRONTEN

In den vier Wochen ihrer Forschungsresidenz beschäftigen sich die Mitglieder von internil am Beispiel des Ukrainekonflikts mit den propagandistischen Potentialen unterschiedlicher Erzählformen. Für jeden der vier Arbeitsblöcke berichtet ein anderes Mitglied vom Forschungsprozess. Den zweiten Arbeitsblock von insgesamt 8 Tagen teilen wir in 2 Log-Bücher auf.

FR 10.06. (Tag 5)
Sind vor einer Woche angekommen. Suse ist krank, CB nicht da, Abgabe Logbuch vorbereiten AV, Arbeitsplan bis inkl. Montag machen. Odessa-Artikel Brand im Freitag von Marina lesen. Reflexion: zu viel auf einmal bislang (Inhalt, Recherche, Präsentation, Erzählform ausprobieren). Gut aber stressig: alle arbeiten für sich, dann kommen alle für Präsentationen zusammen, kurze Intervalle. Individuell mal mehr Fokus auf Form, mal auf Inhalt. Wichtig: festlegen, wann Materialsammlung beendet ist.

SA 11.06. (Tag 6)
Aufwärmtraining KH, Aufwärmtraining MMD, CB, AV. Gemeinsam Karate. Fortsetzung und Vertiefung der Recherche vom Vortrag. Ich frage mich, ob ich die MH17 Geschichte mit der der ukrainischen Pilotin Nadija Sawtschenko verbinden könnte. MMD Präsentation endet auf einem „Gang der Schande“ Video.

SO 12.06. (Tag 7)
Aufwärmtraining KH, Aufwärmtraining MMD, CB, AV. Gemeinsam Karate. Wir singen die ukrainische Nationalhymne. Theoretische mini-Präsentation über die Formate Doku-Fiktion, Doku-Drama und Living History kommt mittelgut an. Einzel-Recherche, Themenvertiefung, Geschichtenschreibstube. Versuche mit Soundmasken. Was ist eine PowerPointPräsentation im Jahr 2016? Abends aufgrund von mäßigem Internet nur live Ticker für EM Spiel Deutschland – Ukraine.

MO 13.06. Suse // Winfried // Mareike (Tag 8)
Aufwärmen, Zugverspätung. 1. Tag mit unserer Mentorin Suse. Wissenstransfer FAKT #1: Frau Slomka, die Nachrichtensprecherin vom ZDF heute Journal spricht richtig fies. Wissenstransfer FÄHIGKEIT #1: wir üben einen afrikanischen Jodelkanon ein. Suse erzählt uns die Ochsengeschichte, wir erzählen dann auch jeweils die Ochsengeschichte. Weitere FAKTEN folgen: Ochsengeschichte ist ein Schwank (oder eine Wahrheitsgeschichte?); Reihenfolge Bennennung Figur: Heldin / Held zuerst, Hierarchie durch Chronologie; bei Schwenk wird zuerst vorgestellt, wer dann ausgetrickst wird.…
Weiterlesen

Logbuch #23 Woche 1

internil

FRONTEN

In den vier Wochen ihrer Forschungsresidenz beschäftigen sich die Mitglieder von internil am Beispiel des Ukrainekonflikts mit den propagandistischen Potentialen unterschiedlicher Erzählformen. Für jeden der vier Arbeitsblöcke berichtet ein anderes Mitglied vom Forschungsprozess.

 

1. Block: Einrichtung und Recherche.

Grundfragen: Wie stellt sich unser Material dar? Welche verschiedenen Rechercheinteressen und individuelle Erzählweisen leiten uns? Was sind jeweils verbindende (teils systemische), was sind unterscheidende Elemente in Material und Präsentation? Wie und wo finden wir für jede von uns überhaupt einen Zugang und Ausgangspunkt zum Erzählen?

 

4 Tage.

 

Tag 1: Einstiegsgespräch, Diskussion und Verteilung von ersten Recherchefeldern, über die wir uns am folgenden Tag gegenseitig erzählen wollen: Praktischer Einstieg in die Grundstruktur der Forschung. Das ist die geheime Mobilisierung zum Stellvertreterkrieg im blinden Fleck der eigenen ideologischen Identität: Individualpluralismus: das große Geschlabber: die Krim als Sylt des imaginären Neugroßdeutschrussen.

Wir gehen mögliche ideologische Positionen durch: deutsch relativistisch, deutsch pro Putin (rechts), deutsch anti Putin (rechts), deutsch anti Putin (links), russisch pro Putin, russisch anti Putin (rechts), russisch anti Putin (links), ukrainisch nationalistisch, ukrainisch prorussisch, ukrainisch pro-EU… und wir haben noch gar nicht angefangen mit der Recherche. Keine objektive Wahrheit in Sicht – wer vom Krieg erzählt, muss und wird Position beziehen.

Wir stecken Recherchefelder für den Einstieg ab: Absturz der MH17, Maidan und die Scharfschützen, NATO-Osterweiterung und Wirtschaftsbeziehungen, „Der Janze Kriech“.

Wir merken uns Formate, die neben den thematischen Ansätzen zu untersuchen wären: Eine politische Position, die sich ausschließlich aus der Kommentar-Sektion von Welt und Zeit speist. Facebook als Organisations- und Propagandainstrument. Wikipedia-Live-Editwars als ultimatives Diskurstheater. Beweismittel Biografie. Jeder seine eigene kleine Trollfabrik.

Grobe Einteilung von Formen des für uns relevanten Erzählens: mit technischen Gadgets = multiperspektivisch, ausschließlich mit dem eigenen Körper = persönlich, mit medialen Hilfsmitteln = journalistisch. Was erzählt, neben dem Erzählten, die Erzählweise? Was erzählt die Chronologie und Kombination von Erzählweisen, also ihre Dramaturgie?…
Weiterlesen

Logbuch #22 Woche 4 – Abschluss

Logbuch 4 – Abschluss

Ablauf des Making Of:

1. Gesprächsrunde im Foyer: Hintergrund, Forschungsfragen

2. Tutorial auf der Kellerbühne: Kurzer Eindruck des Spiels für alle, die es noch nicht gespielt haben

3. Feedback zum Tutorial

4. „Installation“: Wir öffnen das Level, führen herum, erklären und zeigen

5. Abschlussgespräch.

Als wir anfingen, standen folgende Fragen im Fokus:

Wie können wir ein Level bauen, das wie eine Open World funktioniert?

Wie können wir das Spiel so gestalten, das die Geschichte nicht zu kurz kommt, und nicht nur von den Spieler*innen wahrgenommen, sondern als integraler Bestandteil des Spiels verstanden wird?

Wie funktioniert im Zusammenhang damit Non-lineares Erzählen bzw. Spielen?

Lässt sich ein solches Format auch erschaffen, ohne „site-specific“ zu arbeiten?

In den ersten drei Wochen der Residenz hatten wir einige grundlegende Funktionsweisen für unser Spiel herausgefunden.

Um eine Open World zu ermöglichen, müssen alle Räume nicht nur immer zugänglich sein, sondern auch über Rätsel und Storyelemente miteinander verzahnt werden.

Die Schwierigkeit ist gewesen, zu diesem Endstadium der Residenz keine Schnellschüsse zu tätigen und alle Neuerungen aufs Genaueste auf der inhaltlichen Ebene zu überprüfen. Denn wie wir in allen vorangegangenen Testspielen gemerkt hatten, merken sich die Spieler*innen die kleinsten Details, auch die, die wir nicht beabsichtigt hatten, und spinnen sich daraus ihre eigenen Geschichten.

In den letzten Testspielen entschied sich am Ende fast jede Gruppe für das von uns so getaufte „Whistleblower“-Ende. Insgesamt war das Feedback der Testspieler*innen positiv und motivierend. Unser Format scheint Spaß zu machen, auch dann, wenn es inhaltlich ernstere Töne anschlägt. Dass es durchaus möglich ist, solch ein Level in einen Bühnenraum zu bauen, also nicht site-spiecific arbeiten zu müssen, ist ebenfalls eine wertvolle Erkenntnis.

Beim Feedback tauchten folgende Punkte öfter auf und werden von uns in Zukunft noch einmal größere Aufmerksamkeit erhalten:

Wer ist eigentlich dieser Avatar namens Anna Kpok?…
Weiterlesen